Unterirdische Wurfquoten kosten möglichen Sieg

Basketball

Sprach- und ratlos verließen die Hanauer Fans die Main-Kinzig-Halle. Die über die Winterpause aufgebaute Aufbruchsstimmung verpuffte mit der 74:84-Niederlage der White Wings gegen Konstanz schnell wieder.

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Dabei zeigten die White Wings im ersten Viertel zwar keinen berauschenden Basketball, konnten sich aber einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Neun Gäste-Punkte in Serie drehten den Spieß aber noch vor der Viertelpause. Beim 17:18 war für die Hanauer aber noch alles in Ordnung. Doch was sich im zweiten Viertel abspielte, zeigte die Verunsicherung. „Die Trefferquote im Inside-Spiel war mit unter 40 Prozent wie auch von der Dreierlinie unterirdisch“, wusste Headcoach Hans Beth. In den letzten 6:35 Minuten vor der Halbzeit gelangen den Flügelträgern lediglich drei Punkte von der Freiwurflinie. Konstanz zog, angetrieben vom neuen US-amerikanischen Aufbauspieler Aubrey Conerly, auf 30:43 davon. „Wenn man die Jungs im Training sieht, wie sie ihre Würfe hochprozentig treffen, dann weiß man auch, dass das im Spiel nur am fehlenden Selbstvertrauen liegt und eine mentale Geschichte ist“, so Beth weiter. Problematisch war aber zudem, dass die Jungs aus der Goldschmiedestadt die Angriffe der Baskets nicht stoppen konnten. „Wir haben es insbesondere im zweiten Viertel nicht verstanden, Konstanz seine Stärken zu nehmen“, resümierte Beth.

Doch die White Wings hatten in dieser Saison bereits größere Rückstände gedreht. Den Willen sah man der Mannschaft auch nach dem Seitenwechsel an. Schnelle Punkte von Marco Völler, der mit insgesamt 19 Punkten bester Hanauer Werfer war, und Neuzugang Jereal Scott ließen den Hanauer Anhang hoffen. Die White Wings gönnten sich in der Folge aber eine erneute Auszeit in der Offensive. In den vier Minuten ohne eigenen Korberfolg mussten die Gastgeber Konstanz auf 34:55 ziehen lassen. Doch wer das Spiel jetzt abschrieb, machte die Rechnung ohne Sharda, Völler und Co. Mit einem Kraftakt knabberten die White Wings Punkt für Punkt von der klaren Gästeführung ab. Am Ende des dritten Viertels war die Beth-Truppe bis auf 49:59 herangekommen. Die Zonenverteidigung der Gastgeber brachte den erhofften Erfolg. Beim 56:59-Anschluss waren noch mehr als acht Minuten auf der Spieluhr. Die White Wings blieben dran, konnten aber nie mehr als den Anschluss herstellen. Am Ende war es eine Nervenschlacht. Die Hanauer mit Wurfpech vorne und aufgrund der Zeit gezwungen, immer schneller abzuschließen, ließen die Punkte liegen. Auf der anderen Seite zwangen sie die Baskets immer wieder an die Freiwurflinie. Allen voran Aufbauspieler Conerly behielt mit zehn Treffern bei zwölf Versuchen die Nerven und sorgte für die Entscheidung in der Schlussminute. „Man muss gerade Robinson Louisme (18 Punkte, 10 Rebounds) und Aubrey Conerly eine gute Leistung bescheinigen. Gerade die beiden haben uns immer wieder wehgetan“, konstatierte Beth.

Mit der vierten Niederlage in Folge müssen die Hanauer nun weiter den Blick nach unten richten. Dabei kommen die White Wings noch mit einem blauen Auge aus dem Spieltag. Platz zehn ist zwar alarmierend und es geht inzwischen mehr gegen den Abstieg als um eine gute Ausgangslage für die Play-offs, aber die Tabelle lässt die Flügelträger auch hoffen. Dresden hat aktuell Platz acht und damit die Play-off-Teilnahme inne, ist aber ebenso wie Leitershofen/Stadtbergen punktgleich mit den White Wings. Bereits am Freitag (20 Uhr) können die Hanauer sich für die Hinspielniederlage bei Leitershofen revanchieren, ehe Breitengüssbach zum nächsten Kellerduell in die Main-Kinzig-Halle kommt. Die White Wings haben es also weiterhin selbst in der Hand. „Das letzte Viertel hat gezeigt, dass unsere harte Trainingsarbeit in der Pause Früchte getragen hat. Ich vertraue der Mannschaft. Wir werden weiter hart arbeiten, um aus dem Sumpf wieder rauszukommen“, zog Beth abschließend Resümee.

Es spielten: Jereal Scott (11 Punkte / 4 Rebounds1 Assist), Anish Sharda (15/5/6), Marian Schick (9/4/2), Christian Schäfer, Robert Huelsewede (5/2/2), Sebastian Köhnert (7/1/2), Fabian Bahlke, Marco Völler (19/11/1), Lionel Sullivan (7/6/1), Matthias Mölle (1/5/2), Domenic Brehme.

Nächstes Spiel:

BG Topstar Leitershofen/Stadtbergen – Hanau White Wings
Freitag, 18. Januar 2013, 20 Uhr
Osterfeldhalle
Osterfeldstraße 18
86391 Stadtbergen

Nächstes Heimspiel:

Hanau White Wings – TSV Breitengüssbach
Samstag, 26. Januar 2013, 19 Uhr
Main-Kinzig-Halle
Eberhardstraße
63450 Hanau


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