Zur sogenannten „Straßenkriminalität“ zählen verschiedene Delikte, die im öffentlichen Raum auf Straßen, Wegen oder Plätzen - einschließlich öffentlicher Verkehrsmittel - begangen werden, wie etwa Körperverletzung, Straßenraub, Diebstahl, Sachbeschädigung oder auch exhibitionistische Handlungen. Für die Polizei sind die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Bereich daher von besonderer Bedeutung, denn sie beeinflussen in starkem Maße das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.
Mit 7.817 registrierten Straftaten bewegt sich das Fallaufkommen im Jahr 2025 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen auf einem ähnlichen Niveau wie in den vergangenen Jahren (+ 1,3 %). Langfristig zeigt sich jedoch eine deutliche positive Entwicklung: Seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001 (18.874 Fälle) konnten diese Delikte um rund 60 % reduziert werden. Durch Videoschutzanlagen wird nicht nur das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen
und Bürger gestärkt, sondern gleichermaßen auch eine bessere Strafverfolgung ermöglicht. Lag die Aufklärungsquote 2001 noch bei 9,8 %, so konnte diese im Jahr 2025 mit über 22 % einmal mehr ein beachtliches Ergebnis vorweisen. Das Sicherheitsgefühl der Menschen im öffentlichen Raum ist daher für die Polizei ein dauerhafter Orientierungspunkt. Ganz entscheidend ist dabei auch die sichtbare polizeiliche Präsenz auf den Straßen und Plätzen. Diese Präsenzerhöhung sowie ein erhöhter Kontrolldruck und gezielte Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung sind von zentraler Bedeutung.
Ein weiterer, wichtiger Bestandteil der Sicherheitsstrategie ist die seit Februar 2024 laufende Innenstadtoffensive der hessischen Landesregierung, an der auch die Städte Offenbach und Hanau teilnehmen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden in den Innenstädten von Offenbach und Hanau insgesamt 5.423 Personen kontrolliert, 170 Personen vorläufig festgenommen und 54 Haftbefehle vollstreckt. Darüber hinaus konnten 395 Straftaten festgestellt und größtenteils aufgeklärt werden. Durch diese Innenstadtoffensive sowie durch gemeinsame Streifengänge von Stadt- und Landespolizei und gezielte Kontrollmaßnahmen kann auf aktuelle Kriminalitätsphänomene schnell reagiert werden.
Der Anstieg der Straßenkriminalität in der Stadt Offenbach im Jahr 2025 um rund 32 % ist zu einem erheblichen Teil auf eine Serie von Diebstählen an Fahrzeugaußenspiegeln im Oktober 2025 zurückzuführen. Diese Taten werden als Serie betrachtet, und es wird in diese Richtung intensiv ermittelt, da davon ausgegangen wird, dass die Außenspiegel gezielt entwendet und als Ersatzteile weiterverkauft werden. Insgesamt nahm der Straßendiebstahl im Stadtgebiet Offenbach um 306 Fälle (+ 36,5 %) zu. Davon entfielen 158 Taten, und damit mehr als die Hälfte, auf Diebstähle von Außenspiegeln. Allein 102 dieser Fälle wurden im Oktober innerhalb weniger Tage registriert, was maßgeblich zu dem statistischen Anstieg in diesem Deliktsbereich beigetragen hat. Die Polizei reagierte umgehend und leitete umfangreiche Maßnahmen ein. Neben der Einrichtung von Kontrollstellen wurde die polizeiliche Präsenz im Stadtgebiet, auch mit Unterstützung benachbarter Polizeipräsidien, deutlich erhöht. Im Zuge der mehrtägigen Kontrollmaßnahmen kontrollierten Einsatzkräfte über 200 Personen sowie rund 130 Fahrzeuge. Auch wenn im Zusammenhang mit den Spiegel-Diebstählen keine tatverdächtigen Personen festgestellt werden konnten, führten die Maßnahmen zu zahlreichen anderen Feststellungen. Bereits in den Monaten November und Dezember sank das Fallaufkommen in der Stadt Offenbach in diesem Deliktsbereich wieder auf einen niedrigen einstelligen Bereich.
Im Landkreis Offenbach sank die Zahl der registrierten Fälle der Straßenkriminalität um 4,8 % auf 3.244 Straftaten (− 162 Fälle). Die Aufklärungsquote blieb mit 20,9 % nahezu unverändert. Auch in der Stadt Hanau ist ein Rückgang zu verzeichnen. Hier wurden 999 Fälle registriert, was einem Rückgang von 5,3 % entspricht. Zu dieser Entwicklung dürften unter anderem auch die Maßnahmen der Innenstadtoffensive des Landes Hessen, gemeinsame Streifengänge von Stadt- und Landespolizei sowie der Einsatz von Videoschutzanlagen und die Einrichtung einer Waffenverbotszone beigetragen haben.
Im Main-Kinzig-Kreis ging die Straßenkriminalität ebenfalls zurück. Die Zahl der registrierten Fälle sank um 8,0 % auf 1.667 Straftaten (− 144 Fälle). Damit wurde, mit Ausnahme des pandemiebedingten Jahres 2021, der niedrigste Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen erreicht. Zugleich stieg die Aufklärungsquote deutlich um 5,6 Prozentpunkte auf 27,7 %. Damit konnte mehr als jede vierte Straftat in diesem Bereich aufgeklärt werden.
Videoschutzanlagen schrecken Straftäter ab und unterstützen Ermittlungen
Im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen waren im Jahr 2025 insgesamt acht hochmoderne Videoschutzanlagen mit 80 Kameras zur gemeinsamen Nutzung durch Polizei und Gefahrenabwehrbehörden zur Überwachung öffentlicher Straßen und Plätze in Betrieb. Aus den bisherigen polizeilichen Erfahrungswerten geht hervor, dass mit Hilfe der Anlagen potenzielle Täter von der Begehung von Straftaten abgeschreckt werden.
Mögliche Gefahrenlagen oder Straftaten lassen sich mit den Videoschutzanlagen frühzeitig erkennen, sodass Einsatzkräfte schnell reagieren können. Darüber hinaus verbessern Videoschutzanlagen die Beweissicherung und Identifizierung von Tatverdächtigen. So konnte über die Auswertung der Videoschutzanlagen im vergangenen Jahr in 57 Fällen ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt festgestellt oder ein wesentlicher Beitrag zur Tatklärung bzw. Identifizierung eines Tatverdächtigen geleistet werden. In 33 Fällen war eine Identitätsfeststellungen oder vorläufige Festnahmen vor Ort möglich. In fünf weiteren Fällen gelang es, anhand der Aufzeichnungen Tatverdächtige zu ermitteln.

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