Zahlreiche Kunden von 37-Jähriger betrogen?

Blaulicht

Wegen zigfachem Anlagebetrug muss sich seit Donnerstag eine Vermögensberaterin vor der  5. Großen Wirtschaftskammer des Hanauer Landgerichts verantworten. Der 37-Jährigen wird vorgeworfen, vom Mai 2007 bis zum August 2011 in 48 Fällen ihre Kunden bei der Anlage von Geldern getäuscht zu haben. Staatsanwältin Dr. Anja Wagner brauchte über eine Stunde, um die auf zwei Anklagen verteilten einzelnen Fälle vorzutragen.

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Ins Rollen gebracht hatte den Fall ein Hanauer Anwalt, bei dem zahlreiche Kunden der Vermögensberaterin Rat suchten, weil sie weder ihr eingesetztes Geld noch die versprochene Rendite erhalten hatten. Und die sollte ungewöhnlich hoch sein. Bis zu 50 Prozent Gewinn hatte die 37-Jährige, die vor ihrer Haftung zuletzt in Alzenau lebte, den Anlegern aus dem Main-Kinzig-Kreis teilweise versprochen, ohne auf die Möglichkeit des Totalverlustes hingewiesen zu haben.

Möglich werden sollte dieser hohe Gewinn durch Anlagegeschäfte an der Börse. Wie Richter Dietmar Jorda erklärte, gehe aus den Unterlagen hervor, dass die Vermögensberaterin von 2007 bis 2011 in jedem Jahr Verlust gemacht hat. Daher soll sie eine Art Schneeballsystem praktiziert haben: "Frisches" Geld, dass ihr Anleger nach einem entsprechenden Renditeversprechen ausgehändigt hatten, soll sie dazu genutzt haben, um wiederum Gewinne an andere Kunden auszuzahlen, um diese damit zu beruhigen.

Insgesamt wurden ihr nach ersten Berechnungen zirka eine Millionen Euro ausgehändigt, tatsächlich angelegt haben soll sie allerdings nur zirka 740000 Euro. Da bei der Angeklagten, die gelernte Steuerfachangestellte ist, keine genaue Buchführung gefunden wurde, variieren die Angaben über die Summen. Die Übergabe der Geldbeträge, die selten unter 20000 Euro blieben, soll oftmals in Wohnungen oder Restaurants stattgefunden haben. Einige Kunden hatten sich das Geld von Freunden oder Bekannten geliehen, manch einer angeblich sogar einen Kredit aufgenommen oder seine kompletten Ersparnisse zur Verfügung gestellt.

Richter Jorda bot der Angeklagten zu Beginn der Verhandlung eine Freiheitsstrafe von vier bis fünf Jahren an, falls sie ein umfassendes Geständnis ablegen würde. Das machte die 37-Jährige allerdings nur teilweise. "Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, die Leute selbst anzusprechen", hätte sich in ihrem Umfeld rumgesprochen, dass sie an der Börse aktiv sei. Bis 2007 habe sie zunächst nur mit so genannten "Demo-Konten" ihre Fähigkeiten getestet, später dann ihr eigenes Geld angelegt. Vor knapp fünf Jahren seien dann erstmals Bekannte auf sie zugekommen und hätten sie gebeten, auch ihr Geld an der Börse zu vermehren.  Als dann aber ihre Trading-Geschäfte nicht wie erhofft liefen, habe sie irgendwann selbst den Überblick verloren. "Mein Erfolg war nicht nachhaltig, das ist mein Problem gewesen", hat sie nach eigenen Angaben in 2011 dann sogar Verträge, in denen immer noch hohe Renditeversprechen fixiert waren, unterschrieben, ohne diese vorher zu lesen.

Der Prozess dürfte kompliziert werden: Die Angeklagte gab nur einen Teil der Vorwürfe zu, einige bestritt sie komplett. Da es sich hauptsächlich um Bargeschäfte handelte, basieren ein Großteil der Anklagepunkte auf den Angaben der Kunden der Vermögensberaterin. Umfangreiche Zeugenaussagen werden daher in den nächsten Wochen nötig sein, ein Urteil wird Ende April erwartet.


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