Auf der Bahnstrecke Frankfurt – Fulda haben bislang unbekannte Täter am Freitagmorgen zwischen den Bahnhöfe Niedermittlau und Langenselbold einen Metalldraht auf die Oberleitung geworfen. Um 6 Uhr kam es deshalb bei einem Personen- und einem Güterzug zu einem Kurzschluss an den Stromabnehmern.
Die Strecke war stundenlang komplett gesperrt, tausende Pendler warteten in den Morgenstunden vergeblich auf ihre Regionalbahnen.
Beide Züge mussten auf freier Strecke halten, die zirka 50 Reisenden stiegen in einen Ersatzzug, der sie nach Gelnhausen brachte. Im Regionalverkehr waren die Linien RE 50 und RB 50 betroffen. Die Züge aus Frankfurt kommend fuhren nur bis Hanau, aus Richtung Fulda war in Gelnhausen Endstation. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, an den Bahnhöfen standen Mitarbeiter des Konzerns, um die Fahrgäste über die Probleme aufzuklären. Die ICE-Züge wurden über Gießen und Aschaffenburg umgeleitet, wodurch es zu Verspätungen von zirka 30 Minuten kam.
„Wenn etwas auf der Oberleitung liegt, verhakt sich das mit dem Zug und es kommt zu erheblichen Beschädigungen“, erklärt Bahn-Pressesprecher Thomas Bischoff den Schaden, der von zwei Reparaturfahrzeugen mit Hebebühnen behoben werden musste. Zunächst wurde ein in Hanau bereitstehender Trupp auf den Streckenabschnitt beordert, später kam noch Unterstützung aus Frankfurt hinzu. Da die Oberleitungen teilweise abgerissen waren und in Richtung Boden hingen, waren erhebliche Reparaturarbeiten notwendig. Erst fast fünf Stunden später gegen 11.30 Uhr rollten die Züge wieder normal auf der vielbefahrenen Strecke.
Die Bundespolizeiinspektion Frankfurt ermittelt jetzt wegen eines gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung wurden gestern keine tatverdächtigen Personen im Bereich dieses Streckenabschnittes festgestellt. Der Metalldraht wurde von der Bundespolizei sichergestellt und wird nun kriminaltechnisch untersucht. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugenhinweise: Wer an der Bahnstrecke Beobachtungen gemacht hat, die in Verbindung mit den gefährlichen Eingriff stehen könnten, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 069 130145 1103 bei der Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Main zu melden.