Unfallstatistik 2014: Mehr Tote und Schwerverletzte

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"Auf den niedrigsten Stand seit Gründung des Polizeipräsidiums Südosthessen sank die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle, die sich im Jahr 2014 auf den Straßen in der Region ereignet haben", teilte Polizeipräsident Roland Ullmann anlässlich der Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik mit. Die Polizeistatistik für Stadt und Kreis Offenbach und den gesamten Main-Kinzig-Kreis weist gegenüber dem Vorjahr (14.018) mit nunmehr 13.782 Unfällen (-236 oder -1,68%) erneut einen Rückgang aus.

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unfallstatunfallstat110.830 waren Sachschadenunfälle und 2.952 waren Unfälle mit Personenschaden. (Vorjahr: 11.224 Sachschadenunfälle und 2.794 Unfälle mit Personenschaden). "Mit diesem sehr guten Ergebnis registrierten wir seit dem Jahr 2001 nunmehr ein Minus um 20 Prozent", betonte der Behördenleiter und ergänzte: "Seinerzeit zählten wir noch insgesamt 17.358 Verkehrsunfälle." Trotz des anhaltend positiven Trends rückt das Polizeipräsidium Südosthessen auch in diesem Jahr die Bekämpfung der Ursachen von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen in den Fokus, denn es verstarben 29 Menschen bei 28 Unfällen, die sich im Jahr 2014 auf den Straßen in der Region ereignet haben. (Vorjahr: 20 Menschen bei 19 Unfällen). Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen mindestens eine Person schwere Verletzungen erlitt, stieg um 57 (+11,88%) auf 537 Unfälle; die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 80 Beteiligte auf 622.

"Wir verzeichnen bei der Unfallursache "Geschwindigkeit" zwar einen deutlichen Rückgang (-27,74%), dennoch war überhöhtes oder nicht angepasstes Tempo bei 343 Verkehrsunfällen mit Personenschaden ursächlich", führte der Leitende Polizeidirektor Alexander König weiter aus: "In unserem Präsidiumsbereich ereigneten sich im Jahr 2014 sechs Geschwindigkeitsunfälle mit tödlichem Ausgang; sechs Menschen kamen dabei ums Leben. 136 Personen erlitten schwere und 351 leichte Verletzungen." (Vorjahr: 401 Unfälle, bei sieben Unfälle starben acht Menschen, 115 erlitten schwere und 454 leichte Verletzungen). Die größte Gefahr, einen tödlichen Unfall zu erleiden, besteht auf der Landstraße. Hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, bei Unglücken schwer verletzt zu werden, im Stadtverkehr am höchsten; davon betroffen sind insbesondere Fußgänger und Fahrradfahrer. Bei Unfällen wegen Vorfahrtsverstößen, Abbiegefehlern, mangelndem Sicherheitsabstand und Fehlern beim Überholen stehen diese Ursachen oftmals im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Unfallursache Geschwindigkeit - über 40 Prozent der schweren Unfälle ereigneten sich im Berichtsjahr aufgrund dieser Verstöße. Die im Jahr 2014 fortgesetzte Aktion "Brennpunkt Geschwindigkeit" bewerteten Ullmann und König als wichtige und unverzichtbare Maßnahme zur Steigerung der Verkehrssicherheit. "In unsere Verkehrssicherheitsstrategie rücken wir im laufenden Jahr zusätzlich die Kinder und die Kradfahrer in den Fokus", erläuterte Leitender Polizeidirektor König. "Kinder sind zwar nur an zwei Prozent der Unfälle beteiligt gewesen, dennoch ist uns eine leichte Zunahme aufgefallen."

Im Jahr 2014 ereigneten sich 282 Unfälle mit Kindern, 21 mehr als 2013. Dabei wurden 292 Mädchen und Jungen unter 14 Jahren verletzt. Daher werden zum Schutz der jüngsten Verkehrsteilnehmer die Maßnahmen intensiviert. "Ich appelliere hier auch an die Eltern, mit ihren Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr intensiv zu üben", sagte Alexander König und fügte an: "Die Erwachsenen selbst bitte ich, sich ihrer Vorbildfunktion stets bewusst zu sein". "Eine Zunahme stellen wir ferner bei den Motorradunfällen fest", führte der leitende Polizeidirektor König weiter an. So ereigneten sich 238 Unfälle mit Kradfahrern im Jahr 2014 und damit 51 mehr als im Vorjahr: Drei Kradfahrer verloren ihr Leben (Vorjahr: 1) und 77 erlitten schwere Verletzungen (Vorjahr: 45). Die Ursache Geschwindigkeit spielte auch hierbei die Hauptrolle. Über 50 Prozent der schweren Unfälle haben die Kradfahrer selbst verursacht. Ullmann und König appellieren an die Verkehrsteilnehmer, sich stets verantwortungsbewusst, rücksichtsvoll und den Regeln entsprechend im Straßenverkehr zu verhalten. Polizeipräsident Ullmann sagte abschließend: "Erhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit sind die Hauptursachen bei schweren Verkehrsunfällen und derartige Verstöße sind keine Kavaliersdelikte; Raser und Drängler bringen sich und andere Verkehrsteilnehmer in die Gefahr schwerster Verletzungen oder sogar des Todes. Diese Gefahren wollen wir minimieren."

Seinen Dank sprach der Behördenleiten allen Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit aus: "Diese guten Ergebnisse erreichen wir nur in der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Straßenverkehrsbehörden und den Straßenbaulastträgern der Kreise und Kommunen wie auch mit den Unfallkommissionen der Landkreise und der Autobahnkommission. Mein besonderer Dank gilt des Weiteren den Lehrern der Grundschulen und Verkehrswachten."


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