Stasi-Opfer berichtet LOG-Schülern vom Leben in der Diktatur

Bruchköbel

Zu einem Zeitzeugen-Vortrag der besonderen Art waren am vergangenen Dienstag die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Geschichte und Politik und Wirtschaft (POWI) des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums in Bruchköbel zusammengekommen.

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zeitzeugelogThomas Raufeisen, 1962 in Hannover geboren, geriet Anfang der 80er-Jahre in die Fänge der Stasi und saß darauf hin mehrere Jahre in der Strafvollzugsanstalt Bautzen II ein. Wie es zu seiner abenteuerlichen, an Spionage-Filme erinnernden Biografie kam, schilderte er nun vor dem jungen Publikum, indem er Passagen seiner im Herder-Verlag erschienenen Autobiografie vorlas.

zeitzeugelog1Im Jahre 1979 brach die Familie überstürzt aus Hannover in die DDR auf. Dem damals 16-Jährigen und seinem älteren Bruder wurde der Grund dieser ‚Flucht‘ erst später mitgeteilt: 22 Jahre lang war der Vater als Stasi-Spion in der BRD eingesetzt. Aus ihrem gewohnten Leben gerissen, können sich die Brüder in ihrer neuen Umgebung nicht zurechtfinden. Dem DDR-System und der Zwangseinbürgerung widersetzen sie sich. Nur langsam und widerstrebend beginnt sich Thomas Raufeisen anzupassen und beginnt eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Doch auch für den Vater ist seine alte Heimat längst zum Gefängnis geworden. Mehrere Fluchtversuche in den Westen scheitern, und so werden beide von der Stasi verurteilt und kommen in das berüchtigte Stasi-Gefängnis Bautzen.

Erst die Wende ermöglichte es Thomas Raufeisen, seine Biografie nach seinen eigenen Vorstellungen fortzusetzen. Er erwirbt das Abitur und studiert Vermessungswesen. Seit 2010 arbeitet er als Referent für politische Bildung.

Der mit zahlreichen Bildern veranschaulichte Vortrag Raufeisens wurde immer wieder von interessierten Nachfragen der Schülerinnen und Schüler unterbrochen, die, alle bereits nach 1989 geboren, viel von dem, was sie an diesem Tag zu hören bekamen, kaum glauben konnten. Entsprechend begeistert war denn auch insgesamt die Resonanz bei der versammelten Schülerschaft.

Auch Manfred Marquardt, POWI-Lehrer am LOG und Initiator der Veranstaltung, zog eine positive Bilanz: Ziel sei es gewesen, den Schülerinnen und Schülern, die die DDR nur noch aus Büchern und Erzählungen kennen, ein anschauliches Bild vom deutsch-deutschen Verhältnis und dem Leben im DDR-System zu vermitteln.

 


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