Unglückliche Liebe mal drei

Bruchköbel

Die Kurse der Jahrgangsstufe 12 im Fach Darstellendes Spiel am Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel führten vergangenen Mittwoch in der Aula der benachbarten Heinrich-Böll-Schule drei Stücke auf, die während des Schuljahres einstudiert worden waren.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

theater logtheater log1Den Auftakt bildete der DS-Kurs unter der Leitung von Julia Jilg, der sich Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ vorgenommen hatte. Die erste Überraschung für das zahlreich erschienene Publikum: Die Zuschauer hatten auf der Bühne Platz zu nehmen, während die Akteure im leergeräumten Zuschauerraum agierten. Die Geschichte von der unglücklichen, weil nicht standesgemäßen Liebe des Adelssprösslings Ferdinand zur Bürgerstochter Luise wurde szenisch dergestalt umgesetzt, dass auf der Zuschauerempore einzelne Gruppen regungslos verharrten und nur dann plötzlich zum Leben erwachten, wenn sie in einer entsprechenden Szene gefordert waren. Dann allerdings entwickelten die Darsteller eine ausgeprägte Dynamik, wie die heftigen Auseinandersetzungen Ferdinands mit seinem Vater, der ihn mit Lady Milford verheiraten will, eindrucksvoll zeigten.

theater log2Um alle Kursteilnehmer spielen zu lassen, kam es zu Mehrfachbesetzungen, die auf überraschende Weise in das Inszenierungskonzept integriert waren.

Mehrfachbesetzungen wurden nach der Pause dann zum entscheidenden Prinzip der Inszenierung von Georg Büchners „Woyzeck“ des DS-Kurses unter der Leitung von Angelika Löfflat. Das Stück erntete Tags zuvor bereits großen Applaus auf den Hanauer Schultheatertagen, entsprechend routiniert gingen die Akteure ans Werk. Zuschauer und Schauspieler befanden sich wieder auf den gewohnten Plätzen, als der mittellose, der sozialen Unterschicht angehörende Franz Woyzeck so lange von seinen vervielfachten Vorgesetzten (Hauptmann und Doktor) drangsaliert und gedemütigt wurde, bis er seine Lebensgefährtin Marie, die ihn mit einem Tambourmajor betrogen hatte, ermordet. Büchners radikale, sozialkritische Aussage wurde so in der Inszenierung deutlich hervorgehoben.

Den Abschluss des Theaterabends bildete die wohl bekannteste Liebesgeschichte überhaupt: Der DS-Kurs unter der Leitung von Sophie Söll inszenierte Shakespeares „Romeo und Julia“. Das bekannte Stück erfuhr für den Zuschauer eine interessante perspektivische Erweiterung, indem die einzelnen Szenen mit den entsprechenden Gegenstücken aus Leonard Bernsteins berühmtem Musical „West Side Story“ kontrastiert wurden. Die Zuschauer erhielten so Original und moderne Rezeption in einem. Besonders die Doppelung der Sterbeszenen führte hier zu einer atmosphärischen Verdichtung, die auch aufgrund der herausragenden schauspielerischen Leistung Beklemmung verursachte.

Alle drei Inszenierungen beeindruckten durch ihre Professionalität und das ernsthafte Engagement der beteiligten Schülerinnen und Schüler. Das Publikum dankte es ihnen mit lang anhaltendem Applaus.

 


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