Das esse ich für mein Leben gern. Ich muss zugeben, die Portionen sind heute deutlich kleiner, aber nichtsdestotrotz sehr lecker. Besonders aufgewärmt kommt das Gericht in die Nähe himmlischer Genüsse. Dabei wird natürlich alles handgemacht. Gut, das Fleisch kaufe ich beim Metzger. Werbung hin oder her, mein Favorit ist der Hofladen Denk in Somborn. Sehr gute Qualität zu fairem Preis. Das Kilo kostet, je nachdem, zwischen 17 und 20 Euro. So soll es sein.

Ich bereite das ganze Gericht nach meiner Mutter zu. Dank Internet kann man sich mit Rezepten totwerfen. Allerdings hat die Sache einen Haken, man muss Rezepte lesen können. Unter dem Motto: Man nehme… Das Rotkraut hole ich, wenn möglich, auf dem Markt. Gute Ware aus der Region soll es sein. Große Wege braucht es nicht. Die Brötchen hole ich bei meinem Bäcker. Altbacken sollen sie sein, das heißt ein paar Tage sollen sie alt sein. Nicht frisch und nicht zu hart. Da lassen sie sich am besten in Würfel schneiden. 17 Schnitte sind das pro Brötchen, wenn man das Brötchen einmal mittig in zwei Hälften schneidet und dann jede Hälfte einmal waagrecht und einmal senkrecht viermal durchschneidet. Wer es noch kleiner will, schneidet fünfmal durch, also insgesamt 21 Schnitte pro Brötchen. Das sind bei zehn Brötchen zwischen 170 bis 210 Schnitte.

Das Brötchen hat ja viele Namen. Ich spreche gerne vom Weck. Sie kennen die Geschichte vom Weck? Kommt ein Mann zum Bäcker, um Weck zu kaufen, das Regal ist aber leer. So fragt er die Verkäuferin: „Sind die Weck weg?“ Darauf antwortet die Verkäuferin: „Ja, die sind alle All!“ Der Mann: „Ei, wer war dann do do!“ Weiter mit der Zubereitung.

Zutaten (für vier Personen). 10 altbackene Brötchen, 250 ml Milch, 2 Eier, 1 mittelgroße Zwiebel, 1/2 Bund frisch gehackte Petersilie, Salz, Pfeffer, Muskat, 50 g Butter und 100 g Mehl. Die Zubereitung: Die Brötchen in feine Würfel schneiden und in eine ausreichen große Schüssel geben. Die Milch erhitzen und heiß, aber nicht kochend gleichmäßig über die Brötchenwürfel (Semmeln) gießen. Mit einem Küchenhandtuch abdecken und etwa 30 Minuten ziehen lassen. Zwiebeln sehr fein würfeln. Petersilie feinhacken. In einer Pfanne Butter auslassen. Zwiebelwürfel und Petersilie (etwa die Hälfte – etwas später zugeben) darin andünsten und zu den Brötchenwürfeln geben und untermischen. Die Eier zufügen und das Ganze mit etwas Salz, Pfeffer und Muskat nach Geschmack würzen. Alles durchmantschen, sprich kneten. Sollte der Teig zu klebrig sein, etwas Mehl zufügen (hängt von der Größe vom Ei ab). Die Masse nochmals etwa 20 Minuten (ohne Küchenhandtuch) anziehen lassen.

Weiter geht’s mit Serviettenknödeln: Mit angefeuchteten Händen den Teig zu einer Form (Kastenbrot) formen und in dem restlichen Mehl schwenken und nachformen. In einem ausreichend großen Topf (auch Bräter) mit Sieb unter Wasserdampf (auf das Sieb unter Umständen Alufolie legen) Butter zum Schmelzen bringen und den Serviettenknödel darauf etwa eine halbe Stunde bei mittlerer Hitze (der Herd ist gefragt) zubereiten. Hier gilt das gleiche wie bei den Knödeln: Außen fest und innen weich. Den Serviettenknödel herausnehmen und in Scheiben schneiden. Die restliche Petersilie darüber streuen und servieren.

Gutes Gelingen und guten Appetit! Dazu passt besonders gut, wenn es denn doch ohne Fleisch sein soll: Pilzrahmsoße. Ei Gude, wie!

Zum Autor

Er sei ein waschechter Neuenhaßlauer, sagt er von sich selbst. Helmut Müller (70) ist in Neuenhaßlau als 4. von 7 Kindern geboren und ein typisches Nachkriegskind dazu. Seine Mutter Hessin und evangelisch, sein Vater Sudetendeutscher und katholisch, aber kein Flüchtling, sondern Kriegsgefangener, der nicht in seine angestammte Heimat zurückkonnte. Er wächst in einem 4 Generationen Haus mit den Eltern, sechs Geschwistern, Oma und Opa sowie Onkel und der Ur-Großmutter auf. Der Spielplatz war die Straße. In der Volksschule, die er mit dem Hauptschulabschluss beendete, war deutsch seine erste Fremdsprache die er lernen musste. In späteren Jahren hat er seine mittlere Reife und das Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung nachgeholt und das Ganze als Diplom Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen. Er war in etlichen Vereinen aktiv. Man könnte ihn getrost als „Vereinsmeier“ bezeichnen. Er hat dabei fast alle Positionen, die ein Vorstand hat, begleitet. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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