Schopfhirsche – eine neue Art für den Zoo

Foto: Zoo Frankfurt

Frankfurt
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Im Frankfurter Zoo ist eine neue Art eingezogen – vertreten allerdings vorerst nur durch ein Exemplar: Schopfhirsch-Weibchen SAMANTHA.

Alleine wird sie aber nicht sein. Sie teilt sich die Anlage mit einem Chinesischen Muntjak und zwei Mandschurenkranichen.

Die siebenjährige SAMANTHA kam aus dem Zoo von Magdeburg nach Frankfurt und verbrachte die ersten Wochen in der Quarantänestation. Nach der Eingewöhnung auf einem separaten Teil des Geheges wird sie sich die Anlage, auf der auch zwei Mandschurenkraniche leben, mit dem 15 Jahre alten Chinesischen Muntjak-Bock RUUD teilen. Langfristig soll das Weibchen aber einen Schopfhirschbock zur Seite bekommen und für Nachwuchs sorgen.

Die in Ostasien, insbesondere China, beheimateten Schopfhirsche (Elaphodus cephalophus) werden zoologisch ebenfalls zu den Muntjakhirschen gezählt. Im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten, den Chinesischen Muntjaks – ebenfalls eine Zwerghirschart – gelten sie in Europa nicht als invasive Art. „Diese invasiven, also gebietsfremden, Arten können große Schäden in ihren neuen Lebensräumen anrichten, in die sie meist – durch Zufall oder Absicht – vom Menschen eingeführt wurden. Nichtheimische Arten, die in der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 gelistet sind, dürfen daher nicht oder nur eingeschränkt gehalten werden. Das gilt auch für Zoos. Vor diesem Hintergrund muss die Haltung Chinesischer Muntjaks im Zoo Frankfurt leider auslaufen. Die mit 110 bis 160 cm Kopf-Rumpf-Länge etwas größeren Schopfhirsche sollen die wenig bekannten und zoologisch hochinteressanten asiatischen Hirsche aber weiterhin bei uns im Zoo vertreten“, erklärt Dr. Stefan Stadler, Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung.

In ihrer Heimat geraten die Schopfhirschbestände unter anderem durch Bejagung zunehmend unter Druck. Zum einen wird ihr Fleisch auf lokalen Märkten angeboten, zum anderen werden Fell und andere Teile in der nationalen und internationalen Mode- und Schmuckindustrie verarbeitet. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutz­union IUCN werden die Pflanzenfresser als potenziell bedroht (Near Threatened NT) geführt (2014).


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