Seltener Gelbrückenducker-Nachwuchs im Zoo Frankfurt

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Nach 54 Jahren gab es im Frankfurter Zoo wieder eine erfolgreiche Nachzucht bei den Gelbrückenduckern. Ende März kam ein gesundes Jungtier zur Welt. In der Zucht und Haltung der nur selten in Zoos gezeigten Art spielt der Zoo Frankfurt aber nicht nur deshalb eine wichtige Rolle: Seit 2022 wird auch das europäische Zuchtprogramm in Frankfurt koordiniert.



Darauf hat das Team des Zoos lange und mit viel Daumendrücken gewartet: Am 29. März brachte das achtjährige Gelbrückenducker-Weibchen DOLLY ihren Nachwuchs zur Welt. Vater des Jungtiers ist der neunjährige Bulle WALTER. Für die beiden Ducker, die aus Amerikanischen Zoos nach Frankfurt kamen, ist es die erste erfolgreiche Nachzucht.

Im November 2022 wurde das EEP (EAZA Ex situ Programme) für die Gelbrückenducker eingeführt. Seither wird es im Frankfurter Zoo koordiniert. Aktuell gibt es in europäischen Zoos nur vier Zuchtpaare dieser Art. Durch das aktive Management sollen die Forschung im Bereich Haltung und Zucht vorangetrieben und langfristig eine stabile Population aufgebaut werden. Mit den gesammelten Erfahrungen können außerdem Ex-situ-Zuchtbemühungen in den Herkunftsländern des Gelbrückenduckers unterstützt werden.

„Ich freue mich sehr über den außergewöhnlichen Nachwuchs und auch darüber, dass das europäische Zuchtprogramm für den Gelbrückenducker im Zoo Frankfurt koordiniert wird. Hier wird somit der Aufbau der Zoo-Population dieser potenziell gefährdeten Tierart gelenkt. Die Entscheidung des europäischen Zooverbands, die Verantwortung für das Zuchtprogramm an unsere Kuratorin Dr. Sabrina Linn zu übertragen, macht deutlich, welches Vertrauen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Frankfurter Zoos in der Fachwelt entgegengebracht wird“, sagt Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft.

„Gerade die Forschung rund um den Ducker ist von besonderer Bedeutung, denn über die Tiere ist nur wenig bekannt. Gelbrückenducker haben zwar eine lange Tradition in Europäischen Zoos, vor allem in Frankfurt, besonders erfolgreich waren Haltung und Zuchtbemühungen allerdings leider bisher nicht. Es ist daher noch nicht gelungen, eine stabile Population aufzubauen. Die Gründe hierfür sind nicht ganz klar. Ein Hauptziel des EEPs ist es daher, Forschung in diesen Bereichen zu betreiben und Erfahrungen zu sammeln, um diesen Zustand zu ändern“, sagt Zoodirektorin Dr. Christina Geiger.

„Wichtig für die Forschung ist auch ein ständiger Austausch zwischen den wenigen Zoos, die Gelbrückenducker halten, sowie ein motiviertes und engagiertes Team von Tierpflegerinnen und Tierpflegern vor Ort. Im Sinne der Arterhaltung ist es sehr erfreulich, dass wir jetzt die ersten „Früchte“ unserer Arbeit gemeinsam ernten können“, erklärt Zoo-Kuratorin und EEP-Koordinatorin Dr. Sabrina Linn. „Nach über 20 Jahren ohne nennenswerte Gelbrückenducker-Nachzuchten in Europa ist dies nun bereits die dritte innerhalb gut eines Jahres, angefangen mit dem weiblichen Jungtier MTOTO, das letztes Jahr im März im Tiergarten Nürnberg geboren wurde und mittlerweile auch im Zoo Frankfurt lebt, und den beiden Jungtieren, die dieses Jahr im März im Zoo von Beauval in Frankreich und bei uns geboren wurden.“

Gelbrückenducker (Cephalophus silvicultor) kommen ursprünglich in West- und Zentralafrika vor und leben primär in den feuchten Wäldern des Tieflands. Die scheuen Ducker gelten laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet“. Durch die menschengemachte Verkleinerung des Lebensraums und unregulierte Bejagung gehen die Bestände immer weiter zurück. Das im Zoo erarbeitete Wissen über die Ducker soll im Freiland beim Schutz der Art helfen. Und das ist dringend notwendig, denn die Verwandten der Gelbrückenducker, wie Abbott- und Jentink-Ducker, sind schon längst nicht mehr nur potenziell gefährdet, sondern bereits akut bedroht.

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