Spannende Projektwoche: „Was denkbar ist“

Freigericht
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Der Applaus der Zuschauer sprach für sich: so ergreifend, so einfallsreich, so nachdenklich!

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Eine Woche lang arbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase (Q1) der Kopernikusschule Freigericht mit ihren Lehrerinnen und Lehrern am fächerverbindenden Thema der diesjährigen Projektwoche: „denkbar“. Der Titel war zugleich Programm: Durchführung und Präsentation waren vom Gedenktag der Deutschen bestimmt, dem erinnerungskulturell so bedeutsamen 9. November.

Die Projektwoche ist Pflichtbestandteil der gymnasialen Oberstufe. Sie ermöglicht jenseits des Regelunterrichts die wissenschaftspropädeutische Beschäftigung mit alternativen Methoden zu einem Oberthema, was aus der Perspektive der unterschiedlichsten Fächer miteinander vernetzt wird. Die Arbeit in den Projekten drehte sich um ein Thema, das zum einen den Blick in die Vergangenheit richtet – denkbar als Andenken, Gedenken, Erinnern. Andererseits öffnet sich der Blick auf die Gegenwart und die Zukunft gleichermaßen: denkbar als Prüfen von Möglichkeiten, als Entwickeln neuer Ideen und als Gewinnen von Raum für Utopien und Sehnsüchte. Nach einer Woche Recherche, Theorie, Diskussion, Experiment und Exkurs, nach physikalischen Studien und Theaterproben war es dann am Freitag so weit: In einer Präsentation vor dem gesamten Jahrgang und den Projektleitern konnten sich alle auf eine begeisternde Darbietung aller Projektergebnisse freuen.

In dem Projekt „Genocide today“ wurde den Fragen nachgegangen, inwiefern sich Genozide in der Gegenwart und in der jüngsten Vergangenheit ereignet haben. Es wurde nach Ursachen für Völkermord gesucht und in einem UN-Sicherheitsrat-Planspiel die Herausforderungen der diplomatischen Zusammenarbeit erkundet. Im Projekt „Ich denk' mir die Welt, wie sie mir gefällt – Eine philosophisch-geräuschvolle Reise nach Utopia“ ging es vor dem Hintergrund von Gerechtigkeitstheorien um Vorstellungen einer besseren Welt. Diese wurden in einem professionellen Hörspiel versinnbildlicht. Das Projekt „Stumme Filme als beredte Zeugen der Zeit?“ beschäftigte sich mit mentalitätshistorischer Filmkritik, wobei Filmbeispiele aus Expressionismus und Neuer Sachlichkeit zu den historischen Rahmenfaktoren kontextualisiert wurden. Im Projekt „Mathe meets Musik“ wurde der Frage nach Überschneidungen dieser auf den ersten Blick unvergleichlichen Bereiche nachgegangen. Die Jugendliche entdeckten die Geometrie der Kompositionen von Bach und Schönberg und konnten beispielsweise darstellen, wie man mit der pythagoreiischen Formel ein Tasteninstrument stimmen kann. „Imagine“ – ein Projekt von „Visionen von der Zukunft“ stellte John Lennons Vision von einer friedlichen Welt in den Mittelpunkt, die sich unter praktischer Anleitung in ein Schattentheater verwandelte. Im Projekt „Frieden in Nahost – (Un-) denkbar?“ ist man Genese und Historie des Nahost-Konflikts und im Projekt „Außerirdisches Leben – denkbar?“ der uralten Menschheitsfrage, ob wir Menschen einzigartig im Universum sind oder ob es noch andere Lebewesen im All gibt, nachgegangen. Am Schluss der Präsentations-Show stand die Aufführung eines von Schülerinnen und Schülern selbst verfassten Theaterstücks: Zum ersten Mal in der Theatergeschichte traten dramatische Figuren Bertolt Brechts aus unterschiedlichen Stücken gemeinsam auf. Dies wurde im Projekt „Der große Bertolt Brecht?! – Ein Denkmal für einen großen Dichter? Literarische Figuren kommen zu Wort“ erarbeitet.

Eine Besonderheit unterschied diese Projektwoche von allen vorhergehenden: Das war der Kontext des 9. November, der eine verantwortungsvolle Besinnung auf die Daten deutscher Vergangenheit verlangt. Geschichtslehrer Frank Zehner vergegenwärtigte unter dem Symbol der Blauen Blume Aufbruchssituationen der revolutionären Ideen von 1918 und 1989. Es sind die Daten hoffnungsvollen demokratischen Aufbruchs im Zeichen des denkbar Machbaren. Der 9. November ist aber auch die Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938, in der das Undenkbare, das Unmenschliche geschah. Günter Krause, der mit Kerstin Mathie und Frank Zehner zusammen die Projektwoche organisiert und durchgeführt hatte, erinnerte daran, dass die utopischen – denkbaren – Ideen vom universalen Frieden und vom humanen Miteinander auch verlangen, dass man sich zu ihnen aktiv bekennt und sie im Rahmen unserer demokratischen Verantwortung in einer überzeugenden argumentativen Weise gegen die Feinde der Demokratie durchzusetzen gewillt sein müsse.

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