Kopernikusschule Freigericht: Schulträger soll "WC-Papier-Posse" beenden

Freigericht
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Mit Unverständnis reagiert die FDP-Fraktion im Kreistag des Main-Kinzig-Kreis auf die Mitteilung der Schulleitung der Kopernikusschule in Freigericht, gemäß der Schülerinnen und Schüler in Zukunft ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen sollen. Wie berichtet (hier lesen), reagiert die Schulleitung der Kopernikusschule damit auf wiederholte Verschmutzungen und Unbrauchbarmachungen sowie Versuche der Brandstiftung mit Toilettenpapier auf den Toiletten.

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„Natürlich ist dieser Vandalismus auf den Schultoiletten ein Unding“, erklärt Anke Pfeil, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion: „Eine ganze Schulgemeinschaft von 2.500 Schülerinnen und Schülern dafür büßen zu lassen, ist es allerdings auch und steht in keinem Verhältnis zu der zu vermutenden Anzahl an Beteiligten.“ Wenn die Wertschätzung der Schule gegenüber ihren Schülerinnen und Schülern nicht weit genug geht, um bei der Klärung dieser sehr ernst zu nehmenden Angelegenheit differenziert und gerecht zu agieren, muss man von einem grundsätzlichen Problem ausgehen.

Die FDP-Fraktion fordert den Schuldezernenten des Main-Kinzig-Kreises Winfried Ottmann daher zum sofortigen Eingreifen auf. Die Zurverfügungstellung von Toilettenpapier dient der Sicherung elementarster Bedürfnisse. „Der Entzug als Kollektivbestrafung ist eine Zumutung und entbehrt jeder Grundlage“, so Pfeil.

„Mehr als verwundert sind wir darüber, dass Herr Ottmann als zuständiger Schuldezernent mit seiner Untätigkeit die Situation so weit hat eskalieren lassen. Herr Ottmann hat seine Verantwortung schlicht nicht wahrgenommen und sollte nun umgehend das staatliche Schulamt an seine Pflichten erinnern, da organisatorische Maßnahmen, die das Image einer Schule positiv oder negativ beeinflussen, unbedingt mit dem Schulträger abgestimmt werden müssen“, macht das Kolja Saß, der selbst die Kopernikusschule viele Jahre besuchte und die FDP im Kreistag vertritt, deutlich.

Pfeil, von Beruf Juristin, hält es außerdem für dringend geboten, die Aufklärungsbemühungen zu intensivieren. „Das Zündeln auf dem Schul-WC ist kein harmloser Streich. Brandstiftung ist schließlich ein Verbrechen. Das sollte von professioneller Seite verdeutlicht werden.“

Im Hinblick auf einen offenbar bekanntgewordenen Wettbewerb über eine soziale Plattform im Internet, der zu systematischen Aktionen der vorliegenden Art verleiten solle, reiche es angesichts der Gefährlichkeit nicht aus, sich an die Eltern zu wenden und im Übrigen den Schülerinnen und Schülern das Toilettenpapier wegzunehmen. Dies löst die Problematik in keiner Weise, sondern provoziert lediglich neue.