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45 Schülerinnen und Schüler stehen in einem kleinen, eingezäunten Areal, bekleidet mit Regenjacken und Arbeitshandschuhen, Heckenscheren oder Heugabeln in den Händen. Unter Anleitung der Försterin und Waldpädagogin Lucia Koski befreien sie junge Baumtriebe von den sie überwuchernden Himbeeren und Brombeeren. „Die jungen Bäume brauchen Licht, um wachsen zu können“, erklärt Lucia Koski, und nach zweieinhalb Stunden anstrengender Arbeit ist ein großer Haufen Schnitt zusammengetragen und auf der Fläche sind wieder viele freistehende Jungbäume zu sehen. Die Stimmung ist gut, die Schülerinnen und Schüler sind stolz auf ihr Werk. Sie alle sind Teilnehmer an einem Schülertreffen in dem von der Europäischen Union geförderten Erasmus-Projekt „Researching and saving ecosystems in Europe“, das in der Woche vom 19. bis 25. Mai an der Kopernikusschule Freigericht stattgefunden hat. An dem Projekt unter Leitung von Studiendirektor Olaf Sailer waren neben Schülerinnen und Schülern der Kopernikusschule auch Lernende der Partnerschulen aus Gulpen (Niederlande), Bordeaux (Frankreich), Feldkirch (Österreich) und Merksem (Belgien) beteiligt. Es war bereits das dritte Schülertreffen in diesem Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, verschiedene Ökosysteme in den teilnehmenden Ländern zu untersuchen und einen aktiven Beitrag zu deren Erhalt zu leisten.

Bereits am Pfingstsonntag reisten die Gäste nach Freigericht an und wurden von Gastfamilien in Empfang genommen. Bei Erasmus-Projekten geht es schließlich neben dem eigentlichen Projektthema immer auch um den interkulturellen Austausch und das Erleben des Alltags im jeweiligen Gastland. Auf dem Programm stand die Untersuchung des nahegelegenen Hasselbaches. In vier verschiedenen Arbeitsgruppen, die von Kolleginnen und Kollegen der Kopernikusschule geleitet wurden, wurde der Bach hinsichtlich des Gewässerumfelds und der Gewässerstruktur, anhand verschiedener physikalischer und chemischer Parameter und mithilfe des so genannten Saprobienindexes, dem Vorkommen wirbelloser Tiere, nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie untersucht. Wasserscheu durfte dabei niemand sein, denn die Tiere mussten von Steinunterseiten abgelesen oder mit dem Kescher aus dem Bodensediment oder der Vegetation gefischt werden. Die vielen Egel, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven, Flohkrebse, Muscheln und Schnecken wurden dann im Labor bestimmt und ihre Zeigerwerte ermittelt. Die Gruppe für die physikalisch-chemische Untersuchung nahm Wasserproben, die dann auf Sauerstoffgehalt, Leitfähigkeit, Nitrat- und Phosphatgehalt und Vieles mehr untersucht wurden. Die Gruppe Gewässerumfeld und Gewässerstruktur untersuchte unter anderem die Ufernutzung, das Strömungsbild und die Tiefenvarianz und belegte ihre Einordnung in die Gütestufen mit aussagekräftigen Fotos. Die letzte Gruppe führte eine Vermessung des Baches durch, erstellte einen Gewässerquerschnitt und bestimmte die Ufervegetation. Nachdem alle Gruppen ihre Ergebnisse präsentiert hatten, stand fest: Der Hasselbach in der Gemarkung Schwalbengrund hat die Qualitätsstufe 2 (gut) in einem fünfstufigen Bewertungssystem erreicht. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen nun auch dem Citizen Science Projekt des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zur Verfügung gestellt werden.

In den weiteren Projekttagen stand dann das Thema Wald im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich im Frankfurter Stadtwaldhaus in Workshops einwählen, die von Lehrkräften der Schule, vom Revierförster und einer Waldpädagogin des Stadtwaldhauses angeboten wurden. Am Nachmittag rundete eine Stadtführung in Frankfurt, die von Schülerinnen und Schülern der Kopernikusschule vorbereitet wurde, das Tagesprogramm ab.

Für die nächsten Tage war die Projektgruppe dann im Ersten Hessischen Jugendwaldheim Hasselroth zu Gast, das unter dem Leitgedanken „Wald erleben – Natur verstehen“ schon seit vielen Jahren Projekttage mit Schülerinnen und Schülern der Kopernikusschule durchgeführt hat. Neu war diesmal allerdings, dass Schülerinnen und Schülern aus fünf verschiedenen Ländern zusammenkamen und alle Workshops in englischer Sprache durchgeführt wurden. Aus diesem Grund ließ es sich Lutz Hofheinz von HessenForst, der Leiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang, nicht nehmen, die Schülerinnen und Schüler persönlich zu begrüßen.

In seiner Schlussansprache vor der Verleihung der Zertifikate für die Teilnehmer verglich Studiendirektor Olaf Sailer die Europäische Union mit einem Waldökosystem. Ein vielfältiger Mischwald kann viele Herausforderungen meistern und überdauern, weil sich die vielen verschiedenen Arten gegenseitig schützen und halten. Eine Monokultur ohne verschiedene Arten tut sich dagegen schwer bei Stürmen, Trockenheit oder Schädlingen. Auch die Europäische Union steht vielen solchen Herausforderungen gegenüber. Nur in der bunten Vielfalt und in der Zusammenarbeit aller, wenn jeder seine Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringt, gelingt es, diese Herausforderungen zu meistern. Erasmus-Projekte wie dieses, sind eine tolle Möglichkeit, genau diese Erfahrungen zu machen.

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