Nach dem Fußball-Drittligist SV Wehen Wiesbaden in den vergangenen Wochen zunehmend mehr Probleme mit eigenen Fangruppen hat, nimmt der Verein jetzt Stellung zu den Vorkommnissen.
VORSPRUNG veröffentlicht die Stellungnahme des SV Wehen Wiesbaden im Wortlaut.
"In den zurückliegenden Jahren der Zugehörigkeit zur 3. Liga hat ein vertrauensvolles Miteinander zwischen den Fangruppierungen „Supremus Dilectio“ und „Allianz“ und dem SVWW, insbesondere mit den Fanbeauftragten und Koordinatoren, stattgefunden. Dies rechtfertigte für den Verein auch eine Lockerung in der Auslegung der Stadionordnung und der Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen, zum Beispiel bei Eingangs- und Zugangskontrollen, Genehmigung angemeldeter zusätzlicher Banner und Spruchbänder (auch innerhalb der Stehblöcke), Reduzierung von Ordnungskräften innerhalb der Stehblöcke.
In dieser Saison 2011/12 und insbesondere in den letzten Wochen stellten wir jedoch eine zunehmende Häufung von Verstößen gegen die Stadionordnung und insbesondere von versuchten und tatsächlich vollendeten Straftaten seitens der o.g. Gruppierungen fest. Trotz diverser Gespräche hielten die Straftaten an und es wurde im Laufe der letzten Wochen auch eine zunehmende Gewaltbereitschaft festgestellt. Im Mittelpunkt der Gespräche stand immer wieder das Abbrennen von Pyrotechnik, was aufgrund der enormen Gefahr von Gesundheitsschädigungen der Zuschauer in allen deutschen Stadion verboten ist.
Exemplarisch seien folgende Ereignisse in diesem Zusammenhang aufgeführt:
Ø Tätlicher Angriff auf einen Ordner beim Heimspiel gegen Osnabrück am 06.08.2011. Nach einer Entschuldigung der beiden Täter wurde von der Stellung einer Strafanzeige vom Ordner verzichtet.
Ø Tätlicher Angriff auf einen im Block befindlichen Volunteer des SVWW beim Heimspiel gegen Offenbacher Kickers am 21.10.2011. Der Volunteer brach sich hierbei das Bein. Die Polizei ermittelte einen Beschuldigten und eröffnete wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein Ermittlungsverfahren.
Ø Beim Heimspiel gegen VfR Aalen am 28.01.2012 versuchten nach dem Spiel Mitglieder der o.g. Gruppierungen außerhalb des Stadions unter Umgehung von Polizeiabsperrungen auf abreisende Gästefans zu treffen. Nur durch starke Polizeikräfte konnte ein Aufeinandertreffen beider Gruppen verhindert werde und damit eine Schlägerei vermieden werden.
Ø Beim Auswärtsspiel am 04.02.2012 bei Darmstadt 98 kam es in unserem Block zum Abbrennen von Pyrotechnik. Nach Ermittlung der Täter wurden vom Heimverein Darmstadt 98 entsprechende bundesweite Stadionverbote erteilt.
Ø Nach dem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg am 25.02.2012 kam es am Zaun zum Spielfeld im Stadion zu einem tätlichen Angriff und verbalen Beleidigungen gegen einen unserer Spieler.
Eine weitere Auflistung von Sachbeschädigungen bei Heim- oder Auswärtsspielen, Einschmuggeln von unerlaubten Plakaten und Bannern, etc. sparen wir uns.
Ergänzend ist hier zu nennen, dass wenn die o.g. Gruppierungen zum Besuch eines Auswärtsspiels unserer Mannschaft fährt, die Polizei regelmäßig Einsatzkräfte in größerer Zahl abstellt, um entsprechende Sicherheit gewährleisten zu können.
Nach dem die o.g. Gruppierungen massive Vorwürfe gegen unsere Fan-Beauftragte Maren Schneider und unserem Fan-Koordinator Volker Kaczmarek beim Verein erhoben haben, dass beide beim o.g. Vorfall in Darmstadt die Täter im Block ermittelt haben und der Polizei übergeben haben, und wir konkrete Hinweise hatten, dass beim Heimspiel gegen Heidenheim ein Abbrennen von Pyrotechnik von den o.g. Gruppierungen durchgeführt wird, haben wir vorsorglich Maßnahmen für das Spiel gegen Heidenheim in die Wege geleitet. Die Anzahl der Ordnungs- und Sicherheitsleute wurde erhöht. Es fanden vorbereitende Gespräche aller aus Vereinssicht zur Wahrung der Sicherheit notwendigen Beteiligten in der Vorwoche statt. Über eine Woche vor dem Spiel wurden alle Fanclubvorsitzenden nochmals schriftlich über die geltenden Regelungen zwischen Fans und dem Verein informiert bzw. erinnert.
Über die konkreten Ereignisse beim Heimspiel gegen Heidenheim, die sich daraus ergebende Eskalation wird der Verein erst nach Einsicht der Akten und unter Rücksichtnahme auf die Ergebnisse der eingesetzten Kommission und unter Rücksichtnahme auf die laufenden Verfahren eine Stellungnahme abgeben.
Vorab ist jedoch grundsätzlich festzustellen, dass der Verein zur Erhalt der Sicherheit im Stadion und zur Vermeidung von Gesundheitsschäden von Dritten weiterhin es nicht billigen und zulassen wird, dass in der BRITA-Arena und im Umlauf des Stadions Pyrotechnik abgebrannt wird.
Des Weiteren ist auch festzustellen, dass der Verein die zum Teil massiven verbalen und tätlichen Angriffe gegen die Fanbeauftragte Maren Schneider, die sogar dazu führten, dass unsere Fanbeauftragte von der Polizei am letzten Samstagabend und die ganze Nacht unter Polizeischutz gestellt wurde, auf das Entschiedenste missbilligt."
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