Fakt: Hansa Rostock hat endlich wieder mal eine richtig ordentliche Spielzeit abgeliefert, mit emotionalen Partien und heftigen Momentan – das Ostseestadion bebte mehr als nur einige Male. Fakt aber auch: Hansa Rostock wird auch 2020 nicht zurück in die 2. Bundesliga kommen, um ihren leidenschaftlichen Fans und der leidgeplagten Region wieder Fussball auf höherem Niveau bieten zu können. Fussball an der Ostsee, das sind zwei Welten die sich aktuell nur schwer unter einen Hut bringen lassen, denn allzu viele Jahre war es die Kogge aus der Hansestadt, die einsam und allein den Nordosten hat hochleben lassen.

Um dorthin zu kommen, ist mehr Entwicklung notwendig, nachhaltig und vereinsübergreifend. Sich alleine auf einen regionalen Hauptsponsor zu verlassen erscheint ob der sportlichen Dynamik auch in der 3. Liga zu einer finanziellen Schieflage, denn da die Liga immer beliebter wird – besonders durch den Fanandrang auf Traditionsmannschaften wie Braunschweig, den 60er aus München oder auch Kaiserslautern – werden auch immer mehr Gelder umgesetzt und eingesetzt. Das macht Sportwetten zudem interessanter, weil ein größeres Publikum animiert wird, mitzumachen.

Nach Hansa kommt nicht viel

Wer sich also Sorgen um den langfristen (Profi-) Fussball an der Ostsee macht, dem sei nur wenig vorzuwerfen. Immerhin muss man nach Hansa Rostock tief in die Tabellen der Regionalligen und Verbandsligen blicken, um die ersten ernsthaften Vereine zu entdecken, die vielleicht in der Zukunft mehr Potenzial haben. In den vergangenen Jahren hat man immer wieder gehofft, dass der Greifswalder FC vielleicht genau diese Nische einnehmen kann, denn für höherklassigen Fussball ist in der Ostseestadt alles gegeben. Denn im Allgemeinen laufen hier die Dinge ein wenig anders ab.  Gute Trainingsplätze, ein örtlich verankertes (!) Casino ohne Anmeldung, ein halbwegs modernes Stadion welches auch Gästefans sicher unterbringen kann sowie eine treue Fan Basis, die emotional abgeht, egal bei welchem Wind und Wetter: im Osten ist alles geboten, was gute Laune und Spaß bringt. Allein was fehlt in Greifswald ist eine sportliche Leitung mit Weitsicht und eine finanzielle Grundlage der (lokalen) Sponsoren, um hier echten Erfolg aufbringen zu können. Wie man weiß, ist der sportliche Osten Deutschlands immer noch ein wenig hinter dem Westen zurück – wenn man von Kunstprojekten wie den Bullen aus Leipzig mal abschaut – aber auch innerhalb des Ostens gibt es gravierende Unterschiede. Vereine wie Chemnitz aus Sachsen oder Jena aus Thüringen machen es immer wieder vor, wie man auch mit beschaulichen Mitteln in der 3. oder 4. Liga überleben kann. Mecklenburg aber kann sich oftmals einen etwas dekadenteren Luxus wie einen weiteren Fussballverein auf Profiebene kaum erlauben. Das etwa ist auch der Grund, warum traditionelle Vereine wie der FC Mecklenburg Schwerin oder auch der TSV 1860 Stralsund nur dank einiger lokaler Sponsoren immer noch semiprofessionellen Fussball an der Ostsee anbieten können, aber finanziell keine Luft nach oben sehen.

Diese Vormachtstellung, die sich Hansa über viele Jahre hat aufbauen können, sollte also auch in den kommenden Jahren kaum bröckeln. Allerdings bedeutet dies auch gleichzeitig, dass weder der Jugendsport als auch der Breitensport genug Ressourcen abbekommt, um sich nachhaltig weiterzuentwickeln. Was bleibt ist eine Region, die quasi alles auf ihr eines, aktuell aber dennoch ziemlich erfolgreiches, Zugpferd setzt.

Foto-Quelle: Pixabay

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