Lehrkräfte aus Istra am Grimmelshausen-Gymnasium

Gelnhausen
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Vor kurzem konnte am Grimmelshausen-Gymnasium in Gelnhausen eine Delegation russischer Lehrkräfte der Partnerschule aus Istra empfangen werden, die sich eine Woche im Main-Kinzig-Kreis, dem Partnerkreis des Rayons Istra, aufhielt.

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Frau Ruf hieß die Direktorin der Lermontowschule, Irina Malykh, die für den Schüleraustausch verantwortlichen Lehrerinnen Larissa Lindina und Olga Ionowa sowie weitere vier Lehrkräfte herzlich willkommen. Nach einem Rundgang durch die Schule hospitierten die Gäste im Unterricht unterschiedlicher Jahrgangsstufen, um Einblick in den hessischen Schulalltag zu nehmen und hiesige didaktische sowie methodische Unterrichtsformen mit den russischen zu vergleichen.

"Für das Grimmelshausen-Gymnasium hat der Schüleraustausch mit der Lermontowschule eine große Bedeutung, da er junge Menschen beider Nationen zusammenbringt und hilft, Vorurteile abzubauen", so Mark Adrian, welcher zusammen mit Franziska Wöll diese Begegnung organisierte. "Zudem ist er eine wichtige Facette der Partnerschaft zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Istra, die so mit Leben erfüllt wird. Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung und administrative Hilfe bezüglich der Einladung für die russischen Lehrkräfte hätte diese Begegnung nicht stattfinden können." So unternahmen die russischen Pädagogen gemeinsam mit ihren Gastgebern interessante Ausflüge nach Bad Hersfeld, wo sie im Rahmen einer Erlebnisführung von Mönchen durch das Stiftsviertel geleitet wurden, und entspannten in der Solewelt in Bad Salzungen. Ein besonderes Erlebnis war die Tour im Bergwerk Merkers, die bis in einer Tiefe von 800 Metern führte und einen Einblick in den Kalibergbau an der Werra bot.

Auf historischen Pfaden wandelte die Gruppe in Rasdorf mit dem größten Anger Deutschlands, prächtigen romanischen Bauelementen in der Pfarrirche und einem äußerst seltenen Wehrfriedhof. Im benachbarten Point Alpha tauchte man einen die Zeiten des Kalten Krieges, als sich hier Nato und Warschauer Paktdirekt gegenüberstanden und jederzeit der Dritte Weltkrieg hätte ausbrechen können. "An solche indem Ort zeigt sich die Verantwortung und die Relevanz, die mit unserer Schulpartnerschaft einhergeht. In die Zeit vor 1989/91 möchte niemand zurück", betont Franziska Wöll.

Stadtführerin Sabine Johann, die ebenfalls am Grimmelshausen-Gymnasium unterrichtet, zeigte markante Bauwerke der Gelnhäuser Altstadt wie die Marienkirche und den Halbmond, öffnete den Steinbrunnen und verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Handelsstraße, an der die Stadt 1175 gegründet worden war. Nicht fehlen durfte das Geburtshaus von Johann Christoph von Grimmelshausen, dessen Name das örtliche Gymnasium trägt.

Ein weiterer Ausflug führte nach Frankfurt mit seiner neuen Altstadt. Abgerundet wurde die Begegnung mit einem gemeinsamen Abendessen, zu dem der Vorstand der "Freundschaftsinitiative ISTRA e.V." einlud, ein Verein, der traditionell den Schüleraustausch nach Kräften fördert. So unterstrich der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Rothländer denn auch die Bedeutung des Austauschs bezüglich der Vereinsziele.

"Wir haben mit diesem Lehreraustausch unseren langjährigen Beziehungen ein neues, spannendes Kapitel hinzugefügt und bereiten uns darauf vor, die deutschen Schüler im Herbst willkommen zu heißen", freut sich Larissa Lindina, die vor 27 Jahren den Schüleraustausch zwischen beiden Schulen mit aus der Taufe hob. Sollte es wieder möglich sein, Klassen- und Austauschfahrten zu unternehmen, wird im September eine Schülergruppe des Grimmelshausen-Gymnasiums in Istra erwartet, um die seit nunmehr 27 Jahren bestehende Schulpartnerschaft fortzusetzen.

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