Seit Jahren besuchen alle Schüler/innen der 02BG-Geschichtskurse die KZ-Gedenkstätte Buchenwald.
Seit Jahren besuchen alle Schüler/innen der 02BG-Geschichtskurse die KZ-Gedenkstätte Buchenwald.
Zusätzlich fahren jedes Jahr etliche Jugendliche für eine Woche zur Gedenkstätte Auschwitz, um sich mit den Verbrechen NS-Deutschlands zu befassen. Für jene Schüler/innen, die einen der beiden Orte bereits kennen, wurde am 2. Juni 2015 alternativ ein Studientag zur „Zwangsarbeit in der NS-Zeit“ veranstaltet, der ihre Kenntnisse über den Ausbeutungs- und Vernichtungsapparat vertieft. Seit 2013 bietet die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH (BiP) in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. an, sich anhand von regionalgeschichtlichen Quellen den Spuren der Zwangsarbeit zu nähern. Im Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Kriegswirtschaft von rund 13 Millionen Zwangsarbeitern in Gang gehalten.
Unter der Anleitung von Alexander Wicker, Fachbereichsleiter für Gesellschaft und Kultur der BiP, erarbeiteten die 16 Schüler/innen in den BiP-Räumen mit Bild- und Textquellen in Gruppenarbeit Einzelheiten zum Frankfurter Konzentrationslager „Katzbach“ bei den Adler-Werken und zum Todesmarsch der Häftlinge durch das Kinzigtal bis Hünfeld, von wo aus die Überlebenden in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert wurden. Judith Sucher, Schul- und Bildungsreferentin im Volksbund-Landesverband, unterstützte die Schüler/innen beim Erschließen der Quellen: Aufnahmen aus der Kriegsgräberstätte in Schlüchtern zeigten Spuren von Häftlingen, die während des Marsches getötet wurden. Zeichnungen in Zeitungen wiesen die deutschen „Herren“ der Zwangsarbeiter an, sich mit den „Ostarbeitern“ nicht zu gemeinsamen Mahlzeiten zu versammeln. Sowjetische Gefangene wurde bei Todesstrafe der eingehende Kontakt zu deutschen Frauen verboten. Himmler wies die Behörden an, tote Zwangsarbeiter nicht in Särgen zu beerdigen usw.
Nach der Quellenarbeit und dem Vortrag der Gruppenergebnisse wurde ein Film mit und über Polen gezeigt, die nach dem gescheiterten Aufstand der polnischen Heimatarmee in Warschau von den deutschen Truppen festgesetzt und zur Zwangsarbeit ins Reich verteilt wurden. Die Schüler/innen zeigten sich in einer Abschlussrunde nun gut informiert über eine Facette der deutschen Geschichte.
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