Hitachi-ABB-Werk schließt: 500 Arbeitsplätze weg

Großauheim
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Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat die Absicht von Hitachi-ABB Powergrids in Zürich verurteilt, den Standort Großauheim mit insgesamt 500 Beschäftigten zum 30. Juni 2021 zu schließen. Das war am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Informationsveranstaltung bekannt gegeben geworden. Der OB versicherte den Beschäftigten, sie könnten "wie in der Vergangenheit auf meine Solidarität und Unterstützung bauen".

Ihre Hoffnung auf Arbeitsplatzerhalt sei auch die der Stadt. Noch hoffe er auf Einsicht beim Hitachi-ABB-Management. Zum 1. Juli 2020 war der Standort von dem asiatischen Unternehmen Hitachi zu 80 Prozent übernommen worden.

Die vom Hitachi-ABB-Management vorgetragenen Argumente zur Schließung des Großauheimer Werks "überzeugen mich nicht", so Kaminsky. Die jetzt verkündete Entscheidung sei ein "Vertrauensbruch insbesondere gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hitachi-ABB in Großauheim, aber auch gegenüber der Stadt Hanau". Denn seines Wissens habe die Belegschaft vor nicht allzu langer Zeit einen "schmerzhaften Stellenabbau" hinnehmen müssen, um damit die Profitabilität des Werkes zu sichern, was bisher auch gelungen sei. Die seinerzeit weitgehend geräuschlos getroffene Verabredung habe ihn "erfreut und mir signalisiert, dass im Schulterschluss von Unternehmensentscheidern und Beschäftigten eine Verabredung im Sinne aller getroffen wurde".

Kaminsky missfällt vor allem, dass mitten in der Corona-Pandemie eine solche Entscheidung verkündet werde. Das sei "geradezu abstoßend". Der Wegfall von insgesamt 500 Arbeitsplätzen sei für die Beschäftigten "extrem niederschmetternd" und für den Wirtschaftsstandort Hanau "ein herber Rückschlag". Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten dem Unternehmen in den vergangenen Jahren "schwarze Zahlen beschert". Das Verhalten des Hitachi-ABB-Managements "entspricht insofern nicht meinem Verständnis sozialer Marktwirtschaft". Wenn er sehe, wie insbesondere eigentümergeführte Unternehmen in Hanau und dem ganzen Land in der jetzigen Corona-Zeit trotz teils großer wirtschaftlicher Probleme um jeden Arbeitsplatz – zum Teil mit Hilfe des Instruments der Kurzarbeit – kämpften, dann komme ihm das Verhalten des Hitachi-ABB-Managements, das wohl von Zürich getrieben sei, "kaltherzig" vor. Ihm fehle der Respekt vor den Beschäftigten, die teils seit vielen Jahren mit ihrer Arbeit dem Unternehmen "satte Gewinne beschert haben".

Der OB führte sowohl mit dem Betriebsrat als auch mit der hiesigen Hitachi-ABB-Werksleitung Gespräche.

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