HITACHI-ABB: Erster Warnstreik der IG Metall

Großauheim
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Nachdem die IG Metall für den von der Schließung betroffenen HITACHI-ABB-Standort in Hanau-Großauheim formal Tarifforderungen zur Zukunftssicherung erhoben hat, haben erste Verhandlungen stattgefunden, die aber einen enttäuschenden Verlauf genommen haben.

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Statt konkreten Angeboten des Arbeitgebers zu den geforderten Zukunftsperspektiven sollen die Arbeitnehmervertreter weiterhin ausschließlich an Abwicklungsszenarien beteiligt werden. „Kein Angebot in den Tarifverhandlungen vorzulegen ist ein Zeichen von fehlendem Respekt und Wertschätzung der langjährigen Arbeit der Belegschaft in Großauheim und eine drastische Provokation der Mitglieder der IG Metall“, bewertet Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte den Verhandlungsverlauf.

„Es bleibt dabei, dass die IG Metall ausschließlich an Abwicklungsszenarien beteiligt werden soll. Dafür stehen wir weiterhin nicht zur Verfügung“, so der Betriebsratsvorsitzende Thorsten Karg. Er bedauert, dass nicht über Möglichkeiten der Zukunftsentwicklung zur Sicherung des Standortes in Großauheim ernsthaft gesprochen wurde. „Wenn der Konzern glaubt, er könne den Standort einfach so schließen und niemand würde sich dagegen wehren, hat sich der Arbeitgeber geschnitten“, so Stefan Weigand, stlv. Betriebsratsvorsitzender und Leiter der gewerkschaftlichen Vertrauensleute am Standort. Er fasst die Wut zusammen: „Wir müssen jetzt alle gemeinsam und entschlossen und mit allen gewerkschaftlichen Mitteln für die Sicherung unserer Zukunft kämpfen.“

Robert Weißenbrunner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Hanau-Fulda ruft daher die Beschäftigten zum gemeinsamen und entschlossenen Kampf auf: „Die Tarifverhandlungen haben gezeigt, dass der gewerkschaftliche und öffentliche Druck offensichtlich noch nicht ausgereicht hat, damit der Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot zur Zukunftssicherung des Standorts und der Arbeitsplätze vorlegt. Es geht in einer solchen Auseinandersetzung nicht nur darum, wer die besseren Argumente hat, sondern auch darum, wer den längeren Atem hat. Deshalb braucht es jetzt diesen ersten Warnstreik.“

Die betriebliche Tarifkommission der IG Metall hat die Situation beraten und einstimmig beschlossen, die Belegschaft zum Warnstreik aufzurufen um den gewerkschaftlichen und öffentlichen Druck auf den Konzern weiter zu erhöhen. Die IG Metall ruft deshalb für kommenden Donnerstag, den 19.11.2020 von 9 – 12 Uhr zu einem ersten Warnstreik in Form eines Autokorsos auf. Der Autokorso startet vor dem Werk in Großauheim und wird gegen 10:15 Uhr den Hanauer Marktplatz erreichen. Dort führt die IG Metall für ca. eine Stunde eine öffentliche Kundgebung durch, zu der auch Vertreter der politischen Parteien sowie Amts- und Mandatsträger aus der Region erwartet werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Anlage.

Für den kommenden Freitagnachmittag ist ein weiterer Verhandlungstermin mit dem Arbeitgeber in Mannheim vereinbart worden. „Wir erwarten dort ein verhandlungsfähiges Angebot zur Zukunftssicherung. Alternativ wird die Auseinandersetzung unnötigerweise weiter eskalieren. Die Verantwortung dafür liegt dann ausschließlich beim Arbeitgeber“, so Weißenbrunner abschließend.

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