„Wer weiß, ob es mir heute so gut gehen würde, wenn wir die Rettungsdose nicht gehabt hätten.“
„Wer weiß, ob es mir heute so gut gehen würde, wenn wir die Rettungsdose nicht gehabt hätten.“
Friedrich Glock aus Großauheim erlitt im Winter einen Schlaganfall. Durch den schnellen Zugriff des Notarztes auf das Datenblatt des 77-jährigen konnte dieser sich in kürzester Zeit einen Überblick über wichtige medizinische Informationen verschaffen. Für die Initiatoren des Hanauer Kooperationsprojekts zwischen dem städtischen Seniorenbüro und dem Lions Clubs Hanau Schloss Philippsruhe beweist dieser Fall, wie wichtig die Vorsorge im Alter in den eigenen vier Wänden ist.
„Die Rettungsdose hat mir Sicherheit gegeben und mich dadurch entlastet“, erinnert sich Ehefrau Siegrid Glock. Sie habe sich voll und ganz auf ihren Mann konzentrieren können, denn sie vertraute darauf, dass auf dem Datenblatt vieles steht, was der Rettungsdienst wissen muss, beispielsweise welche Medikamente Friedrich Glock nimmt. Am 4. November 2014 wurde das Projekt „Rettungsdose“ in Mittelbuchen vorgestellt. Seitdem kümmern sich in der Brüder-Grimm-Stadt die Nachbarschaftsinitiativen um die Verteilung an Hanauer Bürgerinnen und Bürger. Siegrid Glock wurde durch Gisela Krux von der Senioreninitiative Aktiv in Auheim auf das Angebot aufmerksam.
Die Idee der „Rettungsdose“ stammt von Lions aus Großbritannien und Irland. Der Lions Club Schloss Philippsruhe und die Wohnberatung des Seniorenbüros haben sie nach Hanau gebracht. Stammplatz des rot-weißen Plastikbehälters ist die Tür des Kühlschranks, denn der steht in jedem Haushalt. Entdecken die Rettungskräfte oder andere Helfende den entsprechenden Aufkleber innen an der Wohnungstür können sie sofort auf wichtige persönliche Informationen zugreifen. „Gerade beim Schlaganfall zählt ja jede Minute“, weiß Friedrich Glock. „Ich habe keine Beeinträchtigungen zurückbehalten und gehe wieder zwei- bis dreimal in der Woche zum Rudern.“ Sollte seiner Frau in der Wohnung ein Unglück ereilen, habe er mit der Rettungsdose ein gutes Gefühl. „Ich glaube, viele Männer meiner Generationen haben wie ich keine Ahnung welche Pillen ihre Gattin nimmt“, gibt der 77-Jährige selbstkritisch zu bedenken. „Wer hat dann noch Zeit und Nerven, den Hausarzt anzurufen oder in irgendwelchen Schubladen nach den Medikamentenschachteln zu suchen.“ Die Rettungsdosen-Idee spricht sich rum. Lions-Präsidentin Caroline Geier-Roth berichtet von der Ausweitung des erfolgreichen Projekts. In Erlensee sind Rettungsdosen über das dortige Seniorenbüro erhältlich, in Bruchköbel bei der Arbeiterwohlfahrt. Die Landfrauen in Wachenbuchen und die Bürgerhilfe in Maintal verfügen ebenfalls über ein Dosen-Kontingent.
Der Lionsclub Hanau Schloss Philippsruhe sei Ansprechpartner für alle, die die Rettungsdose in ihrer Kommune etablieren wollen, seien es Kommunen oder Institutionen, betont Caroline Geier-Roth. Nähere Informationen finden sich auf der Internetseite www.lions-schloss-philippsruhe.de/news. Bei der Stadt Hanau koordiniert Karin Dunkel vom Seniorenbüro (06181/6682050, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) die Verteilung über die Nachbarschaftsinitiativen.
Foto: Sie freuen sich über den erfolgreichen Einsatz der Rettungsdose (von links): Gerd Schreyer (AiA), Sabine Krempel, Caroline Geier-Roth und Susanne Ettl (Lions), Siegrid und Friedrich Glock, Gisela Krux (AiA), Renate Weber und Georgette Kariminia (Wohnberatung). Foto: Stadt Hanau
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