„Denn er hat seinen Engeln befohlen“

Großkrotzenburg

Den kulturellen Schlusspunkt setzten kurz vor Beginn der Weihnachtsferien die Adventskonzerte am Franziskanergymnasium Kreuzburg.

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franzis konzertfranzis konzert1Die beiden Aufführungen waren sehr gut besucht, und auch in diesem Jahr war die Bandbreite der Musik groß und das musikalische Niveau sehr hoch. Ein echtes Novum gab es in diesem Jahr. Zum ersten Mal hatte man auf ein gedrucktes Programm verzichtet, dafür wurden die einzelnen Programmbeiträge anmoderiert. Diese Aufgabe teilten sich Konrad Höfler aus der Jahrgangstufe 7 und Fachvorsteher Peter Loschert.

Den Beginn setzte das Kleine Orchester unter der Leitung von Andreas Heindel. Mit drei Sätzen aus der Orchestersuite Nr. 6 in F-Dur von Johann Kaspar Ferdinand Fischer (1656-1746) glänzte dieses Ensemble. Beeindruckend war der ausgewogene Orchesterklang. In diesem Jahr sind wieder neue Mitglieder aus den 5. Klassen dazu gestoßen, die sich sehr gut integriert haben.

franzis konzert2franzis konzert3Unter der Leitung von Peter Loschert spielte die Kleine Bigband zweiBearbeitungen weihnachtlicher Lieder; zuerst aus England „Good King Wenceslas“ und dann – von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) „Hark the Herald Angels“ sing. Auch diese Gruppe freut sich über neue Mitglieder aus der 5. Jahrgangstufe und so spielte die Band frisch und mit sauberer Intonation, rhythmisch sattelfest begleitet durch die „Schlagzeug-Klavier-Gitarren-Abteilung“.

Der neue 5er-Chor unter Leitung von Peter Loschert hatte seinen ersten Auftritt bei diesem Schulkonzert. Drei kleine Lieder – „Wir sagen euch an den lieben Advent“ – „Stephan war ein Knecht im Stall“ – „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ wurden vorgetragen. Die Kinder sangen sehr ausgeglichen und mit großer Textdeutlichkeit. Der Chor wurde von einer kleinen Instrumentalgruppe (Thomas Wiegelmann, Klavier/ Barbara Kuckuk, Querflöte/ Matthias Kuckuk, Kontrabass und Elias Fenchel, Snare-drum) unterstützt.

Beim 6er-Chor konnte man einen sehr schönen, samtigen Klang und große „Legato-Bögen“ bewundern, was für einen Chor dieser Jahrgangstufe beachtlich ist. Unter der Leitung von Dr. M.-E. Heisler- Wiegelmann erklangen die Lieder „Stimmt euch auf Weihnacht ein (Günderstäler Krippenspiel)“ – „Ein Licht geht uns auf“ – “Die Steppe wird blühen”. Auch hier begleitete die Instrumentalgruppe mit Th. Wiegelmann, Klavier/ B. Kuckuk, Querflöte/ M. Kuckuk, Kontrabass.

Das Blockflötenensemble unter der Leitung von Maria Fuest wartete mit zwei Kompositionen auf, die äußerst stimmungsvoll und transparent musiziert wurden. Nach dem besinnlichen „Siciliano“ aus dem Oboenkonzert Nr. 1 von Georg Friedrich Händel (1685-1759) hörten wir das altfranzösische Weihnachtslied „Hört der Engel helle Lieder“, das rhythmisch mitreißend vorgetragen wurde. Dann ging es weiter mit dem Jugendchor. Wie schon in den Jahren zuvor traf sein Leiter Andreas Heindel wieder die richtige Auswahl für die rund fünfzig Jugendlichen der Jahrgangstufen 7 – 9. Rhythmisch swingend und das Publikum einnehmend trug der Chor unter Mitwirkung einiger Mitglieder der Sacro-Pop-AG „Rudolphus rubri-nasus“ von Jonny Marks (1909-1985) und „Walk in Jerusalem“ von Gwyn Arch (geb. 1931) vor, an der Cajón Benjamin Rudin und am E-Bass David Thoma.

Ebenso gilt als Konzert-Tradition der Auftritt der Bigband vor der Pause. Unter der Leitung von Ulrike Hoffmann freute sich das Publikum auf drei Stücke. Mit dem kräf-tigen Sound einer Bigband erklangen die Ouvertüre zu „Around the world in 80 days“ von Trevor Jones, „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „All I want for Christmas is You“ von Mariah Carey/ Walter Afanasieff. Dieses Ensemble überzeugte wieder einmal mehr mit kultiviertem und ausbalanciertem Klang und dynamischer Band-breite, die aufhorchen ließ.

Nach der Pause sang der Elternchor unter der Leitung von Peter Loschert zwei A-capella-Kompositionen. Für dieses Konzert einstudiert und aufgeführt wurden das aus dem 15. Jahrhundert aus Italien stammende „Alta Trinità beata“ und aus den zwölf geistlichen Gesängen von Max Reger (1873-1916) das sechsstimmige Lied „Schlafe mein Kindelein“. Intonationssicher und sehr differenziert gelangen dabei gerade bei dem spätromantischen Werk die Klangfarben. 

Unter Leitung von Dr. M.-E. Heisler-Wiegelmann sang der Kammerchor zunächst zwei Chorwerke mit Klavierbegleitung; von John Rutter (geb. 1945) war „Christmas Night“, von Edward Elgar (1857-1934) “Ave Maris Stella” zu hören. Von Anton Diabelli (1781-1858) komponiert, kam das Adventsgraduale „Prope est Dominum“ zur Aufführung, unterstützt durch Klavier- und Streichquartettbegleitung (Thomas Wiegelmann, Klavier/ Monika Wiegelmann, Violine I/ Anne Fenchel, Violine II/ Anna Cibis, Viola/ Sophia Dörr, Violoncello). Der Chor zeichnete sich durch ein geschlossenes und ausgewogenes Klangbild aus und sang elastisch und weich.

Bevor die abschließenden größer besetzten Werke erklangen, musizierte das Kreuzburg-Orchester unter der Leitung von Peter Loschert die Ouvertüre zur Oper „Il Mondo della Luna“ Joseph Haydn (1732-1809). Wenn auch etwas kleiner besetzt als in den Jahren zuvor, spielte das Orchester das klassische Stück sehr schön. Die Klangbalance zwischen Streichern und Bläsern gelang sehr gut und auch in rhythmischer und technischer Hinsicht überzeugte die Interpretation.

Drei oratorische Stücke beschlossen das diesjährige Adventskonzert. Den Anfang machte Andreas Hammerschmidts (1612-1675) „Machet die Tore weit“, gesungen von den Chören des Musikseminars 2012, begleitet vom Kreuzburg-Orchester unter Mitwirkung von Blechbläsern der Bigband und dirigiert von Peter Loschert. Die Chöre sangen deutlich und klangwuchtig bei der Darstellung des homophonen Chorsatzes; ebenso deutlich gelangen die Bläserklänge.

Dr. M.-E. Heisler-Wiegelmann dirigierte danach von Gottfried A. Homilius (1714-1785) den Chorsatz „Auf auf, ihr Herzen seid bereit“ aus der Kantate zum 4. Advent. Das nicht einfach zu interpretierende Stück wurde vom Chor packend und durch das Orchester deutlich – gerade bei den anspruchsvollen Verzierungen – umgesetzt.

Felix Mendelssohn-Bartholdy war der das Konzert abschließende Komponist. Aus dessen Oratorium „Elias“ op. 70 wurde das sog. Doppelquartett „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ in der Version für Chor und Orchester unter der Leitung von Peter Loschert dargeboten. Zum Sängerensemble gesellte sich nun noch der Elternchor.

Mit wunderschönen romantischen Klängen endete das Adventskonzert. In ihren Begrüßungsworten dankten am ersten Abend der Schulleiter, Herr Wolf, und am zweiten Abend die stellvertretende Schulleiterin, Frau Schwab, dem Musikkollegium und allen Ausführenden für die musikalischen Darbietungen. Am Konzertende gab es neben begeistertem Beifall Blumengrüße.


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