Gütesiegel für „vorbildliche berufliche Orientierung“

Hanau
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Die Hanauer Förderschule wurde zum ersten Mal rezertifiziert und erhielt aus den Händen von Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann, Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, sowie Christopher Textor, Stellv. Abteilungsleiter im Hessischen Kultusministerium erneut das Gütesiegel im Rahmen der feierlichen Verleihung im Haus der Wirtschaft in Frankfurt überreicht.

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Rektor Gerd Lux und BO-Koordinator Dieter Zwerenz waren stolz und dankbar für die Bestätigung Ihrer vorbildlichen Arbeit am Übergang von der Schule in den Beruf. „Das war schon eine ganze Menge Arbeit, alle Aktivitäten unserer Berufsorientierung (BO), die zu unserer Erstzertifizierung im Jahre 2016 führten, auch weiterhin so zu dokumentieren, dass wir die Hürde der ersten Rezertifizierung übersprungen haben“, berichtet Dieter Zwerenz, der sich an der Elisabeth-Schmitz-Schule als Schulkoordinator für die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler einsetzt.

„Noch mehr geschwitzt haben wir am Tag der Überprüfung unserer eingereichten Unterlagen“, führt Zwerenz weiter aus. „Drei Auditoren aus Schule, Wirtschaft und Institutionen (wie z. B. Industrie- und Handelskammer oder Agentur für Arbeit) überprüften nach einem genau festgelegten Ablaufplan, ob unser Berufsorientierungskonzept in den letzten drei Jahren auch weiterhin auf dem Niveau stattfindet, um auch weiterhin das Gütesiegel zu rechtfertigen. Darüber hinaus führten die Auditoren Gespräche mit ausgewählten Schülern, Lehrkräften, Eltern und regionalen Kooperationspartnern“, erläutert der BO-Schulkoordination voller Stolz über die Auszeichnung dieser schulischen Arbeit und Leistung.

„Die Entscheidung für einen Beruf kann den Schülerinnen und Schülern niemand abnehmen. Aber es ist Aufgabe der Schule, sie gut darauf vorzubereiten, damit sie ihre Berufswahl möglichst verantwortungsbewusst und souverän wahrnehmen können. Das Gütesiegel ist für uns eine wichtige Bestätigung, dass wir in diesem Feld den richtigen Weg eingeschlagen haben“, freut sich Gerd Lux, als Rektor der Elisabeth-Schmitz-Schule. Er dankte ausdrücklich den schulischen Akteuren für die geleistete Arbeit, schloss aber auch die außerschulischen Unterstützer und Kooperationspartner selbstverständlich in den Dank mit ein.

Im Schuljahr 2018/2019 haben 23 hessische Schulen gezeigt, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern eine ausgezeichnete Berufliche Orientierung bieten. Für ihre wirksamen Konzepte zur Vorbereitung auf die Studien- und Berufswelt erhielten die Schulen das Gütesiegel.  Zwei der 23 Schulen wurden erstmalig zertifiziert, sechs Schulen erhielten das Siegel zum zweiten Mal und 15 Schulen bereits zum dritten Mal verliehen. Diese Konstanz zeigt, dass Siegelschulen nicht auf ihrem Status Quo stehen bleiben, sondern sich in einem kontinuierlichen Prozess der Evaluation und Weiterentwicklung befinden. Die Siegel der Erst- und ersten Rezertifizierung sind drei Jahre, das Siegel der zweiten Rezertifizierung ist fünf Jahre gültig.

Insgesamt tragen derzeit 107 Schulen das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“. Seit Einführung des Gütesiegels 2010/2011 wurde es bereits 205 Mal verliehen. Dr. Phillip Nimmermann, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, erklärte in seiner Rede die Wichtigkeit der Beruflichen Orientierung an Schulen: „Wir wissen: Die erste Berufswahl ist nicht immer eine rationale Entscheidung. Vielfach spielen andere Aspekte die größte Rolle bei der Entscheidung für oder gegen einen Beruf. Z.B. wählen Schülerinnen noch viel zu häufig sogenannte typische Frauenberufe (Bürokauffrau, Altenpflegerin, Friseurin) während die Jungs sich eher für noch immer als typisch männlich deklarierte Berufe wie den Kfz-Mechatroniker entscheiden. Auch der Ruf eines Berufs, dessen Platz bzw. Ansehen in der Gesellschaft spielen nach wie vor eine größere Rolle als uns lieb ist. Auf der einen Seite stellen die Vielzahl der beruflichen Möglichkeiten, lebenslanges Lernen und Digitalisierung die jungen Menschen vor große Aufgaben, die sie alleine kaum bewältigen können. Auf der anderen Seite sind die Chancen, die eine duale Ausbildung und die Vielzahl der Ausbildungsberufe bieten, bei vielen Jugendlichen und deren Eltern noch nicht hinreichend bekannt. Hier müssen wir ansetzen und die Jugendlichen weiter unterstützen. Herausragende Berufsorientierung an Schulen, auch an Gymnasien, ist dabei der wichtigste Baustein.“

Désirée Derin-Holzapfel, Vizepräsidentin der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. und Sprecherin SCHULEWIRTSCHAFT Hessen lobt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft mit dem gemeinsamen Ziel, junge Menschen bestmöglich zu fördern. "Das Gütesiegel Berufsorientierung ist ein Musterbeispiel für eine gelungene Kooperation zwischen dem Schulwesen und der Wirtschaft auf dem wichtigen Feld der schulischen Qualitätsentwicklung. Nicht ohne Grund gelten die hessische OloV-Strategie und das Siegel bundesweit als innovativ und vorbildlich. […] Unser gemeinsames Ziel von Schule und Wirtschaft ist es, die Begabungen und Potenziale jedes einzelnen Kindes und jedes Jugendlichen bestmöglich zu fordern und fördern. Das sollten wir nicht nur aufgrund der demografischen Entwicklung tun, sondern wir sind es jedem jungen Menschen schuldig!"

Christopher Textor betonte für das Hessische Kultusministerium den Stellenwert der Beruflichen Orientierung über alle Schulformen hinweg und würdigte das kontinuierliche und nachhaltige Engagement der Schulen und die koordinierte Zusammenarbeit ihrer Partner. Das Gütesiegel zeichne die Schulen nicht nur aus, weil sie den Schülerinnen und Schülern Zukunftsperspektiven eröffneten, sondern hebe auch die tragende und unverzichtbare Rolle der Eltern im Prozess der Beruflichen Orientierung hervor. Die Bemühungen der Schulen seien undenkbar ohne die tatkräftige Unterstützung der regionalen und überregionalen Partner aus Wirtschaft, Schule und den regionalen Agenturen für Arbeit.

Foto: Mit Gerd Lux und Dieter Zwerenz freuten sich die Gratulanten während der Gütesiegelverleihung: von links: Günter Rau, Staatliches Schulamt MKK, Miriam Fuchs, IHK HU-GN-SLÜ. Reinhold Maisch, SCHULEWIRTSCHAFT Osthessen und Auditor Stefan Prochnow, HOLA.
Foto: Offizielle Verleihung des Gütesiegels: von links: Christopher Textor, Günter Rau, SSA MKK, Dr. Phillip Nimmermann, Dieter Zwerenz, Gerd Lux, Reinhold Maisch, SCHULEWIRTSCHAFT Osthessen und Désirée Derin-Holzapfel.

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