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Denn, wo viele Menschen in einem Raum sind, wird viel ausgeatmet - pro Person geschätzte acht Liter Luft in der Minute. Darin enthalten ist Kohlendioxid, CO2. In Unterrichtsräumen, so die Empfehlungen des Umweltbundesamtes, sollte die CO2-Konzentration nicht über 1.000 ppm liegen. Ppm ist die Abkürzung für die Maßeinheit „parts per million“, also Teile pro eine Million Teile. Zum Vergleich: Draußen in der frischen Luft liegt die CO2-Konzentration bei 400 ppm.

Techniklehrer Frank Ostheimer untersuchte mit seiner Lerngruppe Umwelttechnik aus der Fachoberschule, FOS, an der Ludwig-Geißler-Schule, LGS, wie elektronische Messtechnik eingesetzt werden kann, um Problembewusstsein zu schaffen und gleichzeitig diffuse Ängste durch Fakten zu lindern: „Wir konnten nachweisen, dass in voll besetzten Klassenzimmern der vom Umweltbundesamt genannte Grenzwert bereits nach knapp 20 Minuten überschritten wird. In Tests mit halbierter Klassenstärke verlängerte sich der Zeitraum analog auf knapp 40 Minuten. Die Messungen zeigten aber auch, dass beim Querlüften, also alle Fenster und Türen auf, nach rund vier Minuten die gesamte Raumluft ausgetauscht ist“, so Ostheimer.

„Dafür wurden 10 CO2-Messgeräte beschafft. Denn durch ihre Projekte bereichern Schülerinnen und Schüler diese Schule und die Anwendungsfälle bereichern den Unterricht. Lösungen für die Probleme unserer Zeit zu finden, entspricht dem Geist und der Tradition unsere Schule“, erläutert Christof Glaser, Schulleiter der LGS. Im Kurs „Innovation Team“ am Beruflichen Gymnasium, BG, der LGS ist Raumluftüberwachung ein Schwerpunkt in diesem Jahr. Dabei wird nach Lösungen gesucht, die Luftqualität im Klassenzimmer mithilfe preiswerter Sensorik zu überwachen. „Umfangreiche Mittel für Projekte im Bereich Digitalisierung und Umwelttechnik stehen uns zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen an unserer Schule. Schülerinnen und Schüler zu motivieren, im Team zu arbeiten und sich zu vernetzen, ist uns ein großes Anliegen“, so Martin Lindenau, stellvertretender Schulleiter und Abteilungsleiter Berufsschule IT.

Mit der Entfernung von CO2 aus der Raumluft mithilfe von Algen beschäftigen sich Raphael Wolff, Sarah Pölitz und Alexandra Plocke, alle BG12 Biotechnologie. Jaro Filip, Dominik Hein, beide BG12 Praktische Informatik, und Max Pfannkuch, BG12 Biotechnologie, arbeiten an einen neuen Ansatz, mithilfe von UV-Lampen effizient aus der Raumluft zu entfernen. Biotechnologische Methoden und die Informatik gehen dabei Hand in Hand. Noch etwas weiter geht das Projekt SmartAir, welches schon in die zweite Generation geht. Luca Geiss, FOS12 Informationstechnik, und Felix Hauptmann, BG12 Praktische Informatik, arbeiten unter der Betreuung von IT-Lehrer Fabian Bott an einer vernetzten und intelligenten Lösung zur Überwachung der Raumluft im Klassenzimmer und wie die Daten mithilfe von KI-Algorithmen ausgewertet werden können.

Die Teammitglieder des Projektes „Braindating“ von Timo Skrobanek, Jannik Felix und Nico Gräfe, alle BG13 Praktische Informatik, die sich mit vernetztem sozialem Lernen beschäftigen, wurden ebenfalls durch die Pandemie und der Wichtigkeit von Distanzlernen in Zeiten der Kontaktbeschränkung motiviert, ihr Projekt weiter voranzutreiben. „Das Team arbeitet technisch und inhaltlich auf einem sehr hohen Niveau. Nach dem Regionalsieg bei Jugend Forscht im letzten Jahr wurde noch intensiver weitergearbeitet. Es erfolgten sogar schon erste Gespräche mit Unternehmen, die das System für den internen Kompetenzaustausch nutzen möchten“, ergänzt Betreuungslehrer Dr. Martin Löffler stolz.

Foto: CO2-Messwerte auf digitaler Tafel (von links): Luca Geiss, Felix Hauptmann, Raphael Wolff, Dominik Hein, Jaro Filip und Max Pfannkuch. Im Vordergrund: SmartAir Platine und tragbares CO2-Messgerät.

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