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Die Mauer ist der meist unüberwindbare „Puffer“ zwischen zwei politischen Systemen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier stehen sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwei Großmächte gegenüber, im Osten die damalige Sowjetunion und im Westen die USA. Kommunismus und Kapitalismus als unversöhnliche Gegner, die sich mit einem gegenseitigen Wettrüsten überbieten. Erst Michail Gorbatschow, Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, erkennt die Zeichen der Zeit und bereitet mit seiner Glasnost-Politik dem Kalten Krieg ein Ende, was im Jahr 1990 in die Wiedervereinigung Deutschlands mündet. Wie sich das Leben im östlichen Teil Deutschlands, der „Deutschen Demokratischen Republik“, bis zur Wiedervereinigung 1990 gestaltete, davon berichtete jetzt der ehemalige DDR-Bürger Markus Rückert in einem Zeitzeugengespräch an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) vor Schülern der Q-4-Oberstufe.

Rückert, dem im Herbst 1989 kurz vor dem Mauerfall als 16jähriger mit seiner Familie die Flucht aus der DDR über Polen in den Westen gelang, kam auf Einladung der KRS-Geschichtslehrer Martin Dallmann und Lars Pätzold an die KRS, um den sehr interessierten Schülerinnen und Schüler von seiner Jugend in einem Land zu erzählen, dem die Bürger, wo sie nur konnten, davonliefen. Ein Land, das Bürger, die nicht „linientreu“ waren, drangsalierte und rund um die Uhr durch die Firma „Guck und Horch“, wie Rückert ausführt, bespitzelte. Ein Land, in dem Machtmissbrauch an der Tagesordnung war. So berichtet Rückert anschaulich davon, wie er als Schüler vor den hämischen Augen seiner Lehrerin Comic-Hefte zerreißen musste, galten Comics in der DDR als „Schund- und Schmutzliteratur“, und hier ganz besonders westliche Comic-Hefte von Micky-Mouse und Co..

Gerade dieser Lebensabschnitt Rückerts war besonders interessant für die KRS-Schülerinnen und -Schüler, da hier direkte Vergleiche gezogen werden konnten. Während die KRS-Schüler schon alle fleißig fürs Abitur lernen, sind sie es gewohnt, auf Grund ihrer Leistungen bewertet zu werden und im Anschluss studieren gehen zu können. In Rückerts Klasse hingegen war es sogar dem besten Schüler nicht erlaubt zu studieren – seine Eltern waren Künstler und unterstützten nicht eindeutig genug das politische System der DDR. Aus diesem Grunde war in der DDR opportunes Handeln weit verbreitet. „Man hat einfach mitgemacht, das brachte viele Vorteile. Überzeugt von dem System waren hingegen die allerwenigsten“, berichtet Rückert.

Sport, so Rückert, wurde in der DDR stark gefördert. Wer sich hier einbrachte, konnte mit mancher Bevorzugung in vielen Bereichen rechnen. Es galt das Prinzip „wenig ich, aber viel wir. Die Masse ist alles, der Einzelne nicht“, berichtet Rückert. Wer sich also auch aktiv in der Jugendorganisation „Freie Deutsche Jugend“, kurz FDJ genannt, einbrachte, dem standen in der DDR viele Türen und Tore offen. „Als Kind sog man diesen überall propagierten Patriotismus auf, als Jugendlicher hingegen wurde man zunehmend kritischer und bemerkte, wie scheinheilig das ganze System DDR gestrickt war“, so Rückert.

Dieses System glorifizierte das Militär in einem extremen Maße, man musste sich ja vor dem „imperialistischen Klassenfeind“ aus dem Westen in Stellung bringen. In einem Liedbeispiel für Vorschulkinder, das Rückert vorführt, wird ein Kindheitstraum besungen, einmal einen Panzer der Volksarmee zu fahren: „Wenn ich groß bin, gehe ich zur Volksarmee“. Und in der Schule übte man den Weitwurf nicht mit Bällen sondern mit Handgranaten. Die Nationale Volksarmee hatte hier die Hand in Form von „Patenschaften“ im Spiel. Ein anderes Beispiel für das verbrecherische System war das Vermitteln des Militarismus an die Jugendlichen in den Wehrerziehungslagern, an dem alle DDR-Schüler zu Ende des 10. Schuljahres teilnehmen mussten. Hierbei bekamen die Jungen eine militärische Grundausbildung, auch an der Waffe, und die Mädchen erlernten alles Nötige, um Kriegsverletzte zu versorgen.

Rückert macht als Fazit noch einmal deutlich, dass die Geschichte der DDR auch heute noch zeige, dass man Ideologien hinterfragen müsse und genau da könne man auch den von Schülern manchmal gesuchten Sinn des Geschichtsunterrichts finden: Das Hinterfragen von „Tatsachen“ und Ansichten ist auch heute noch nötig und brandaktuell. Man kann und sollte aus der Geschichte lernen.

Foto: Unter FDJ-Flagge: Markus Rückert (Zweiter von rechts) erzählt interessierten Q-4-Schülern der KRS sein Leben als Jugendlicher in der DDR. Eingeladen an die KRS hatte Rückert die Fachschaft Geschichte mit der Fachbereichsleiterin Christine Zander und den Pädagogen Martin Dallmann (rechts) und Lars Pätzold. Foto: KRS

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