Frankfurter Friedensforscher vergeben Schulpreise an vier HOLA-Schüler

Zu den Juroren zählten Dr. Stefan Kroll (vorne, 2. von links) und Dr. Sabina Mannitz (3. von links) vom Frankfurter Friedensforschungsinstitut PRIF.

Hanau
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Das Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (Peace Research Institute Frankfurt, PRIF) verlieh am 4. Juli 2024 erneut die Auszeichnung „#PRIF@Schule_Preis“ an Schülerinnen und Schüler der 9. bis 13. Klassen aus Hessen.

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Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Beiträge ausgezeichnet, die sich in innovativer und kreativer Weise mit Themen der Friedens- und Konfliktforschung in lokalen, nationalen und internationalen Kontexten auseinandersetzen. Der #PRIF@Schule_Preis wurde erstmalig im Schuljahr 2021/22 vergeben.

Das Motto für 2024 lautet „Vergessene (?) Konflikte weltweit“. Die Jury unter dem Vorsitz von Dr. Sabine Mannitz vom PRIF, der Vertreter aus Wissenschaft, Schule, politischer Bildungsarbeit und zivilgesellschaftlichem Engagement angehören, vergibt in diesem Jahr insgesamt vier Preise. Ausgezeichnet werden zwei Einzelbeiträge zu Ruanda und Afghanistan sowie zwei Gruppenarbeiten zu Jemen und dem Israel-Palästina-Konflikt. Gerade letzterer zeigt, wie ein ungelöster Konflikt, der aus dem Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt ist, wieder akut werden und sogar die globale Sicherheitsarchitektur verändern kann.

Dr. Sabine Mannitz, Programmbereichsleiterin am PRIF, betont in ihrer Laudatio, wie wichtig Aufmerksamkeit als Voraussetzung für Empathie sei: „Wir werden laufend mit Nachrichten aus aller Welt konfrontiert, die uns Kriege, Gewaltkonflikte, das Sterben und das Leiden Anderer vor Augen führen. Dass wir diese Eindrücke filtern, einen Teil verdrängen und aus unserem Alltag ausblenden, ist ganz normal. Um zur Lösung von Gewaltkonflikten beizutragen, müssen wir aber hinsehen und uns das Leid der Anderen nahbar machen.“

Das weite thematische und regionale Spektrum der Einreichungen zeigt die Brisanz des diesjährigen Mottos und zugleich das Interesse von Jugendlichen auch an Krisen und Kriegen, die im Schatten anderer Konflikte in Vergessenheit zu geraten drohen: Der Jury lagen Beiträge u. a. zu Aserbaidschan und Armenien, der Zentralafrikanischen Republik, zu Bosnien und der Demokratischen Republik Kongo vor. „Leiden ist schlimm. Leiden, ohne dass jemand davon zumindest Notiz nimmt, ist das besonders Schlimme bei den vergessenen Konflikten“, mahnte Mannitz.

Mit dem Schulwettbewerb zielt das PRIF darauf ab, politische Bildung zu Themen der Friedens- und Konfliktforschung an hessischen Schulen zu stärken. Als Sponsor für das diesjährige Preisgeld in Höhe von 600 Euro konnte die Landesbank Baden-Württemberg gewonnen werden. Der Schulpreis wird vom Netzwerk „Friedensforschung und Bildungspraxis – PRIF@Schule“ getragen, dem Lehrkräfte verschiedener Schularten, Wissenschaftler der Friedens- und Konfliktforschung sowie Bildungsforschung und Experten der Wissenschaftskommunikation angehören.

Die Schulgemeinde der Hohen Landesschule (HOLA) freut sich, dass vier der prämierten Beiträge von HOLA-Schülern eingereicht wurden. „Unser besonderer Dank gilt aber auch unserer Politiklehrerin Verena Dingel, die die Schülerbeiträge beim Wettbewerb eingereicht hat“, betont HOLA-Fachbereichsleiter Stefan Prochnow.

Prämierte Einzelbeiträge:
• Videopräsentation von Marc Dallmann, Hohe Landesschule Hanau: „Die 100-Tage Hölle: Konfliktanalyse Ruanda“. Hier lobte die Jury die gründliche Darstellung der Konfliktursachen einschließlich des von europäischen Kolonialmächten konstruierten Rassismus zwischen „Hutu“ und „Tutsi“.
• Podcast von Luis Hartenfeller, Hohe Landesschule Hanau: „Afghanistan-Konflikt – Entstehung und Verlauf“. Die Jury lobte die überzeugende Darstellung sowohl der historisch-politischen Ursachen des Konflikts als auch die übersichtliche Beschreibung des Konfliktverlaufs im Podcast-Format.
Gruppenbeiträge:
• Videopräsentation von Valentina Beyer und Duško Ćibić, Hohe Landesschule Hanau: „Israel-Palästina: Eine Konfliktanalyse“.
• Podcast des Debattierclubs der 10. Klasse der Singbergschule Wölfersheim: „Hinter den Schlagzeilen – Der Jemenkonflikt“.

Der von Valentina Beyer und Duško Ćibić eingereichte Beitrag zum Nahostkonflikt mag angesichts des Wettbewerbsthemas überraschen, ist er doch spätestens seit dem 7. Oktober 2023 gewiss kein „vergessener Konflikt“. Dass die Arbeit dennoch prämiert wurde, liegt laut Jury-Mitglied und Laudatorin Dr. Sabine Mannitz auch daran, dass die Arbeit schon im September verfasst wurde, besonders auf die Ursachen des Konflikts eingehe und auch den Mut habe, ungewöhnliche Lösungen zu diskutieren, in diesem Fall die Ein-Staaten-Lösung. Die Schüler berichten, dass sie den Konflikt gewählt hatten, weil sie Freunde mit israelischer und palästinensisch-arabischer Perspektive in ihrem Freundeskreis haben und so beide Sichtweisen aus erster Hand erfahren konnten. Gerade diese Multiperspektivität überzeugte die Juroren.

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Für ihren Gruppenbeitrag ausgezeichnete Schüler der HOLA: Valentina Beyer und Duško Ćibić.

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Der Einzelbeitrag von Marc Dallmann, HOLA, wird prämiert.

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Zu den Juroren zählten Dr. Stefan Kroll (vorne, 2. von links) und Dr. Sabina Mannitz (3. von links) vom Frankfurter Friedensforschungsinstitut PRIF.


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