Schreibtalente an der Hohen Landesschule

Hanau
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Am 16. Juni treffen sich über der Oberstufen-Mediothek der Hohen Landesschule eine gutes Duzend Schüler.

Die Kinder- und Jugendbuchautorin und Ex-Holanerin Jutta Wilke bietet für Interessierte aus der E-Phase eine Schreibwerkstatt an. Uns wird sofort das „Du“ angeboten: „Alle Autoren duzen sich“. Begonnen wird, wie so oft, mit einer Vorstellungsrunde. Jeder schreibt genau fünf Sätze über sich, um den anderen ein Bild von sich zu geben. Schon während dieser ersten Übung merkt man, dass eine sehr anregende Atmosphäre herrscht: Alle sind ins Schreiben vertieft, man spürt regelrecht, wie die Kreativität in Form von Tinte auf das Papier fließt.

Danach beginnt es erst richtig: Die Autorin gibt uns eines ihrer Bücher, lässt uns eine zufällige Seite aufschlagen und blind auf einen Satz zeigen. Das ist unser erster Satz, die Grundlage für den Anfang einer Geschichte. Pünktlich zur Pause sind wir fertig. Jetzt wird uns das Hauptthema der Schreibwerkstatt gegeben: „Stellt euch einen der Billigbusse am Frankfurter Hauptbahnhof vor, der nach Berlin fährt. Die Fahrgäste warten schon, wen seht ihr? Sucht euch jemanden aus und beschreibt diese Person.“ Wir erfinden also Charaktere. Viele Studenten, ein kleines Mädchen, ein Geschäftsmann, eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, eine krebskranke Jugendliche, ein vermeintlicher Bühnenmagier, eine alte Bestatterin und noch einige andere interessante Gestalten fahren mit.

Die Busreise bleibt also im Fokus der Schreibwerkstatt. Wir beschreiben, wie unser Charakter einsteigt und sich hinsetzt, dann tun wir uns zu zweit oder zu dritt zusammen und entwickeln ein Streitgespräch zwischen unseren Personen. Es wird übers Rauchen gestritten, über schreiende Kinder und aufdringliche Annäherungen. Frau Wilke gibt uns einen Tipp für das Schreiben eines Streits. Die Frage ist: Wird der Streit aufgelöst? Hier gilt entweder „Ja, aber…“ oder „Nein, und…“, das heißt, wenn man sich einmal über eine Sache gestritten hat, und sich vertragen hat, kommt das Thema später nochmals auf; wenn man sich nicht vertragen hat, kommt dagegen immer mehr dazu.

Zusätzlich besprechen wir die wichtige Regel bei Dialogen: „Show, don’t tell.“ Also nicht so viele Verben wie „sagen“ und „antworten“ benutzen, sondern lieber zeigen, was die Person gerade macht, oder gar nicht erst den Dialog unterbrechen. Als nächstes lernen wir die Struktur jedes Buches, die sogenannte „Heldenreise“. Frau Wilke zeigt uns, dass J.K. Rowling und R.R. Tolkien ihre berühmten Bücher allesamt streng nach diesem Prinzip geschrieben haben. Natürlich hat das auch die Mehrheit aller Autoren getan, aber es ist schön zu sehen, dass auch die Bekannten „nach Zahlen malen“.

Ganz zum Schluss lesen wir einander noch die Geschichten mit dem fremden ersten Satz vor. Jeder von uns hat einen Anfang geschrieben, der viel verspricht und Hunger auf mehr macht. Nach den sechs Stunden mit Jutta Wilke haben wir alle viel gelernt und haben den ganzen Tag sehr viel Spaß gehabt. Eine solche Schreibwerkstatt kann man gerne öfter mal machen.

Foto: Drei begeisterte Schülerinnen, die an der Schreibwerkstatt von Jutta Wilke teilgenommen haben.


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