HSG Hanau wirbt für Demokratie auf der Trikotbrust

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Mit dem Demokratie leben!-Projekt „Vorsicht Vorurteile - Demokratieförderung im Sport“ beginnt die HSG Hanau eine Kooperation, die es im deutschen Sport in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die HSG Hanau möchte zukünftig mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und startet mit Beginn der Handball-Saison 2021/22 ein längerfristiges Demokratie-Projekt, das sich vor allem an junge Menschen richtet. 

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  • Erstmals "wirbt" ein Klub eine ganze Saison lang für die Demokratie auf der Trikotbrust
  • Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky spricht von einem „Leuchtturmprojekt für Hanauer Sportvereine, das ein herausragendes und sehr bedeutendes Projekt für Hanau darstellt“
  • Ehemaliger Fußball-Profi und jetziger Business-Coach begleitet das Projekt von Beginn an
  • HSG Hanau möchte Vereinsentwicklung mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpfen

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Ein zentraler Bestandteil dabei ist eine umfangreiche Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ das durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert ist. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) spricht von einem „Leuchtturmprojekt für Hanauer Sportvereine, das ein herausragendes und sehr bedeutendes Projekt für Hanau darstellt“.

„Das Attentat vom 19. Februar 2020 hat Hanau für immer verändert. Nicht zuletzt deshalb möchte die HSG Hanau über ihr bisheriges Maß hinaus gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dieses zusätzliche Engagement wird in der Weiterentwicklung der HSG Hanau als Sportverein künftig eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt Uwe Just, 1. Vorsitzender der HSG Hanau.

Mehrere Partner mit an Bord

Daher werden die Grimmstädter zusätzlich noch mit weiteren Partnern eng zusammenarbeiten. So zum Beispiel mit dem AWO Stadtverband Hanau e.V., der für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Hanau verantwortlich ist. „Wir wollen Menschen unterstützen, die eigene Ideen in Hanau umsetzen wollen“, sagt Anna Jagust. Sie leitet die Koordinierungs- und Fachstelle, die sich für die Umsetzung des Programms „Demokratie leben!“ engagiert. Bei der AWO Hanau, freut man sich sehr über das gemeinsame Engagement für die Demokratie. In den Leitsätzen der AWO steht, dass demokratisches und soziales Denken und Handeln gefördert wird. „Dies ist kein Leitsatz, der nur einfach so an der Wand hängt, sondern in unserem Verband auch so gelebt wird“, sagt Jagust, die auch Geschäftsführerin der AWO Hanau ist. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gibt es seit 2019 in Hanau und engagiert sich für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander in Hanau. Ein weiterer Partner der HSG Hanau wird „Makista“ sein. Der gemeinnützige Frankfurter Verein setzt sich seit über 20 Jahren für die Verwirklichung der Kinderrechte in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ein. Makista wird der HSG Hanau bei der Umsetzung verschiedener Projekte vor allem fachlich und pädagogisch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ex-Fußballprofi und jetziger Business-Coach begleitet das Projekt

Darüber hinaus konnte man mit Mounir Zitouni einen professionellen Referenten als Verstärkung gewinnen. Der ehemalige Fußballprofi, Journalist, und Autor begleitet als zertifizierter Business-Coach nicht nur Persönlichkeiten aus Sport und Wirtschaft, sondern auch die HSG Hanau bei der Umsetzung ihres Demokratie-Projektes. Zitouni coacht in umfangreichen Workshops Vereinsvorstand und Spieler und sensibilisiert sie für die vielfältigen Themen rund um Demokratie. „Die HSG Hanau hat einen unglaublich interessanten Ansatz gewählt, indem sie Vereinsentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung stark miteinander kombiniert. Dieses Modell kann eine große Strahlkraft entwickeln. Daher bin ich sehr dankbar, hier mitwirken zu dürfen“, sagt der 50-Jährige.

Ähnlich sieht es Jagust. „Dieses Projekt ist in Deutschland in dieser Form und diesem Umfang einzigartig. Wir sind der HSG Hanau daher sehr dankbar für das große Engagement und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Wir wünschen uns, dass dieses Projekt für alle eine Erfolgsgeschichte wird und somit viele Nachahmer finden wird“. Leiter des Demokratieprojekts bei der HSG Hanau wird Jannik Ruppert. Der 24-Jährige ist fester Bestandteil der Drittliga-Mannschaft, die zuletzt in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga für Furore gesorgt hat. Ruppert absolviert den Studiengang „Soziale Arbeit“ in Frankfurt und freut sich, Teil dieser Kooperation zu sein. „Ich finde es großartig, dass sich der Verein für dieses Thema so engagiert und freue mich sehr, dass ich mich einbringen darf. Die HSG Hanau ist aufgrund ihres familiären Charakters schon immer mehr als ein Handballverein gewesen, mit ihrem zusätzlichen Engagement unterstreicht sie dies einmal mehr.“

Die ersten Schritte in der Umsetzung mit Jannik Ruppert

Ruppert wird bereits zum Ende der Sommerferien mit dem Projekt starten. Dabei möchte man sich langsam an das Thema und die Umsetzung innerhalb des Vereins herantasten. Zunächst erhalten alle C-Jugendlichen der HSG-Nachwuchs-Handballer im Alter von zwölf bis 13 Jahren ein Mitmachangebot. An mehreren Tagen werden in Workshops unter pädagogischer Anleitung des Makista-Teams erste Demokratie-Themen vermittelt. Dabei geht es zunächst darum, welche Rechte Kinder überhaupt in einer Demokratie haben. „Was bedeuten Demokratie und Kinderrechte in meinem Verein“ ist die Leitfrage, zu der die Kinder abschließend ein gemeinsames Banner malen, das zur neuen Saison in den HSG-Spielstätten wie z.B. der Main-Kinzig-Halle aufgehängt wird. Nach und nach werden zusätzliche Angebote mit weiterführenden Themen für andere Altersgruppen geschaffen. Die Teilnahme an den Workshops ist freiwillig.

Neben der Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ plant die HSG Hanau Plätze für zwei Werksstudenten zu schaffen, die als „HSG Hanau Demokratie-Botschafter“ Handball AGs in Schulen anbieten sollen. Darüber hinaus sind für Partner und Sponsoren besondere Veranstaltungen vorgesehen. Die HSG Hanau wird das gesamte Projekt dokumentieren und richtet dafür eigens die Webseite  www.hsghanau-fuer-demokratie.de ein.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky schwärmt vom Projekt

Der Unterstützung der Stadt Hanau und im Besonderen des Oberbürgermeisters Kaminsky darf sich die HSG Hanau bei ihrem gesellschaftlichen Engagement sicher sein. „Das ist ein herausragendes und sehr bedeutendes Projekt, das für Hanau nicht besser hätte sein können. Ich würde mir sehr wünschen, dass dieses Projekt viele Nachahmer in ganz Deutschland findet. Wir können jeden Verein gebrauchen, der sich aktiv für einen freiheitlich demokratischen Rechtsstaat sichtbar einsetzt. Die HSG Hanau darf sich darauf verlassen, dass ich sie bei ihrer Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung mit aller Kraft unterstützen werde. Umso schöner wäre es, wenn die HSG Hanau zukünftig auch ihre sportliche Erfolgsstory weiterschreiben könnte. Denn das würde dem gesamten Projekt zusätzliche Strahlkraft verleihen“, sagt Kaminsky.

Die HSG Hanau hat das Thema Demokratie-Förderung zunächst auf drei Jahre angelegt. Man möchte sich Zeit geben, damit sich das Projekt entfalten kann. Im besten Fall, so ist die Hoffnung der Verantwortlichen, wird das Demokratie-Projekt in der Zukunft einfach weitergeführt. Wie ernst es dem Verein dabei ist, zeigt die Tatsache, dass die HSG Hanau den Platz auf der Trikotbrust ihres Drittligakaders kostenfrei zur Verfügung stellt, um ihr gesellschaftliches Engagement nach außen deutlich sichtbar zu machen. Dort wird zukünftig das Logo „Demokratie leben!“ zu sehen sein.

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