Das war nichts für schwache Nerven. Handball-Drittligist HSG Hanau hat in einem spannenden Rhein-Main-Derby den 20. Saisonsieg eingefahren. In Kelkheim triumphierten die Grimmstädter am Freitagabend mit 31:30 (18:13) über den Aufsteiger TSG Münster und bewiesen dank Jan-Eric Kleemann und Torhüter Saad Khan in den Schlussminuten die entscheidende Nervenstärke.
Mit den wichtigen Punkten behauptet Hanau in der Tabelle seinen Vorsprung auf den Longericher SC Köln und kann im direkten Duell mit dem Tabellennachbarn am kommenden Wochenende die Qualifikation für die DHB-Pokalrunde 2026/27 unter Dach und Fach bringen.
„Wir haben heute wieder über 45 Minuten ein ausgezeichnetes Spiel abgeliefert“, resümierte ein erfreuter HSG-Coach Axel Spandau. „Und dass trotz der Ausfälle von Dziugas Jusys und Max Bergold, unseren emotionalen Leadern, und auch der frühen zweiten Zeitstrafe gegen Nils Schröder. Eine super Mannschaftsleistung, auf die wir stolz sein können.“
Mit einer personell komplizierten Situation und drei hochemotionalen Heimspielen in den Knochen erwischte die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim keine gute Anfangsphase. Münster übernahm mit 4:1 die Führung, aber Hanau kämpfte sich schnell zurück. Beim 6:6 (12. Minute) durch Lukas Böhm war Hanau auch mental voll in der Partie angekommen. „Ab da haben wir Münster bis zur 45. Minute deutlich auseinandergespielt“, so Spandau, dessen Team sich über die beiden Außen Sebastian Hein und Julian Fulda immer wieder Chancen erarbeitete.
Nach dem 11:9 von Hein (20.), blieb Hanau auch beim 16:13 von Jan-Philipp Winkler (28.) vorne und nahm den Vorsprung mit in die Pause. Auch Torhüter Benedikt Müller war dem Team am Freitagabend wieder ein sicherer Rückhalt. Schon im Hinspiel hatten die Grimmstädter gegen den starken Aufsteiger mit 30:27 die Oberhand behalten und auch am Freitagabend sah es nach Jan-Eric Kleemanns 27:21 (46.) so aus, als würde Hanau schon vor der Schlussphase für klare Verhältnisse sorgen, doch weit gefehlt: Die von Daniel Wernig trainierte TSG Münster kam noch einmal zurück.
„Irgendwann mussten wir natürlich durchwechseln und Münster hat in diese Phase auf seine erfahrenen Akteure zurückgegriffen“, so Spandau. Die beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Patrick Weber und Jonas Ulshöfer stemmten sich für die TSG gegen die Niederlage und nach einem 7:1-Lauf der Hausherren wurde es beim 28:28 (56.) noch einmal richtig spannend. Kurz zuvor hatte auch Abwehrspezialist Nils Schröder die Rote Karte nach drei Zeitstrafen gesehen.
Kleemann, Schiefer & Co. gingen jetzt auf das Ganze. Die HSG Hanau wollte unbedingt den 11. Saisonsieg in Serie, das war dem Team deutlich anzumerken. Die Grimmstädter legten immer einen Treffer vor und nach Kleemanns erfolgreich verwandeltem Siebenmeter zum 31:30 (59. Minute), war man bereits dicht dran am Auswärtssieg. Münster holte im Angriff zwar noch einen letzten Strafwurf heraus, aber Saad Khan wurde zum Matchwinner und ließ Weber von der Siebenmeterlinie scheitern.
„Jetzt freuen wir uns natürlich auf das Heimspiel gegen Köln, dann hoffentlich mit dem einen oder anderen Spieler mehr im Kader“, so Spandau. Am Samstag, 25. April empfängt Hanau den Longericher SC Köln zum „Endspiel“ um die DHB-Pokal-Qualifikation.
Aufstellung TSG Münster: Pape, Welkenbach; Treber (1), Manso (1), Schneider (2), Grusovnik, Ulshöfer, Fuhrig, Kosch, Gerntke (4), Liebeck (3), Jockel (1), Weber (7/3), Fegert, Gollan (1), Zelser (4).
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Khan, Kleemann (4/3), Hein (8/2), Just, Gerst (1), Böhm (4), Schröder (1), Deichsel, Rivic (4), Winkler (1), Schiefer (3), Fulda (5).
Zeitstrafen: 4:10 Min. – Siebenmeter: Rote Karte: Schröder (53. / 3x2 Min.). – Zuschauer: 618. – Schiedsrichter: Sven Ernst, Johannes Sippel.

Die HSG Hanau jubelte am Freitagabend in Kelkheim mit den Anhängern des Blauen Blocks.
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