Am 28. Spieltag der 3. Handball-Liga Süd-West kommt es am Samstag um 19.30 Uhr in der Rudi-Lechleidner-Halle zum absoluten Topspiel. Der Tabellenzweite TV Gelnhausen empfängt Spitzenreiter HG Saarlouis. Beide Mannschaften haben sich bereits vorzeitig für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga qualifiziert. In diesem Duell geht es nun um die vorzeitige Staffelmeisterschaft und darum, ein echtes Ausrufezeichen vor der entscheidenden Saisonphase zu setzen. Präsentiert wird das Spiel von der Kreissparkasse Gelnhausen.
Mit 45:9 Punkten steht der TVG aktuell auf dem zweitem Tabellenrang. Der Rückstand auf Saarlouis beträgt fünf Zähler, während die drittplatzierte HSG Hanau nur drei Punkte hinter den Barbarossastädtern lauert. Mit einem Heimsieg könnte Gelnhausen nicht nur die Chancen auf die Vizemeisterschaft deutlich verbessern, sondern gleichzeitig verhindern, dass sich Saarlouis vorzeitig die Meisterschaft sichert.
Nach zuletzt zwei überzeugenden Siegen gegen den TuS 82 Opladen (32:20) und den TV Homburg (46:21) geht der TVG mit viel Selbstvertrauen in das Spitzenspiel. Besonders in eigener Halle präsentierten sich die Rot-Weißen in dieser Saison bislang souverän und sind noch ungeschlagen. Diese Serie wollen sie auch gegen den Tabellenführer fortsetzen.
Mit der HG Saarlouis wartet jedoch die wohl stärkste Mannschaft der Staffel auf die Gelnhäuser. Die Saarländer stehen mit 50:6 Punkten an der Tabellenspitze und haben den Aufstieg als klares Saisonziel ausgegeben. Nach einem umfassenden Umbruch unter Sportdirektor Markus Baur und Trainer Jörg Lützelberger hat sich das Team schnell gefunden und präsentiert sich als äußerst ausgeglichenes Kollektiv mit viel individueller Klasse.
„Dass der Erste gegen den Zweiten spielt, sagt eigentlich schon alles über die Bedeutung dieses Spiels“, betont TVG-Cheftrainer Matthias Geiger. „Wir freuen uns riesig auf dieses Heimspiel und hoffen auf eine volle Halle. Die Atmosphäre in der Hölle Süd könnte schonmal ein Vorgeschmack auf die Aufstiegsrunde geben.“ Im Hinspiel mussten sich die Barbarossastädter mit 26:30 (11:15) geschlagen geben. Vor allem in entscheidenden Phasen ließ der TVG damals zu viele Möglichkeiten liegen. „Wir haben im Hinspiel einiges nicht so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen hatten und haben Saarlouis zu viel Raum gelassen“, erklärt Geiger. „Daraus haben wir unsere Lehren gezogen und wollen es diesmal besser machen.“
Die Qualität des Gegners ist unbestritten. Mit Spielern wie Yves Kunkel, der mit 184 Treffern zu den Top-Torschützen der Liga gehört, sowie zahlreichen erfahrenen Akteuren ist Saarlouis auf allen Positionen hochkarätig besetzt. Zudem hat die HGS in der Winterpause noch einmal ordentlich aufgerüstet und mit Zeb Bjernfeld und Olle Österhall (beide Eskilstuna Guif) zwei junge Rückraumspieler aus der ersten schwedischen Liga verpflichtet. Beide haben sich bereits sehr gut in die Mannschaft integriert und haben schon mehrfach ihr hohes Spielniveau und ihre Treffsicherheit unter Beweis gestellt.
Damit haben die Saarländer ihren Kader im Vergleich zur Hinrunde noch einmal deutlich verbessert. „Saarlouis hat auf jeder Position absolute Qualität und viele Ausnahmespieler. Das ist uns bewusst“, so Geiger. „Wir müssen als Mannschaft dagegenhalten, kompakt verteidigen und mit der nötigen Aggressivität arbeiten, um ihre individuelle Klasse zu begrenzen.“ Auch taktisch erwartet den TVG eine anspruchsvolle Aufgabe: „Die offensive Abwehr von Saarlouis wird uns fordern. Da müssen wir deutlich bessere Lösungen finden als noch im Hinspiel“, fordert der Coach.
Trotz der Favoritenrolle der Gäste sieht Geiger seine Mannschaft keineswegs chancenlos: „Wir wollen uns auf keinen Fall verstecken. Wenn wir unsere Leistung auf den Punkt bringen und ein echtes Topspiel abliefern, haben wir alles in der Hand, um dieses Spiel zu gewinnen.“ Personell bleibt die Lage beim TVG weiterhin angespannt. Die Verletzten Akos Csaba (Kreuzbandriss), Leon David (Schulter-OP) und Simon Belter (Sprunggelenksverletzung) fallen weiterhin aus. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Henrik Müller (Prellung am Fuß), Finn Trinczek (Schienbeinprobleme), Fynn Broßmann (ausgekugelter Finger) und Benjamin Wörner (Krankheit) noch ein Fragezeichen. Im schlechtesten Fall muss Geiger also erneut viele Ausfälle kompensieren. Dennoch hat die Mannschaft in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Voraussetzungen starke Leistungen abrufen kann.
Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken soll nun der nächste Heimsieg gelingen. Alles ist angerichtet für einen intensiven Handballabend in der Hölle Süd mit zwei Topteams, großer Atmosphäre und einem Duell auf höchstem Niveau. Tickets für die Partie sind am Samstag an der Abendkasse erhältlich sowie jetzt schon online über die Homepage des TV Gelnhausen.
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