HSG Hanau: Harter Derby-Dämpfer in Mittelhessen

Allrounder Dennis Gerst und die HSG Hanau mussten sich am Donnerstagabend in Dutenhofen geschlagen geben. Quelle: HSG Hanau

Handball

Kalte Dusche für Handball-Drittligist HSG Hanau. Am vorletzten Spieltag der Saison 2025/26 in der 3. Liga Süd-West verloren die Grimmstädter ihr Derby bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II mit 23:32 (4:15). Gegen die Bundesliga-Reserve der HSG Wetzlar erlebten die personell angeschlagenen Hanauer am Donnerstagabend eine misslungene erste Halbzeit, stabilisierten sich dann aber im zweiten Durchgang und brachten die Begegnung ordentlich zu Ende, ein bitterer Beigeschmack blieb dennoch haften.

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„Ich muss mich heute Abend für unsere erste Halbzeit entschuldigen“, meinte ein sichtlich enttäuschter HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach Abpfiff in Mittelhessen. „Das war wirklich schlecht, was auch der Zwischenstand zur Pause aussagt. Hier spielte eigentlich der Tabellendritte gegen den Fünften, aber dieser Ausgang ist in der Handballsprache eigentlich kaum zu beschreiben.“

Durch die Niederlage in Dutenhofen droht die HSG Hanau noch am Freitagabend der Verlust des dritten Tabellenplatzes. Sollte der Longericher SC Köln punkten, würde der direkte Konkurrent im Rennen um die Qualifikation für den DHB-Pokal an den Südhessen vorbeiziehen. Dabei hatte Spandau vor dem Spiel von seinem Team eigentlich maximalen Einsatz in der Abwehr gefordert, doch es war vor allem die Offensive, die dem Hanauer Coach Kopfzerbrechen bereitete.

Offensiv fehlt Hanau früh der Zugriff

Die Hessenderbys der beiden Top-Teams der Staffel Süd-West sind Jahr für Jahr von großer Emotionalität geprägt und auch am Donnerstagabend gingen beide Mannschaften hochmotiviert in der Sporthalle Dutenhofen zu Werke, doch Tore waren zunächst Mangelware. Sebastian Hein markierte in der 8. Minute das 2:2 für die HSG Hanau.

Mit mehreren angeschlagenen Spielern im Kader hatte Spandau improvisieren müssen: Auf der Mittelposition übernahm Jan-Philipp Winkler von Beginn an für den verletzten Jan-Eric Kleemann und Torhüter Benedikt Müller führte die Blau-Weißen als Kapitän auf die Platte. Gleichzeitig kehrte Routinier Lukas Böhm nach seiner einwöchigen Pause in den Rückraum zurück.

Dutenhofens Coach Eike Schuchmann schien seine Mannschaft gut auf die Spandau-Sieben eingestellt zu haben, denn mit zunehmender Spielzeit tat sich Hanau gegen die aggressive Deckung der Hausherren sichtlich schwer. In den Auftakthandlungen fehlte die zündende Idee, während die Grün-Weißen immer wieder durch Stopfouls die Hanauer Offensivbemühungen unterbrachen.

Beim 3:5 (14.), durch einen Rückraumwurf von Cedric Schiefer, war Hanau noch an den Gastgebern dran, doch schon kurz danach verloren Winkler, Böhm & Co. in der Offensive den Faden. Gleich mehrmals biss sich das Team in der Dutenhofener Defensive fest oder scheiterte an Henrik Naß im Tor, der mehr und mehr zum Faktor wurde. Über 8:3 und 12:3 zogen die Gastgeber unaufhaltsam davon, da halfen auch keine zwei Auszeiten von Spandau. Erst in der 26. Minute beendete David Rivic mit dem 4:12 die lange Durststrecke der Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim. Mit einem 4:15-Rückstand ging es in die Kabine.

„Natürlich hat uns Jan-Eric Kleemann heute gefehlt, das muss man einfach mal so sagen“, sagte Spandau, der seinen Kreativmotor im Angriff schmerzlich vermisste. „Jan-Philipp Winkler hat das Spiel leider nicht so in den Griff gekriegt, wie wir uns das vielleicht erhofft haben. Ich habe es auch mit Dennis Gerst auf der Mitte probiert, was Höhen und Tiefen hatte.“

Nach der Pause gefangen, doch Rückstand zu groß

Zu allem Überfluss ging es in der zweiten Halbzeit dann auch für Schiefer nicht weiter. Da Ben Scharriär als weitere Wechseloption fehlte, mussten Gerst, Winkler und Böhm die Begegnung mehr oder weniger alleine im Rückraum schultern. Saad Khan rückte für den bis dahin glücklosen Müller zwischen die Pfosten und zeigte einige Paraden für die HSG.

Über das 8:19 von Winkler (36.) und 12:22 (42.) von Julian Fulda, der auf Linksaußen ein gutes Spiel machte, ließ Hanau den Rückstand nicht weiter anwachsen. In der Schlussphase rotierte Spandau noch einmal durch und gab dem Hanauer Nachwuchs Jannes Hauer und Malte Just (2 Tore) auf den Außenpositionen noch etwas Einsatzzeit. Auch Yannik Kraft, der aus der zweiten Mannschaft der Grimmstädter aushalf, verwandelte zwei Mal sicher von der Siebenmeterlinie.  

„In der zweiten Halbzeit haben wir uns wenigstens noch ein bisschen gewehrt und so ein halbwegs akzeptables Ergebnis abgeliefert“, so Spandau. „Wir haben jetzt eine klare Motivation, nämlich dass wir uns in der nächsten Woche mehr anstrengen und ein anderes Gesicht zeigen.“

Am kommenden Freitag, 8. Mai (20:15 Uhr) bestreitet die HSG Hanau ihr letztes Saisonspiel vor heimischer Kulisse. Zu Gast in der Hanauer Main-Kinzig-Halle ist die TSG Haßloch.

Aufstellung HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II: Naß, Pantel; Gümbel (3), Weimer, Opitz (8), Landenfeld, Schneider (1), Bremond (3), Mraz (5), Preuß, Simon (3), Metzler, Rettemeier (5), Okpara (1), Scheibel (1), Zaum (2).

Aufstellung HSG Hanau: Müller, Khan; Hein (3), Jusys, Just (2), Gerst, Böhm (2), Hauer, Schröder, Rivic (6), Winkler (1), Kraft (2/2), Schiefer (3), Fulda (4/1).

Zeitstrafen: 4:0 Min. – Siebenmeter: 0/1:3/5. – Zuschauer: 300. – Schiedsrichter: Benedikt Steinebach, Philipp Schürhoff.

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Allrounder Dennis Gerst und die HSG Hanau mussten sich am Donnerstagabend in Dutenhofen geschlagen geben. Quelle: HSG Hanau


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