Im 150. Vereinsjahr öffnete der TV Gelnhausen erneut seine Pforten für ein Handball-Camp in den Osterferien.
Nach dem erfolgreichen Abschluss stellte sich Campleiter Peter Jambor zum Interview.
Das wievielte Camp war das?
Peter Jambor: "Das diesjährige Camp war das 5. seiner Art."
Wer durfte an dem Camp teilnehmen?
Peter Jambor: "Das Camp war geplant für Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren. Wir haben aber auch Kinder gehabt, die älter waren und unbedingt mitmachen wollten, denen haben wir natürlich auch die Möglichkeit geboten."
Sie waren offizieller Camp-Leiter, wie kam es dazu?
Peter Jambor: "Es gibt einige Projekte, die beim TVG Handball derzeit laufen und ich wurde angesprochen, ob ich davon das Jugendhandballcamp in den Osterferien übernehmen möchte. Ich habe sofort zugesagt."
Wer hat dich unterstützt?
Peter Jambor: "Ich hatte tolle Unterstützung von unserem Konzeptkoordinator Sergej Budanow, dem stellvertretenden Abteilungsleiter Jürgen Hilb und dem sportlichen Leiter Philip Deinet. Im Prinzip hat mich jedoch der ganze Verein unterstützt. Es war unglaublich, wie viele mitwirken wollten. Spieler und Trainer aus der 1. und 2. Mannschaft und aus der Damenmannschaft. Einige Eltern und auch unsere Jugendlichen aus der C-, B- und A-Jugend haben einen starken Job gemacht. Sogar aus der Leichtathletikabteilung und von außerhalb des Vereins hatten einige das Interesse, mitmachen zu wollen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen fleißigen Crewmitgliedern herzlich bedanken, ohne euch wäre das Camp sicherlich nicht so gut gelungen."
Wie ist ein solches Mammut-Projekt überhaupt zu stemmen?
Peter Jambor: "Die Organisation war im Vorfeld sehr wichtig gewesen, damit unser Projekt möglichst reibungsfrei ablaufen konnte. Es gab viel zu tun aber eben auch viel Unterstützung. So konnten wir die Aufgaben, die anfielen, auf all die Leute verteilen, die mitmachen wollten. Das hat sehr gut funktioniert und uns ermöglicht, so ein Projekt ohne weiteres zu stemmen."
Gab es Sponsoren? Und wie haben sich diese eingebracht?
Peter Jambor: "Die Schwenninger Krankenkasse unterstützt uns als Hauptsponsor seit Jahren bei den Camps, sie haben auch die T-Shirts für die Teilnehmer gesponsort. Des Weiteren hatten wir Unterstützung von der Gutschänke Hühnerhof , dem Restaurant Napoleon und dem Backwerk Hanau, die unsere Kinder mit leckerem Essen versorgt haben. Fachmarkt Bindernagel und Main Kinzig Gas waren weitere Sponsoren. Das Fitnessstudio FitnessLife hat uns ebenfalls unterstützt und ermöglicht, dass die zwei besten Trainer/innen belohnt werden können. Nachdem die Kinder sich für den/die beste Trainer/in entschieden hatten, bekamen sie einen Gutschein für eine Probewoche im Fitnessstudio inklusive Beratung und Nutzung des Wellnessbereichs."
Wenn man das Camp im Jahr 2012 mit den Vorjahren vergleicht, hat es ein neues Gesicht bekommen. Was war der Ausschlag für diesen Wandel?
Peter Jambor: "Wir wollten für den TVG etwas ganz eigenes schaffen und uns nicht nur von unserem letzten Camp unterscheiden, sondern auch von anderen Vereinen. Viele Campanbieter setzen alles darauf, die Kinder in Technikeinheiten unbedingt verbessern zu wollen. Dadurch kommen die Kinder in Situationen, in denen sie ständiger Korrektur und Kritik ausgesetzt sind. Für Kinder, die schon etwas fortgeschrittener sind, ist das noch OK, aber Anfänger und Kinder, die noch nicht viel mit Handball in Berührung gekommen sind, fallen da schnell hinten runter. Wir wollten den Kindern an erster Stelle das Erlebnis Handball näher bringen und jedem die Chance geben, sich selbst zu entdecken. Emotionen und Motivation spielen hier eine wichtige Rolle. Nur wenn wir das in den Kindern entfachen, sind sie richtig aktiv und bereit, alles in sich aufzusaugen, was wir ihnen bieten können. Dass dann das Lernen fast wie von alleine kommt, haben wir mehr als deutlich im Camp beobachten können."
Was war anders als in den Jahren zuvor?
Peter Jambor: "Wie schon erwähnt haben wir die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Das betrifft das Organisatorische und das Sportliche. Ein sehr wichtiger Posten war dabei der Betreuer, der die Schnittstelle zwischen Organisation und sportlicher Betätigung war. Jede Gruppe, bestehend aus 10 Kindern, hatte ihren eigenen Betreuer, der die Kinder von Trainer zu Trainer gebracht und sie auch beim restlichen Tagesprogramm begleitet hat. So hatten die Kinder immer jemanden an den sie sich direkt wenden konnten und die Trainer konnten sich voll und ganz auf die Arbeit mit den Kindern an ihrer Station konzentrieren. Wir wollten den Kindern auch eine Vielzahl an Trainern/innen bieten um das Programm so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten."
Verstärkt wurde auch über den Handball hinaus das Augenmerk auf Teamgeist gelegt. Warum dieser neue Schwerpunkt?
Peter Jambor: "Wirklich neu war dieser Schwerpunkt nicht nur wollten wir es dieses Mal viel mehr nutzen. Gleich von Anfang an bekamen die Kinder Aufgaben gestellt, bei denen sie nur in Kooperation mit den übrigen Gruppenmitgliedern erfolgreich sein konnten. Das hat das Gruppengefühl ungemein gefestigt, obwohl sich viele erst im Camp kennengelernt haben. Wenn sich dann jedes Kind der Unterstützung des anderen in der Gruppe sicher sein kann, macht egal welche Herausforderung gleich noch mehr Spaß."
Was war euch wichtig, was das Camp über den sportlichen Aspekt hinaus bei den Beteiligten erzielen sollte?
Peter Jambor: "Aus Vereinssicht sind solche Projekte für uns sehr wichtig, weil sie die „Vereinskultur“ prägen. Ein Großteil der Zeit verbringt man in seiner eigenen Mannschaft und kommt höchstens mal am Spieltag mit anderen ins Gespräch. Projekte wie das Handballcamp oder andere, die noch folgen werden, bieten da viel mehr. Man arbeitet zusammen, hat Gelegenheit sich auszutauschen und lernt die Menschen kennen, die man sonst vielleicht nur auf dem Spielfeld sieht. Ebenfalls sehr wichtig ist, dass hier Vereinsfremde unseren Verein und dessen Mitglieder besser kennenlernen können."
Gab es auch Pannen oder Probleme?
Peter Jambor: "Natürlich kann bei so was nicht immer alles wie geschmiert laufen, aber solange alle an einem Strang gezogen haben, wurden Pannen ganz schnell behoben, so dass die Kinder es meistens gar nicht mitbekommen haben, wenn denn mal etwas schief gelaufen ist."
Wie war für die Camp-Teilnehmer der Besuch der Bundesliga-Spieler Weber, Müller und Harmandic?
Peter Jambor: "Der Besuch von den Handballstars aus Wetzlar war natürlich ein Highlight! Mit riesen Augen und regem Interesse haben die Kinder die Stars mit Fragen gelöchert. Sehr schön, dass wir von der HSG Wetzlar auch die Möglichkeit bekommen haben, Karten an die Campteilnehmer zu verteilen, so dass das Erlebnis Handball nach dem Camp noch weitergehen konnte."
Wenn du eine Abschluss-Bilanz ziehen solltest, wie siehst du das Camp im Rückblick?
Peter Jambor: "Im Rückblick sehe ich die Kinder, welche mit Freude und Begeisterung mitgemacht haben. Das zeigt mir, dass wir es geschafft haben, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie Handball genießen konnten. Und dennoch haben wir Vieles entdecken können, wo noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Schon jetzt arbeiten wir daran, wie wir unser nächstes Camp gestalten können, um noch mehr Interessierte zu erreichen."
Und was sagen die Beteiligten dazu?
Peter Jambor: "Wir haben von einigen Eltern Mails bekommen, die das Bedürfnis hatten, ihr Lob uns mitzuteilen. Und auch sonst war die Resonanz positiv gewesen. Viele von den Kindern aber auch Betreuern und Trainern haben gleich nach dem Camp gesagt, dass sie das nächste Mal wieder dabei sind."
Wird es auch im nächsten Jahr ein Handball-Camp geben?
Peter Jambor: "Ja. Auf jeden Fall und ich für meinen Teil werde auch wieder dabei sein."
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