Ein Blick in das digitale Kinderzimmer

Hanau
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In Hanau verhält es sich nicht anders, als im Rest der Republik. Whatsapp, Facebook, Snapchat, Instagram - diese und viele weitere Plattformen gehören zum Standardrepertoir der „digital natives“, der ersten Generation junger Menschen, die mit Internet und Smartphones groß werden.

Ihre Eltern sind damit meist überfordert. „80 Prozent der Eltern“, so Günter Steppich, Fachberater für Jungendmedienschutz im hessischen Kultusministerium und Referent am Informationsabend, „halten die Computer- und Handynutzung ihrer Kinder für unproblematisch“. Dabei seien sie meist ahnungslos, was ihre Kinder im Netz so treiben.

Steppich erklärte den 250 anwesenden Eltern im Brüder-Grimm-Forum der Otto-Hahn-Schule die wesentlichen Fallstricke, mit denen die allermeisten Jugendlichen bereits unangenehme Erfahrungen gemacht haben. Die Spannbreite reiche von sexueller Belästigung, Gewaltverherrlichung, Datenklau bis hin zu Cybermobbing und Spielsucht. Anhand von Fotos und Videobeispielen ließ er die verstörende Wirkung dieser Erfahrungen auf die psychische Entwicklung von Kindern für die Zuhörer greifbar werden.

In seinem zweistündigen Vortrag betonte Steppich immer wieder, dass ein Verbot von Internet und Smartphones keine Lösung sei. Neue Medien seien in der Zukunft eine Schlüsselqualifikation. Stattdessen warb er für einen erzieherischen Ansatz. Eltern müssen ihre Kinder im Umgang mit den neuen Medien begleiten, sie anleiten und ihnen zuhören. Hierzu gehöre selbstverständlich auch, dass die Eltern sich das notwendige Know-how verschaffen. Dies stelle sich momentan meist nicht so dar.

Steppich forderte die Eltern zudem auf klare Grenzen zu setzen: Keine Bildschirme in Kinderzimmern von unter Dreizehnjährigen, Zeitbudgets und Inhaltsfilter bei unter Sechszehnjährigen, bei Spielen die Altersfreigabe beachten. Auch für Facebook und Whatsapp gebe es in den AGBs Altersbeschränkungen. Diese seien eine gute Argumentationshilfe, wenn der Nachwuchs klagt, dass alle anderen diese Plattformen auch nützen dürfen - nur sie natürlich nicht.

Medienerziehung, so Steppich, sei in erster Linie Elternarbeit. Schule könne hier nur unterstützend wirken. Umso mehr freute sich der Schulelternbeirat, der den Informationsabend in Zusammenarbeit mit Oberstudienrat Thomas Muhl organisiert hat, dass 40 Kollegen der Otto-Hahn-Schule bereits am Nachmittag eine mehrstündige Fortbildung bei Herrn Steppich besucht haben. Das Thema ist angekommen. Bei Eltern und Lehrern.

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