"Und schon wieder einer erwischt? Ist es der 9., 12. oder 17. Plagiats-Fall nach von und zu Guttenberg vor 11 Jahren, dass erneut mit der Dissertation eines ranghohen Politikers/in – jetzt der frisch gekürte CSU-Generalsekretär Huber – eine Missachtung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens aufgedeckt wird? Und wieder erfolgt die peinliche Standard-Entschuldigung, „nach bestem Wissen und Gewissen“ gearbeitet zu haben.

Der schlampige Umgang oder der bewusste Missbrauch von Fremdzitaten bzw. fehlender oder falscher Quellenangaben müsste doch zuerst dem Prüfenden, d.h. dem Doktorvater oder der – mutter, ins Auge springen. Warum werden sie ihrer wissenschaftlichen Pflicht und ihrer professoralen (und auch professionellen) Verantwortung bei der Benotung der jeweiligen Doktorarbeit nicht gerecht?

Noch nie wurde bei allen bisherigen Fällen das Naheliegende benannt und angeklagt, dass nämlich der/die betreuende Professor/in bei der Notengebung versagt hat. Warum werden die Täter immer von Außenstehenden ihrer unlauteren Arbeit bezichtigt und nicht von den dafür bezahlten und zuständigen Verantwortlichen? Schludern die Professoren/innen bei der kritischen Durchsicht der Dissertation genauso wie ihre straffällig gewordenen Doktoranden?

Für mich ist es unverständlich, dass bei all den aufgedeckten Plagiatsfällen von Doktorarbeiten bekannter Politiker fast nie die zuständige Universität und/oder der jeweilige Fachbereich Konsequenzen für die verantwortlichen Professoren gezogen hat. Der Doktortitel wurde den Politikern mit Recht aberkannt, aber was geschah und geschieht mit den für die missratene Dissertation entscheidenden Professoren? Machen sie weiter so und vergeben munter ihr „summa cum laude“ oder „rite“ statt des zutreffenderen „insufficiender“ oder „sub omni canone“?"

Aloys Lenz
Großkrotzenburg

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