Am Sonntag, 14. Dezember 2025, um 15 Uhr führt Kunsthistorikerin Susanna Rizzo durch die aktuellen Ausstellungen im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau.
Die Präsentation „Sharareh Aghaei. Unseen Values“ zeigt eine Auswahl ihrer Arbeiten. Mit ihrem Schmuck nimmt Sharareh Aghaei Bezug auf die industrielle Verarbeitung von Edelsteinen. Sie bespricht die Kriterien von Wert, Vergänglichkeit und Schönheit von Steinen, die aus verschiedensten Teilen der Welt stammen und in ihrem Vorkommen begrenzt sind. Aghaei arbeitet mit Ausschüssen aus der Edelsteinproduktion, die als nicht verwertbar gelten, und erzeugt mosaikhafte Oberflächen, in denen die Individualität der Edelsteine die Ästhetik ihres Schmucks unterstreicht.
Mit der Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Bestandsaufnahme“ setzt sich das Haus mit der eigenen Sammlung auseinander und zeigt deren Vielfalt. Die Ausstellung verdeutlicht die Entwicklungen von Schmuck nach 1945 auf nationaler wie internationaler Ebene und veranschaulicht, wie ein konventionelles Verständnis von Schmuck durch ein künstlerisches erweitert wurde. Zu sehen ist eine Vielzahl von Objekten, die Geschichten erzählen, die das Medium Schmuck als solches befragen oder neue gestalterische Wege eingehen. Zudem erzählt die Ausstellung davon, wie Sammlungen entstehen, welche Rolle Ankäufe, Schenkungen sowie prägende Persönlichkeiten und Strömungen dabei einnehmen.
In der Ausstellung „Ich bin in Schmuckhaft. Peter Skubic“ werden Arbeiten des 1938 geborenen Künstlers gezeigt, der zu den prägenden Persönlichkeiten der Schmuckszene seiner Generation zählt. In seinem Schaffen ergründete er die Eigenheiten von Schmuck, verortete ihn gleichrangig unter den verschiedenen Kunstgattungen und begriff ihn als geistige Disziplin. Bereits früh ging Skubic der Frage nach, wie Schmuck als Objekt im Raum, ohne zwingenden Körperbezug, wirken kann. Deswegen lässt sich sein Werk insbesondere unter skulpturalen Gesichtspunkten begreifen und beschreiben. Skubic arbeitete bevorzugt mit Edelstahl. Seine zusammengefügten Konstruktionen werden durch Verstrebungen und Verspannungen in Form gehalten, sie wirken wie kleine Architekturen und changieren zwischen Schmuck und Skulptur.
Unter dem Titel „Verschlingen. Schmuck von Sophie Hanagarth“ wird das Werk der in Frankreich lebenden Künstlerin präsentiert. Hanagarths Schmuck entzieht sich dem Eindeutigen, er ist geprägt von dem Spiel mit Assoziationen. Mit ihren Arbeiten möchte sie Konventionen befragen und der Kraft von Ironie Raum geben. Das Verschlingen, im mehrdeutigen Sinne, ist Motiv für viele ihrer Arbeiten. Zu sehen sind Lippen, die Finger umschließen, Zähne, die in Handgelenke beißen, Zungenküsse aus dunklem, hartem Eisen. Hanagarth formuliert eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Mystik, Glaube, Begehren und Sexualität. So lassen ihre Arbeiten danach fragen, wie Schmuck zum Körper steht und welche Funktion Körpergefühl, Sinnlichkeit und Materialität dabei einnehmen. Die Künstlerin arbeitet hauptsächlich mit Stahl und Eisen; Materialien, denen Härte, Schwere und Beständigkeit zugeschrieben werden. Sie spielt mit diesen Zuschreibungen, setzt ihnen weiche, sich windende Formen gegenüber.
Der Eintritt inklusive einstündiger Führung kostet 7 € pro Person, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kostet die Teilnahme 2 €. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Blick in die Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Bestandsaufnahme“. Foto: David Arzt
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