Thema Feuerwehren politischer Selbstmord?

Leserbriefe

Auf seinen Leserbrief "Braucht Bruchköbel so viele Feuerwehren?" hat Rainer Gustke zahlreiche Reaktionen erhalten, daher meldet er sich jetzt erneut zu Wort.

Evonik

Der Leserbrief vor zirka vier Wochen, zum voran genannten Thema, ist mit dem Ziel eine breite Diskussion zu eröffnen geschrieben worden. Nun haben sich in der Zwischenzeit recht unterschiedliche Reaktionen ergeben. Leider ist ein Leserbrief mit einer Antwort von keiner Seite erschienen.

Allerdings sind die Meinungen die ich in den letzten vier Wochen gehört habe doch sehr aufschlussreich, man forderte mich auf diese vielen Meinungen zu kommunizieren. Mich haben in der Zeit davor niemals so viele Menschen angesprochen. Das Thema Feuerwehr wurde mit mir (nicht mit den Politikern/Feuerwehr) auf der Straße, im Verein, in der Turnhalle, auf dem Markt , im Supermarkt, am Telefon und bei anderen Stellen diskutiert.

Alle waren der Meinung, dass es gut war dieses Thema einmal öffentlich anzusprechen und so unterschiedlich waren die Themen. Man habe gar nicht gewusst, dass wir so viele Feuerwehren haben. Natürlich muss das in den vergangenen Jahren zu unnötigen Kosten geführt haben. Warum ist das nicht schön längst einmal geändert worden. Einige äußerten, die Stadtpolitiker entscheiden nichts Spektakuläres. Oder, einige schilderten den maroden Zustand der Feuerwehr in Oberissigheim. Andere wunderten sich warum die Feuerwehr in Niederissigheim nicht aufgelöst werden kann, denn eine viel größere ist in unmittelbarer Nähe. Es wurde auch ein Unmut über das lange hinschleppen dieses Problems seitens der Politiker/Stadtverwaltung hörbar. Als Vorbilder wurden Orte wie Erlensee, Langenselbold, Hanau, Rodgau u. a. genannt. Die wichtige Position der Feuerwehren in der Gemeindegesellschaft, die Vereinsarbeit wurde allseits lobend erwähnt. Von allen Parteien wurden inoffizielle Meinungen geäußert, persönlich sei man ja auch der Meinung es hätte schon längst etwas geschehen müssen, aber das Thema Feuerwehren ist in den Parteien ein Tabuthema.

Einer sagte, man müsse bei den knappen Mehrheiten in Bruchköbel aufpassen, das Thema Feuerwehren sei politischer Selbstmord. Dagegen sagten andere, in der Zwischenzeit wissen die Bürger was hier los ist, man könne mit dem Thema Einsparungen bei der Feuerwehr zB. über eine Neustrukturierung, Stimmen gewinnen. Einer wollte den Leserbrief mitunterschreiben, wurde aber zurückgepfiffen. Die Feuerwehrangehörigen waren nicht überrascht, dass das Thema diskutiert wird. Man habe vor einiger Zeit einen sog. “Runden Tisch“ gehabt, der habe aber nur einmal ohne konkrete Ergebnisse getagt. Immer wieder kommt die Erklärung; was wir den wollen, die Bruchköbeler Feuerwehr erfüllt alle geforderten Normen. (Bei zu viel Erfüllung beschwert sich auch keine übergeordnete Behörde.) Eine Zusammenlegung sei Unsinn, es muss wegen der 10 Min. Reaktionszeit alles so bleiben. Man habe geäußert, dass die jetzigen Standorte der Feuerwehren, insb. die an der Hammersbacher Str. sogar unzureichend sei. Von dort könne man die südlich gelegenen Stadtteile im Ernstfall nicht rechtzeitig erreichen. Die Notwendigkeit von hauptamtlichen Feuerwehrleuten wurde eingeworfen. Die interkommunale Zusammenarbeit sei heute selbstverständlich, dh bei einer Überprüfung unserer Feuerwehren sollte man nicht nur unsere Stadt isoliert betrachten, sondern die Partnerwehren in evtl Umstrukturierungsmaßnahmen mit einbeziehen. Ansonsten hielt die Feuerwehrleitung nach außen hin diesen “Ball“ flach nach dem Motto: schweigt das Thema aus.

Schade, obwohl doch ein hoher Klärungs- und Diskussionsbedarf offensichtlich wird.

Rainer Gustke
Emil-von-Behring-Str. 19
63486 Bruchköbel

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