Gehört die Lützel noch zu Biebergemünd?

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Die Bürgerinitiative „Bürger für Lützel“ wendet sich mit einem Offenen Brief an die Gemeindevertreter in Biebergemünd.

"Sehr geehrte Gemeindevertreter der Gemeinde Biebergemünd, wir als Lützeler Bürgerinnen und Bürger fühlen uns von Teilen der Politik und Gemeindevertretung im Stich gelassen. Hintergrund ist die Tatsache, dass unser Ort im Regionalplan als Außenbereich deklariert wird und es zudem für die Lützel und Breitenborn seit Jahrzehnten keinen gültigen Bebauungsplan gibt. Die derzeitige Gemeindeverwaltung hat zwar diesen ungültigen Bebauungsplan und den falschen Status von Lützel „geerbt“. Obwohl es seit spätestens Juni 2007 klar ist, dass der Bebauungsplan unwirksam ist, hat sie es jedoch vorsätzlich unterlassen, diesen Zustand zu korrigieren. Dies hat dazu geführt, dass das Regierungspräsidium über den Rechtsstatus von Lützel falsche Vorstellungen hat.

Die Konsequenzen aus dieser Fehlbeurteilung sind für uns Bürger:
⦁ Es können Windräder mit einer Höhe von 240 m bis auf 600 m an die Lützel herangebaut werden. Bei einer Wohnsiedlung ist der gesetzlich vorgeschriebene Abstand 1.000 m.
⦁ Ein korrekter neuer Bebauungsplan würde mit der Folge der Entwertung von Bauland nicht genehmigt.

Wer die Lützel kennt, wird sich wundern, dass ein seit mehreren hundert Jahren gewachsener Ort mit Ortskern, Haupt- und Nebenstraßen nun wie einzelne, in der Landschaft zusammenhanglos liegende Einzelgehöfte behandelt wird. Denn im Gegenteil: Nicht nur die Häuser liegen in einer gewachsenen Infrastruktur dicht beieinander, sondern auch die Menschen bilden eine enge Gemeinschaft, die in vielen Aspekten zusammenleben. Kann eine isoliert liegende Splittersiedlung im Außenbereich ein Kulturfest mit über 1.000 Besuchern von nah und fern organisieren? Für uns steht deshalb außer Zweifel, dass die Lützel eine Wohnsiedlung ist!

Die Entscheidung der Gemeindevertreter wird von den Bürgern der Lützel nicht akzeptiert. Wir fordern die Gemeindevertreter zum Umdenken auf. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Lützel noch vor der Verabschiedung des Regionalplans im Juni 2019 als Siedlung in das Bewusstsein rückt und die gesetzlichen Abstände für eine „normale“ Wohnsiedlung zu Windkraftvorrangflächen eingehalten werden. Dafür muss auch die Gemeinde Ihre Planungshoheit wahrnehmen und Ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern gerecht werden."

Initiative „Bürger für Lützel“
(übersendet von Rolf Gärtner, Biebergemünd)

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