Was lehrt Fall Förster?

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Die Verleihung des Landesehrenbriefes an Bert-Rüdiger Förster (Die Republikaner) kommentiert VORSPRUNG-Leser Dr. Gerhard Stehlik in einem Leserbrief.

"Die öffentliche Debatte über den Landesehrenbrief an Bert-Rüdiger Förster hat eine Chance auf was  Positives. Hier könnte geklärt werden, welche politischen Akteure Art. 1 GG über die Würde des Menschen verinnerlicht haben und welche nicht. Hier kann erkannt werden, wer die eigene Ideologie über den Mitmenschen stellt. Massenmord geschieht durch Ideologie, die zum Massenwahn gesteigert wurde. Für mich als Naturwissenschaftler ist es unerträglich, dass es auch heute immer noch Barbarei und Unmenschlichkeit rund um den Globus gibt. Dabei haben auch die schlimmsten Ideologien wie Adolf Hitlers Nationalsozialismus klein angefangen. Deshalb brauchen wir selbst die kleinsten und harmlosesten Ideologien in Europa nicht mehr. Zwar wurde der einstige 'große Glauben' im Zuge der Europäischen Aufklärung durch den säkularen Staat ersetzt. Aber dennoch gibt es heute wieder viele neue bunte Spielarten des Glaubens. Auch Deutschland ist ein Hort abstruser Ideologien geworden. Auf diese Weise verschwindet die Wirklichkeit mehr und mehr aus dem Blickfeld. Wer weiß heute noch, außer den beruflichen Experten, wie was warum funktioniert? Lieschen Müller glaubt heute tatsächlich das Funktionieren der Atmosphäre besser verstehen zu können, weil es ihr ja ständig im Fernsehen gezeigt wird, als jemand, der dem Fernsehen widerspricht, der dank Physik und Chemie weiß, wie die Atmosphäre wirklich funktioniert.

Für diese neuen Massen-"Religiönchen" sind unter anderem auch die politischen Parteien verantwortlich. Jede stellt ihr Parteiprogramm als eine Art politischen Glauben über die Würde der Menschen. Das ist das Problem unserer Zeit. Und wir "Biedermänner" lassen immer mehr Ideologen mächtig und reich werden. Damit sollten wir aufhören und den ideologisch Mächtigen ihre Machtbasis wieder entziehen, ohne ihnen ihre menschliche Würde zu nehmen. Irren ist nun mal menschlich! Aber gute Ordnung halten auch!

Ein ordentlicher erster Schritt in die richtige Richtung, der der Mehrheit gut täte,  wäre dieser: Eine echte Wahl, statt zweier falscher! Statt Menschen und Parteien zu wählen und damit einen undurchschaubaren Misch-Masch  auszulösen, lassen wir die Wahl der Partei weg. Ein Mensch, der sich zur Wahl stellt, kann ja selbst entscheiden, ob er hinter seinen Namen noch seine Partei schreibt. Und jeder Wähler kann entscheiden, ob er lieber einen Menschen mit oder ohne Parteiangabe wählen möchte.  Damit würde, was für eine Reform und Sparmaßnahme, die Zahl der Abgeordneten halbiert. Und diese Reform setzte das klare Zeichen: Mensch vor Partei! Der Fall Förster stellt jeden vor diese Gewissensfrage: Mensch oder Partei? Meine klare Antwort lautet: Wir brauchen eine 'Europäische Verfassung 1.0'. Ihr erster Satz muss lauten: 'Die Würde jedes Menschen in Europa steht unantastbar voran.'"

Dr. Gerhard Stehlik
Hanau

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