Antwort an Volker Rode: "An Grün geht künftig kein Weg vorbei!"

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VORSPRUNG-Leser Holger Saß äußert sich einem Leserbrief zum Artikel "Volker Rode: 'Die Veritas ist erst der Anfang'" und zu der Behauptung, die „grüne Anti Autopolitik“ führe zu „deutlichen Arbeitsplatzverlusten bei zahlreichen lokalen Automobilzulieferern“.

"Ich weiß nicht was Volker Rode geritten hat, derart pauschal und populistisch die Themen Klimawandel, Autoindustrie und Grüne Wirtschaftspolitik in einen Topf zu werfen, rumzurühren und dann noch öffentlich diesen polemischen und ungenießbaren Brei anzubieten. Lieber Volker, hättest Du geschwiegen, wärst du vermutlich ein Weiser geblieben! Der Verkauf von Unternehmensanteilen der Veritas an einen amerikanischen Investor, der auf seiner Homepage damit wirbt, jahrelang Preisträger bei der Wende zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Unternehmen zu sein, ist zunächst grundsätzlich nichts Schlechtes. Wir allen wissen, dass wenn die Autoindustrie hustet, ihre Zulieferer schon an Grippe leiden. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Die Autogiganten BMW, VW, Mercedes bauen in den nächsten Jahren rund 70.000 Arbeitsplätze ab, so der VDA, der nicht im Verdacht steht links/grün zu sein. Die Chinesen sind zurzeit diejenigen, die die Elektromobilität am stärksten fordern, und nicht nur, weil sie selber in Peking nicht mehr atmen können. Die deutsche Industrie hat sich die Führerschaft in der Sonnenenergie, in der Windenergie und jetzt wohl auch in der Elektromobilität abnehmen lassen. Dafür sind nicht nur die Löhne verantwortlich.

Dafür kann grüne Wirtschaftspolitik nichts. Gerade die Grünen haben jahrelang darauf hingewiesen, dass die deutsche Industrie nicht bei dem „Weiterso“ bleiben kann und ein Umdenken erforderlich ist. Grüne haben immer gefordert in neue Technologien zu investieren: Windkraft, Solarenergie, Elektromobilität. Und solange wir keine sicheren Endlager für die Atomenergie haben, dürften die sowieso nicht weitergebaut werden. Die Bundesregierung wird mit 300 Milliarden Euro die Kernkraft bis zum endgültigen Ausstieg subventioniert haben und dann müssen noch Endlager geschaffen werden. Wenn Rode für die Schlüsselindustrien jetzt entsprechende Budgets fordert, um für Forschung und Entwicklung genügend Geld für neue Technologien zu haben, dann versteht er nicht, was unternehmerisches Denken heißt: die Industrie hat auch Vorsorge für die Zukunft zu tragen. Und nicht nur für die Profitmaximierung auf Kosten der Arbeitnehmer von Quartal zu Quartal. Die Autoindustrie hat bei Dieselskandal gelogen und betrogen. Dafür wird sie leider nur in den USA zur Rechenschaft gezogen. Die GroKo Minister halten schützend die Hand über den Betrug an ihren Wählern. Warum gehen wohl die sogenannten großen Volksparteien jetzt in die Knie, weil sie sich einen Dreck um ihre Wähler geschert haben.

Die Arbeitsplatzverluste bei der Veritas können nur mittelfristig kompensiert werden, indem z.B. der Kreis das unternehmerfreundliche Klima des MKK weiter ausgebaut und Ansiedlungsmöglichkeiten für neue Industrien schafft. Es gibt im MKK eine ganze Reihe von Startups und Gründerzentren, die müssen gefördert werden. Dazu muss die Infrastruktur weiter verbessert werden und für die Ansiedlung neuer Industrien weiter geworben werden, sowohl mit Unterstützung aus Wiesbaden und Berlin. Transfergesellschaften sind für den bevorstehenden Arbeitsplatzabbau ein probates Mittel, um Mitarbeiter auf neue Techniken zu schulen und neue Aufgabenfelder zu entwickeln. Dazu müssten die Bundesagentur für Arbeit, die Veritas mit ihren neuen Anteilseignern und der Kreis gemeinsam einen fairen Arbeitsplatzab- bzw. -umbau gestalten.

Und noch eins: In Zukunft sollte der Kreisvorsitzende der MIT seine polemischen Attacken lassen und stattdessen Verbündete suchen. An Grün geht künftig kein Weg vorbei!"

Holger Saß
Gelnhausen

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