Friedrich Merz: CDU-Vorsitzender? Bundeskanzler? – Nein Danke!

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VORSPRUNG-Leser Dr. Hans Katzer, ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter der SPD, äußert sich in einem Leserbrief zu Friedrich Merz, der CDU-Bundesvorsitzender werden will.

"Da eröffnet ein abgehalfterter Bundespolitiker, mehrfacher Millionär und Spitzenverdiener, bekannt für eine Steuerrechtsreform im Bierdeckelformat, versorgt mit einem zwischenzeitlich aufgegebenen Aufsichtsratsposten beim größten Vermögensverwalter der Welt, der Firma Blackrock, eine Diskussion, die zynischer und verhöhnender nicht sein kann. Die Kurzarbeit in vielen Betrieben verleite nach seiner Darstellung zur Faulheit, deshalb müsse das Arbeitslosen- und Sozialhilferecht reformiert (sprich: verschärft) werden. Dies erklärt er mit einem treuherzigen und zustimmungsheischenden Augenaufschlag zur Untermalung seiner Glaubwürdigkeit, die er nie erreichen wird. Gequält auch von seiner existenzbedrohenden Sorge, wohin mit meiner Kohle? Und wie entkomme ich der Gefahr meiner Armut.

Er geht natürlich, befangen in seiner ihm eigenen bildungsnahen Rhetorik, auf den normalen Bürger und die normale Bürgerin, die unter der gegenwärtigen Corona Pandemie leiden, los, problematisiert aber nicht die Praktiken unserer Spitzenmanager, die die Bevölkerung anlügen, Verbraucher*innen betrügen und denen jetzt Strafhaft (Winterkorn – Ex-Manager bei VW, Eiser – Ex-Manager bei Audi, Stadler Ex-Manager bei Audi) droht. Es wird nicht von einer Reform des Gesellschafts-, Aktien- oder Konzernrechts oder dem Einbehalt von millionenschweren Abfindungszahlungen gesprochen, um z.B. besser und effektiver die Spitzenmanager in die Haftung für massive finanzielle Betriebsverluste oder für die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu nehmen.

Man fragt sich wirklich, in welchem Umfeld bewegt sich Herr Merz und welcher Beraterstab versorgt ihn mit Informationen? Seine bisherigen Interviews sprechen nicht für eine Qualifikation als Vorsitzender einer christlichen (und sozialen?) Partei oder – Gott bewahre uns – als Bundeskanzler. Den hiesigen Entscheidungsträgern der CDU kann nur dringend angeraten werden, auf einem Parteitag nicht für Friedrich Merz zu stimmen. Man möge sich an sein Scheitern an Angela Merkel und an der jetzigen CDU-Bundesvorsitzendenden Annegret Kramp-Karrenbauer 2018 erinnern."

Dr. Hans Katzer
Hanau

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