Verantwortungsgeschacher zulasten der Schülerinnen und Schüler muss ein Ende haben

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VORSPRUNG-Leserin Anke Pfeil, die für die FDP für den Kreistag kandidiert, kommentiert in ihrem Leserbrief das Wechselmodell (Stufe 3) an den Schulen im Main-Kinzig-Kreis.

"Zwischen der Mitteilung des Kreises vom 30.10.2020, aufgrund des großen Infektionsgeschehens und der hohen 7-Tages-Inzidenzen für die Schulen im Main-Kinzig-Kreis mit Stufe 2 den „eingeschränkten Regelbetrieb“ auszulösen und derjenigen vom 06.11.2020, mit welcher der Eintritt in die sogenannte Stufe 3, das sogenannte „Wechselmodell“ in den weiterführenden Schulen ab Klasse 7 und den beruflichen Schulen ab dem 11.11.2020 bekannt gegeben wurde, lag genau eine Woche. Eine Woche- und die am 03.11.2020 im Hanauer Anzeiger erschienene Mitteilung des Kreises, gemäß der die Hygienekonzepte der Schulen wirksam und die Schulen „auch bei der derzeitigen Infektionslage keine Orte der unkontrollierten Weiterverbreitung des Coronavirus“ seien. Diese „Erkenntnis“ hatte seitens des Kreises dazu geführt, dass Mitschüler von positiv getesteten Schülern und Lehrpersonal grundsätzlich nur noch als Kontakt-2-Personen eingestuft und Tests für symptomlose Mitschüler nicht mehr für notwendig gehalten wurden. Nur sehr wenige Tage hat es gedauert, bis den Verantwortlichen im Kreis selbst massive Zweifel an ihrer gerade erst kommunizierten neuen Vorgehensweise an den Schulen gekommen sein müssen. Anders lässt sich die nun getroffene Entscheidung zum Eintritt in das Wechselmodell- trotz deutlich niedrigerer Zahlen, als beispielsweise in Frankfurt, wo die Stufe 3 bisher nicht eingeführt wurde, nicht erklären. Unter dem Gesichtspunkt der Ansteckungs-Risikominimierung erleichtert es mich, dass diese Entscheidung jetzt- und damit hoffentlich noch nicht zu spät- getroffen wurde. Aber wie wird es diesmal laufen?

Steigende Infektionszahlen und das Erfordernis vom Regelbetrieb zumindest in das Wechselmodell einsteigen zu müssen, waren zumindest vorhersehbar. Was hat sich seit dem Frühjahr an den Schulen und im Main-Kinzig-Kreis getan, um zu gewährleisten, dass kein Kind, kein/e Jugendliche/r mehr zurückbleibt, wenn durchgängiger Präsenzunterricht nicht möglich ist? Sicherlich, für einige Schüler hat das Homeschooling und das vor den Sommerferien kurzzeitig praktizierte Wechselmodell dank aufgeschlossener Schulleitungen, ordentlicher technischer Ausstattung in Schule und zu Hause, funktionierendem Internet, engagierter, ansprechbarer und IT-affiner Lehrer und vor allem sich oftmals zwischen Beruf und neuem Job als Aushilfslehrer aufreibender Eltern funktioniert. Bei der Mehrheit lief es jedoch unbefriedigend bis miserabel. Der Wechselunterricht ist für den Gesundheitsschutz der Schüler und Lehrer und damit auch für die Gesamtbevölkerung sinnvoll und es ist wichtig, den Schulalltag -zumindest in Teilen- so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Genauso wichtig aber ist es, sicherzustellen, dass die umfassende Beschulung aller Schüler/innen auch dann gewährleistet ist, wenn sie außerhalb des Präsenzunterrichts stattfinden muss. Hier ist auch der Main-Kinzig-Kreis als das Wechselmodell anordnende Stelle in der Pflicht. Wenn der Landrat die diesbezügliche Verantwortung des Kreises, wie jüngst in der an und für sich löblichen direkten Kommunikation mit Bürgern auf seiner Facebook-Seite geschehen, mit dem Verweis darauf, dass die Aufgaben der sogenannten inneren Schulverwaltung und Organisation beim Kultusministerium und damit dem Land Hessen lägen, von sich schiebt und erklärt, der Kreis nehme keinen Einfluss auf Organisation, Inhalt und Gestaltung des Wechselunterrichts, ist dies nicht akzeptabel. Auch in Pandemiezeiten bleibt das Recht auf Bildung bestehen. Das Verantwortungsgeschacher zulasten der Schülerinnen und Schüler muss hier endlich ein Ende haben."

Anke Pfeil
61137 Schöneck

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