Windkraft im Main-Kinzig-Kreis? Es reicht!

Leserbriefe
Tools
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Der Verein "Vernunftkraft Main-Kinzig / Naturpark Spessart" wendet sich in einem Offenen Brief an die Vorsitzenden der Parteien im Main-Kinzig-Kreis.

Anzeige
Anzeige

"Sehr geehrte Damen und Herren, anlässlich der bevorstehenden Kreistags-Wahl appelliert der Verein Vernunftkraft Main-Kinzig / Naturpark Spessart e.V. an Sie und Ihre Partei, keine weiteren Windkraftanlagen im Main-Kinzig-Kreis zuzulassen. Bereits jetzt befinden sich hier fast 50 % aller geplanten, im Bau oder im Betrieb befindlichen Windkraftanlagen in Südhessen. Der überwiegende Teil der Windkraft-Flächen liegt im östlichen Teil des Kreises, in den Altkreisen Gelnhausen und Schlüchtern. Zusätzlich zu dieser bereits vorhandenen Last von ca. 130 Anlagen kommen im Naturpark Spessart 28 Windkraftvorrangflächen mit ca. 2335 ha, an anderen Stellen im Kreis weitere 15 Vorrangflächen mit ca. 1790 ha und acht Weißflächen mit ca. 585 ha - welche nach Offenlage Vorrangflächen werden sollen - hinzu. Alles zusammen entspricht das ungefähr 6500 Fußballfeldern oder Platz bis zu 500 Windkraftanlagen, viermal so viel wie bereits vorhanden!

Wir bitten Sie dringend an die hier wohnenden Menschen zu denken. Schon heute hat sich das Landschaftsbild durch die über 100 im Betrieb befindlichen Anlagen an vielen Stellen zu Industriezonen verschlechtert. Das Auge findet keine Ruhepunkte mehr. Menschen werden in ihren Wohnungen durch Störgeräusche, Infraschall und unruhigen Schattenbildungen gesundheitlich beeinträchtigt. Die Wirtschaftszweige Tourismus und Gesundheit werden zerstört, die Immobilien der Anwohner werden entwertet. Schutzwürdige Vögel wie Schwarzstorch, Rotmilane, Bussard-Arten und Fledermäuse werden in ihren Horsten, Fledermausquartieren und ihren Habitatgebieten gestört und häufig getötet. Wälder werden als CO₂- und Wasserspeicher und als Erholungsgebiete zerstört. Wind-Vorrangflächen liegen oft in Wasserschutzzonen III und grenzen an WSZ II. Damit gefährden sie unter Umständen unsere Trinkwasserversorgung. Wir fordern Sie auf, einen Beitrag gegen diese Natur- und Kulturzerstörungen mit all ihren gesellschaftlichen, gesundheitlichen, touristischen und wirtschaftlichen Nachteilen zu leisten. Sagen Sie ihren Wählern, dass Sie und ihre Partei die Landschaften und die Wälder im Main-Kinzig-Kreis schonen und nicht weiter mit Windkraftwerken industrialisieren wollen.

Wir erinnern an den Kreistagsbeschluss vom 9. Dezember 2016. Sie beschlossen, dass der Naturpark Spessart zur Erhaltung seiner biologischen Vielfalt, seiner Funktion als Erholungsraum, zum Schutz des Landschaftsbildes sowie zur Stärkung eines naturnahen Tourismus frei von Windkraftanlagen bleiben soll. Windkraftanlagen sollen gemäß Kreistags-Beschluss nur dort gebaut werden, wo eine Zustimmung der Standortkommunen vorliegt. Sie setzten sich für einen Abstand von 2000 m zu den Kurstädten Bad Orb und Bad Soden – Salmünster ein. Nehmen Sie diesen Beschluss ernst? Wir fragen Sie, warum unterstützen Sie nicht die Kommune Gründau, deren gemeindliche Gremien sich geschlossen gegen den Bau von fünf Anlagen auf dem Hammelsberg wehren? Wir fordern Sie auf, nicht zuzulassen, dass zukünftig die Naturenergie Main-Kinzig GmbH, Enkeltochter der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH, weitere Windkraftwerke im MKK betreibt. Deren drei Windkraftanlagen bei Wächtersbach-Neudorf erwirtschafteten seit ihrer Inbetriebnahme bereits einen Verlust von rund 2.000.000 Euro. Das Argument „Wir müssen auch unseren Beitrag leisten“ ist irreführend, es appelliert an das Gefühl, will schlechtes Gewissen erzeugen und schaltet den Verstand aus: Die beiden hessischen Ministerien für Umwelt- und Klimaschutz sowie Wirtschaft und Energie setzten zum Jahresbeginn eine Verwaltungsvorschrift in Kraft, welche der Windenergie Vorrang vor dem Artenschutz gibt. Prompt wurde die Verwaltungsvorschrift vom Verwaltungsgerichtshof verworfen. Müssen bereits die Gerichte die Natur vor den Grünen retten? Jedoch beabsichtigen die beiden Ministerien, sie trotzdem intern anzuwenden. Damit verstoßen sie auch gegen EU-Artenschutzrecht.

In Deutschland werden in den nächsten Jahren alle Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abgeschaltet. Bis auf Gaskraftwerke gehen alle Grundlastkraftwerke verloren. Diese stellten bisher eine sichere Stromversorgung dar. Die Stromerzeugung auf Basis der regenerativen Energien führt zu instabilen Versorgungssituationen. Sie sind für eine Grundversorgung ungeeignet. Bereits ab dem Jahr 2023 werden erhebliche Energieengpässe auftreten. Auf unsere Nachbarn können wir uns nicht verlassen, im Bedarfsfall brauchen die ihren Strom selbst. Ein Blackout wird immer wahrscheinlicher. Durch die Presse ging gerade, dass sich Schadensfälle durch ungenügende Netzstabilität häufen. Deutschland wird mit seinem Klimaschutzkonzept Schiffbruch erleiden. Das EEG hat in Deutschland zu den weltweit höchsten Stromkosten geführt. Dafür sind die CO₂-Einsparungen erbärmlich gering, wir liegen deutlich über dem EU-Durchschnitt. Die europäischen Nachbarn eilen uns mit ihren Klimaschutzkonzepten teilweise weit voraus. Was man besser machen könnte, kann man sich beispielsweise von Großbritannien oder Schweden abschauen.

Mit diesen Überlegungen möchten wir Sie noch einmal auffordern, folgen Sie physikalischen Gesetzen und nicht ideologisch geprägten Gefühlen. Auch wir wollen die Energiewende, aber eine gelingende, bezahlbare und Menschen und Natur schützende. Sie wird jedoch besonders an der Windenergie scheitern. Bitte nehmen Sie vor der Kreistagswahl am 14. März 2021 eindeutig Stellung, wie ihre Partei zum weiteren Ausbau der Windkraft im Kreis steht! Sie unterstützen damit alle Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis bei ihrer Wahlentscheidung."

Rolf Zimmermann
1. Vorsitzender Vernunftkraft Main-Kinzig / Naturpark Spessart
Dr. Eckhard Kuck
Stellvertretender Vorsitzender Vernunftkraft Main-Kinzig / Naturpark Spessart

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

BLOG COMMENTS POWERED BY DISQUS

PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von VORSPRUNG!

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige

werbung1 100Euro

Online Banner 300x250px MoPo 2

Anzeige