Offener Brief des Kreiselternbeirates

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Der Kreiselternbeirat wendet sich in einem Offenen Brief an den Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Winfried Ottmann (CDU) und die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Sonja Litzenberger.

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"Sehr geehrte/r Frau Litzenberger und Herr Ottmann, in Zeiten wie diesen, in welchen Corona und negative Äußerungen fast täglich einhergehen, ist es uns als Kreiselternbeirat des Main-Kinzig-Kreises ein wichtiges Anliegen, auch einmal die vielen, positiven Punkte hervorzuheben.

Wir freuen uns über die hessenweit einmalige Kommunikationsstruktur in Form von engem, regemäßigem Austausch mit Schulträger, Staatlichem Schulamt, Schulleitungen, Kreisschülerrat, Gesundheitsamt und KVG. Häufig beglückwünschen uns Elternvertretungen außerhalb des Kreises dazu. Das konzertierte Zusammenwirken von Herrn Ottmann (Landkreis) und Frau Litzenberger (Schulamt) sowie deren Mitarbeiter*innen können wir nur als vorbildlich bezeichnen! Der Kreiselternbeirat hält ständigen Kontakt zu den Vorständen der Schulelternbeiräte. Mit diesen finden regelmäßig Videokonferenzaustausche statt, welche breite Zustimmung finden. Wir bedanken uns besonders für Ihr persönliches Engagement und auch das Ihrer Mitarbeiter*innen; dass Sie uns jederzeit unterstützen, informieren und für unsere Fragen sowie auch Probleme immer ein offenes Ohr haben und unsere Anregungen auch anerkannt und häufig umgesetzt werden können. Hierfür gebührt Ihnen großes Lob und ein herzliches Dankeschön!

Alle Schulen im MKK sind mit ganz wenigen Ausnahmen an das schnelle Breitbandinternet angeschlossen. Es wurden 3200 iPads für Schüler*innen angeschafft, die die technischen Voraussetzungen nicht hatten, dies auch häufig aus finanziellen Gründen, und wurden wiederum über die Schulen verteilt. Auf diese Weise wurde im MKK durch Ihre Mitwirkung verhindert, dass diese Schüler*innen im Wechsel- bzw. Distanzunterricht benachteiligt würden. Einige iPads stehen den Schulen aktuell noch zur Verfügung. Wir haben viele positive Rückmeldungen von Eltern und Lehrkräften erhalten, dass der Distanzunterricht durch abgegebene Aufgaben und qualifiziertem Feedback sehr gut angenommen wird. Ebenso die problemlose Kontaktaufnahme aller Seiten über die Chatfunktion von MS Teams oder E-Mail wird regelmäßig hervorgehoben und gelobt.

Die schnelle und unkomplizierte Lösung von Problemen durch Sie, Herr Ottmann, oder des Staatlichen Schulamtes ist wirklich beachtenswert und sicherlich selten zu finden außerhalb des MKK. Wir wissen, Gutes, an das man sich gewöhnt hat, wird schnell als selbstverständlich wahrgenommen. Die gute Aufstellung des Main-Kinzig-Kreises in der Digitalversorgung der Schulen - im Vergleich zu vielen anderen Landkreisen in Hessen - ist vorbildlich! Wir möchten dies ausdrücklich würdigen und uns dafür bedanken! Für die wenigen Schulen, die zwar prinzipiell einen Breitbandanschluss haben, jedoch die Verkabelung bzw. ein stabiles WLAN nicht in einzelnen Klassenräumen liegt, wünschen wir uns LTE-Karten, um den digitalen Kontakt der Lehrkräfte zu deren Schüler*innen zuhause zu ermöglichen.

Der Kreiselternbeirat MKK sieht die weitere Öffnung der Schulen vom 22.02.21 kritisch. Eine differenzierte Betrachtung ergibt, dass die Voraussetzungen für unsere Schüler*innen im MKK definitiv und glücklicherweise die Möglichkeit des Distanzunterrichts gegeben sind. Scheibchenweise Öffnung der Schulen durch Wechselunterricht, also teilweise in der Schule und teilweise zu Hause, führt zu vermehrter Belastung von Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern - im Vergleich zum gut durchgeführten Distanzunterricht - ohne entsprechende Vorteile zu bringen. Dennoch machen wir uns Sorgen um unsere Kinder. Diese brauchen nicht nur die Schulbildung, sondern dringend auch soziale Kontakte, daher freuen wir uns über die teilweise und vorsichtige Öffnung der Schulen. Allerdings mit einer nur teilweisen Öffnung mit Präsenzpflicht für einzelne Jahrgänge, die dann auch noch zeitlich versetzt sind, gewinnen wir Eltern im Hinblick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht wirklich viel, da Geschwisterkinder beispielsweise unterschiedlichste Präsenzzeiten haben. Bei dieser Form der Präsenzbeschulung kommt es zu zusätzlichen Kontakten, sodass Großeltern bzw. weitere enge Kontakte folglich nicht mehr zur Betreuung unterstützend herangezogen werden, wie dies aktuell der Fall ist. Hinzukommend sind Personen der Risikogruppe in den Familien bei einer unsicheren Öffnung der Schulen mit Präsenzpflicht gefährdet.

Wir als Kreiselternbeirat des MKK richten uns mit der dringlichen Bitte an Sie, befreien Sie die Schüler*innen weiterhin von der Präsenzpflicht, jedoch nicht von der Schulpflicht, sodass Eltern entscheiden können, ob Sie für sich und Ihre Kinder ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen können und ob sie die Betreuung der Kinder im Wechselmodell ohne die Unterstützung u.a. ausfallenden Großeltern überhaupt leisten können. Viele Schulen haben bereits im Wechselunterricht bewiesen, dass eine hybride Form des Unterrichts problemlos durchführbar ist. Wir weisen auf die Aussage der wissenschaftlichen Leiterin Prof. Dr. Eva Rehfuess der S3 Leitlinie hin, dass diese Maßnahmen nur "im Paket wirken“. „Wir können uns nicht einzelne heraussuchen." Selbst für die bis jetzt schon durchgeführte Teilöffnung der Klassen 1-6 sowie der Abschlussjahrgänge wird bereits gegen die auf Evidenz und Konsens beruhende Leitlinie verstoßen. Wir unterstützen diese Leitlinie zur Öffnung der Schulen.

Die Kohortierung wird leider durchbrochen, um Religion/Ethik unterrichten zu können. An den Gymnasien und Realschulen wird die zweite Fremdsprache und bilingualer Unterricht nicht in Kohorten durchgeführt und bei Integrierten Gesamtschulen ist das komplette Konzept in einer Kohorte leider nicht darstellbar. Hinzukommend müssten die Kohorten auch in der Notbetreuung aufrechterhalten werden. Frau Litzenberger, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, hat in einem der Treffen betont, wie wichtig die dauerhafte Einhaltung der Abstandsregel ist und dies befürworten wir als Kreiselternbeirat ausdrücklich. Aber genau diese werden Schüler*innen nicht auf dem Pausenhof und schon gar nicht in Bussen oder Bahn einhalten können. Die AHA+L-Regeln gelten weiterhin uneingeschränkt und sind effektiv. Es besteht allerdings die dringende Notwendigkeit, dass sämtliche Maßnahmen intensiver und konsequenter eingehalten werden müssen. Dazu gehört auch die Forderung der Wissenschaftler*innen, die Ansteckungsgefahr im ÖPNV zu verbessern. Hier gibt sich die KVG zweifellos alle Mühe die Kapazitäten zu erhöhen, betont aber auch, dass in den Bussen der ansonsten vorgeschriebene Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden muss. Unsere Forderung vor weiteren Öffnungen ist hier auch den Abstand möglich zu machen, oder solange dies nicht möglich ist, auf die Präsenzpflicht zu verzichten.

Nicht neue Konzepte, sondern die bereits etablierten und bewährten Maßnahmen müssen konsequenter angewendet und ergänzt werden, durch eine gezielte Surveillance bei regional stark erhöhten Melderaten mittels wöchentlicher Pool- oder Selbsttestungen des Schulpersonals sowie die Testung kranker oder in Quarantäne befindlicher Kinder (z.B. Tag 5). Im Kreiselternbeirat konnten wir in der letzten Sitzung anhand verschiedener Rückmeldungen feststellen, dass es für einige Kinder nicht ausreichend ist, wenn der Schulbesuch jeden zweiten Tag oder jede zweite Woche stattfindet, dies aus diversen Gründen, mangelnde technische bzw. räumliche Möglichkeiten zuhause oder auch Familien emotional oder sozial sehr belastet sind. Hier würden wir uns wünschen, dass diese Schüler*innen die Möglichkeit des Schulbesuches haben, auch bei keinem Anspruch auf Notbetreuung. Ebenso bei Feststellung der jeweiligen Schule, dass die Teilnahme einzelner Schüler*innen am Distanzunterricht, unabhängig von den Gründen, nicht funktioniert. Auch ohne Corona gibt es Mechanismen, die bei Nichtteilnahme am Unterricht greifen, diese sollten auch für den Distanzunterricht angewandt werden. Überall dort, wo der Unterricht über Videokonferenzen abgehalten wird, haben die Lehrer*innen auch einen visuellen Kontakt, sodass auch psychische Auffälligkeiten, annähernd wie im Präsenzunterricht, festgestellt werden können, und somit wäre eine Präsenz bedingt notwendig ohne einen regelmäßigen visuellen Kontakt.

Abschließend wünschen wir uns, dass die guten Ergebnisse des Distanzunterrichtes, wie regelmäßige Abgaben der Aufgaben, qualifiziertes Feedback, persönliche Kommunikation und auch Umsetzung des qualifizierten Unterrichts häufig nach Stundenplan, zu Teilen im regulären Präsenzunterricht oder bei notwendigen Situationen, die keinen Präsenzunterricht ermöglichen, wie schlechte oder zu heiße Wetterbedingungen, defekte Heizung etc. übernommen werden. Corona hat uns alle, ob persönlich, familiär oder beruflich vor eine völlig neue Situation gestellt, die wir nur gemeinsam meistern können. Wir als Kreiselternbeirat sind froh, dass wir zusammen mit Ihnen, Frau Litzenberger und Herr Ottmann, Informationen, Ideen und Lösungen gefunden haben bzw. umsetzen konnten. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass diese gegenseitig wertschätzende und ausgesprochen gute Zusammenarbeit, auch nach Corona, fortgeführt wird."

Kreiselternbeirat Main-Kinzig-Kreis
Susanne Gärtner-Koske
Stefan Jäger
Steffen Sturm

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