Seit den 1970er Jahren ist der Durchschnittsdeutsche materiell gesättigt

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Den Leserbrief "Neubaugebiete: Individuelle Bedürfnisse vor politischer Ideologie" kommentiert VORSPRUNG-Leser Andreas Hlassek wiederum in einem Leserbrief.

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"Ich stimme Herrn Kievel zu, dass jeder Mensch ein selbstbestimmtes Leben führen können soll. Nur sind dabei die Freiheitsrechte zukünftiger Generationen bereits heute zu berücksichtigen. Wir wissen, dass sich Flächenversiegelung negativ auf die Biodiversität auswirkt, dass die Klimaerhitzung zu einem großen Teil durch den Bausektor verursacht wird. Unsere natürlichen Lebensgrundlagen sind dadurch großen Risiken ausgesetzt. Wir haben bereits zu viel Fläche versiegelt sowie Gebäude und Straßen gebaut und treten so die Freiheitsrechte unserer Kinder und Enkelkinder mit Füßen. Die Bevölkerungszahl in Deutschland bewegt sich seit 1970 bei rund 80 Millionen. Im selben Zeitraum haben sich die verfügbaren Wohnflächen in Deutschland verdoppelt. Wir sind doch kreativ und erfindungsreich genug, um vorhandenen Gebäuderaum bedarfsgerechter beziehungsweise optimierter zu nutzen.

2017 hat eine Umfrage unter rund 44.000 Deutschen ergeben, dass deren Lebenszufriedenheit kaum bis gar nicht von der Größe ihres Wohnraums abhängt. 'Wahre Glücksfaktoren' sind mit weitem Abstand die subjektiv empfundene Gesundheit sowie die sozialen Bindungen. Selbst das Einkommen spielt im Vergleich dazu eine untergeordnete Rolle. Es deutet sich sogar eine negative Korrelation zwischen Ressourcenfußabdruck und Lebenszufriedenheit an. Das heißt, wir leben in einem Land, in dem ein Mehr an Dingen ein Weniger an Glück bedeutet.

Ist nicht die Forderung, jede:r solle heute so viel bauen, wie er/sie möchte [egal, wie schädlich sich das auf zukünftige Generationen auswirkt], Teil einer großen Ideologie? Seit den 1970er Jahren ist der Durchschnittsdeutsche materiell gesättigt. Seitdem reizen wir uns gegenseitig über Werbung und Neid dazu an, immer mehr und größere Dinge besitzen zu wollen. Unsere effizienteren Produktionsprozesse nutzen wir nicht zur Reduktion von Erwerbsarbeitszeit, sondern für mehr materiellen Durchsatz. Warum verzichten wir auf wertvolle Lebenszeit, auf Zeit für Fürsorge, auf Zeit für politische Teilhabe, auf Zeit für Entspannung? Wie gelangen wir zu mehr Gesundheit und zu intakteren sozialen Bindungen, vielleicht durch Zeit?"

Andreas Hlasseck
Gelnhausen

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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