Kreisspitze hat in Bezug auf die Offenhaltung der Schulen versagt

Leserbriefe
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VORSPRUNG-Leser Moritz Drescher kommentiert in seinem Leserbrief die Corona-Maßnahmen der Kreisspitze im Main-Kinzig-Kreis für die Schulen. Der 20-Jährige kandidierte bei der vergangenen Kommunalwahl für die FDP.

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"Im vergangenen Winter ließ Landrat Thorsten Stolz (SPD) verlauten, dass die psychische und physische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler oberste Priorität für den Landkreis hat. Das Pandemie-Management in Bezug auf die Schulen des Main-Kinzig Kreises lässt ernsthafte Zweifel an dieser Aussage aufkommen. Ich war bis zum vergangenen Jahr Schüler am Ulrich-von-Hutten Gymnasium in Schlüchtern und durfte ab dem 16.03.2020 meine Schule nicht mehr betreten, da meine Mitschüler und ich bis zu unserem Abitur ein 'unnötiges Infektionsrisiko' darstellten. Zu dieser Zeit wurde das Corona-Virus noch als neuartig bezeichnet und dementsprechend waren Maske, Lüften und Abstand die einzigen bekannten Möglichkeiten, die Pandemie zu bekämpfen. Seit dieser Zeit ist einiges passiert und die Möglichkeiten, die Pandemie zu bekämpfen, haben sich deutlich weiterentwickelt. Eigentlich sollte man meinen, dass dies auch an den Schulen der Fall sein sollte. Doch ein Blick auf die aktuelle Situation im Main-Kinzig Kreis zeigt ein vollkommen anderes Bild.

Die groß angekündigten Luftfilter für die Klassen 1 bis 6 wurden erst Mitte November ausgeliefert und waren aufgrund von fehlenden Informationen zu Nutzung und Anwendung erst nach Verzögerungen einsetzbar. Darüber hinaus wurden die Klassen 7 bis 13 nicht mit Luftfiltern ausgestattet, obwohl die FDP-Kreistagsfraktion dies bereits vor den Sommerferien in einem Antrag gefordert hatte, der jedoch aus politischen und nicht aus inhaltlichen Gründen von der Kreiskoalition abgelehnt wurde. Mit dieser Entscheidung und den nun wieder drohenden flächendeckenden Schulschließungen ist die Kreisspitze für die psychische und physische Gefährdung der Schülerinnen und Schüler verantwortlich.

Bei der Entzerrung der Schülerbeförderung hat die Kreisspitze ebenfalls eineinhalb Jahre Untätigkeit bewiesen. Selbst eines der größten Infektionscluster im ganzen Main-Kinzig-Kreis, das durch Infektionen in einem Bus im Raum Schlüchtern ausgelöst wurde, hat die Kreisspitze nicht dazu bewegen können, das Thema wirkungsvoll anzugehen und über eine Ausweitung der Verbindungen und Entzerrung der Schülerbeförderung nachzudenken. Dabei ist davon auszugehen, dass im Moment einige Reiseunternehmer mit ihren Bussen bereitstehen würden, um zusätzliche Transportkapazitäten zu bieten.

Drittens fehlt es an einheitlichen Regelungen zur Trennung von Klassen, zu Quarantäne-Vorschriften bei Infektionen und an einem einheitlichen Infektionsmonitoring an den einzelnen Schulen, um zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können. Über das Staatliche Schulamt liegen diese Bereiche des schulischen Lebens im Verantwortungsbereich des Kreises. Doch der Kreis schiebt die Verantwortung an Schulleiterinnen und Schulleiter und Lehrer und Lehrerinnen ab und lässt diese bei der Bewältigung dieser Krise allein.

Grundsätzlich habe ich großen Respekt vor kommunalen Amts- und Mandatsträgern, da ich mich selbst kommunalpolitisch engagiere. Ich vertraue unseren demokratischen Institutionen und stehe hinter den Maßnahmen, um die Covid-Pandemie einzudämmen. Doch mit meinen 20 Jahren sehe ich mit Fassungslosigkeit, wie der Kreis auf die dritte flächendeckende Schulschließung in eineinhalb Jahren zusteuert. Ich bin wütend und habe es satt, dass wir als junge Menschen im Main-Kinzig Kreis mit Lippenbekenntnissen des Landrats und des Schuldezernenten abgespeist werden. Die Untätigkeit des Kreises in diesem Sommer wird schwerwiegende Konsequenzen für tausende Schülerinnen und Schüler im Main-Kinzig Kreis haben. Die Kreisspitze hat in Bezug auf die Offenhaltung der Schulen versagt und die aktuellen Verlautbarungen der Kreisspitze lassen mich ernstlich an deren politischer Kompetenz zweifeln. Ich hoffe nur, dass sich alle Schülerinnen und Schüler, wenn Sie wählen dürfen, daran erinnern, wer ihnen durch politische Inkompetenz zwei Jahre ihrer schulischen Bildung versagt hat."

Moritz Drescher
Steinau

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