Brauchen wir eine „Schlangenbrücke“ (Nidderquerung)?

Leserbriefe
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Die Pläne einer Querung der Nidderauen in Nidderau kommentiert VORSPRUNG-Leser Hans-Joachim Klöppel in seinem Leserbrief.

"Wenn wir den Ausführungen der Freien Wähler folgen, dann reden wir hier über Gesamtkosten von 5,18 Mio. €. Bei einem Haushaltsplan von ca. 43,4 Mio. € wären das das ca. 12 Prozent des Gesamtvolumens. Eine stolze Summe, zumal noch andere Ausgaben anstehen. Ich kann das Kopfschütteln und die scharfe Kritik der Opposition im Nidderauer Stadtparlament voll und ganz nachvollziehen. Der interessierte Beobachter der politischen Szene in Nidderau fragt sich, muss denn das sein?

Wenn man dem 1. Stadtrat Rainer Vogel zuhört, dann ist das Projekt eine immense Bereicherung der Infrastruktur der Anbindung vom Bahnhof Heldenbergen an das Zentrum Nidderau (Forum). Ich stelle mir die Frage, ist das ökologisch sinnvoll? Das Planungsbüro 'pronatur' ist eigentlich dafür bekannt, dass sie nur dezent in gewachsene Umweltstrukturen Planungskonzepte integriert. Was ich nicht verstehe, dass man nun einen 'massiven' Eingriff in eine gewachsene Umweltstruktur plant; und zu den wie oben aufgeführten Kosten. Ich und auch viele Diskussionspartner/innen sind der Meinung, dass man diese Maßnahme von Seiten des Magistrats nochmal überdenken soll und es dann in die Ablage 'rund' gibt. Es gibt wichtigere Projekte, die in Nidderau vorangetrieben werden sollen.

Ich denke da an das schon seit 3 Jahren diskutierte Alten-Pflege-Zentrum (APZ) in Erbstadt. Derzeitiger Stand ist, dass es keinen Sachstand gibt. Man versucht nun schon seit 3 Jahren einen Standort zu finden. Das gibt es wirklich nur in der öffentlichen Verwaltung. Eine private Firma wäre längst insolvent, wenn es so planen und agieren würde. Wenn man den politisch Verantwortlichen, hier vor allem Herrn Bürgermeister Andreas Bär, zuhört, bekommt man sehr schnell den Eindruck, dass diese APZ gar nicht in Erbstadt gewünscht ist. Ein alteingesessener Bürger aus Erbstadt meinte dazu, Zitatanfang: 'In Windecken wären schon die ersten Bewohner eingezogen, dafür hätte schon Heinz Homeyer gesorgt. In Heldenbergen sowieso. Da hätte der Bernd Reuter schon längst den Damen und Herren im Rathaus Dampf gemacht.' Zitatende. Und was passiert hier in Erbstadt? Die Herren der SPD im Ortsbeirat Erbstadt halten sich bedeckt. Keine Aussage zu dem Thema; es könnte ja gegen die Linie der Partei gehen. Wiederum stellt sich die Frage: für was sind die beiden SPD-Leute im Ortsbeirat? Ach ja, es gibt ja auch Sitzungsgeld. Aber lassen wir das mal so stehen. Ich hoffe, dass ich das bis zu meinem Lebensende (vermutlich in mehr als 20 Jahren) noch erlebe. Aber wie heißt es so schön: schaun wir mal!

Ein weiteres Novum ist die Tatsache, dass man von Seiten der Stadtverwaltung Nidderau einen Grundstückskaufvertrag mit Herrn Dr. med. Henrik Schumann abschließt für dessen Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Herr Dr. Schumann hat daraufhin einen Bauantrag für das viel diskutierte MVZ beim Kreisbauamt des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen gestellt. Dort wird nun festgestellt, dass es gar keine Parzellierung des besagten Grundstücks gibt (KITA Eichen – MVZ – Sporthalle). Nach Aussage von Herrn Dr. Schumann ruht der Bauantrag nun bis die Stadtverwaltung Nidderau im Nachgang die Parzellierung des besagten Grundstücks durchgeführt hat. Da es aber, anscheinend, Probleme mit den Stellplätzen auf der Fläche der Sporthalle gibt, ist mit weiteren Verzögerungen zu rechnen. Es wäre juristisch zu prüfen, ob der Grundstückskauf nun legal ist oder Hr. Dr. Schumann nun das gesamte Grundstücke gekauft hat; also KITA, MVZ und Sporthalle. Der geneigte Leser fragt sich nun: 'Wer ist denn dafür verantwortlich'?"

Hans-Joachim Klöppel
Nidderau

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!