Wer die Aue retten will, kommt an einer Beruhigung nicht vorbei

Leserbriefe
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Zu den Plänen einer Nidderquerung in Nidderau meldet sich VORSPRUNG-Leser Winfried Heilmann mit diesem Leserbrief zu Wort.

"Es gibt schon interessante Begebenheiten in Nidderau. Die Stadt Nidderau präsentiert ein umfangreiches Konzept, aus dem eindeutig der Handlungsbedarf zur Beruhigung der Aue zwischen Windecken und Heldenbergen zu entnehmen ist und schlägt diverse Maßnahmen vor, um einen möglichst breiten Konsens zwischen allen Interessengruppen zu erreichen. Und was passiert? Eine Gegen-Initiative gründet sich mit dem Namen 'Rettet die Nidderauen' und sammelt Unterschriften. Die FWG ist sofort dabei. Die CDU sieht den Zug abfahren, springt noch schnell auf und macht auch Werbung für die Initiative. Dabei geht es offensichtlich nur um die Brücke, fast alle anderen Maßnahmen werden offenbar als nicht sinnvoll erachtet. Ehrlicherweise hätte die Petition 'Verhindert die Brücke durch die Aue' heißen müssen.

Das von der Stadt Nidderau vorgelegte Konzept hat das Ziel, unter anderem die 'Gassigänger' aus der Aue auf einen Rundweg inklusive einer neuen Brücke zu führen. Viele Trampelpfade zeigen nämlich, dass dieses Gebiet beliebt ist, insbesondere bei vielen Hundehaltern. Frauchen und Herrchen begehen die Pfade quer über die Wiesen und entlang des besonders empfindlichen Uferrandstreifen. Viele Vierbeiner dürfen auch ohne Leine toben, sogar schwimmen und heimlich einen Haufen hinterlassen. Die Konsequenz ist: die bestandsgefährdeten Bodenbrüter sind verschwunden. Auch im Winter, wenn sich in Eichen die Vögel auf den Wiesen treffen, herrscht hier gähnende Leere. Durch das neue Konzept besteht gute Hoffnung, dass die Auen sich wieder regenerieren und die Vogelwelt davon profitiert.

Die Initiative 'Rettet die Nidderauen' erwähnt in ihrer Petition allerdings mit keinem Wort die Folgen der ständigen Besuche mit unseren Vierbeinern. Stattdessen soll auf den Bau der Brücke verzichtet werden. Dabei ist die Brücke essentiell für das Konzept und die Beruhigung der Aue, da sie die Nutzer über die Aue führt und nicht hindurch. Ob der Brückenbau tatsächlich dramatischen Einfluss auf die Natur hat, sollte wir den zuständigen Experten im Genehmigungsverfahren überlassen. Im Urlaub sehen viele Menschen solche Wegeführungen positiv, sei es auf dem Weg zum Strand durch die sensible Dünenlandschaft oder über Trittempfindliche Moore oder auf beliebten Wanderrouten z. B. durch Nationalparks. Da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt (und nicht wie in der Petition behauptet um ein FFH Gebiet), respektiere ich natürlich, wenn einem die Brücke nicht gefällt.

Wer die Aue retten will, kommt allerdings nicht an einer Beruhigung der Aue vorbei. Auch sind die vorgesehenen Infotafeln und ein grünes Klassenzimmer sinnvoll, um über dieses namensgebende Gebiet für Nidderau zu informieren und zu sensibilisieren. Bedarf besteht mehr als vermutet. Für die Nidderauer Hunde sind zusätzlich noch zwei sehr große Flächen vorgesehen, wo sie zukünftig gemeinsam mit Herrchen und Frauchen Spaß haben können. Es fragt sich nun wirklich, wer die Auen retten will oder einfach nur Angst hat, sein Verhalten zum Schutz der Natur zu verändern."

Winfried Heilmann
Nidderau

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