"Ich will meine eigene Meinung zur Nidderaue hier nicht thematisieren. Wohl möchte ich mich aber zur Form der Auseinandersetzung äußern. Mich entsetzt daran vieles sehr und stößt mich geradezu ab. Schon der Titel des Bürgerentscheids 'Rettet unsere Nidderaue' ist (vermutlich bewusst) irreführend. Vor was (oder vor wem) soll denn 'unsere' Aue eigentlich 'gerettet' werden?

Es gibt einen von unseren gewählten Vertretern im Stadtparlament gefassten Beschluss, Möglichkeiten der Renaturierung und Gestaltung der Aue mitten im Stadtgebiet prüfen zu lassen. Dieser Beschluss hat ebenfalls das erklärte Ziel, die Aue zu 'retten', denn derzeit ist sie trotz oberflächlich betrachtet vorhandener Schönheit in keinem guten Zustand. Die Initiative, die den Bürgerentscheid ins Laufen gebracht hat, will anscheinend vermitteln, dass die Aue nur 'gerettet' werden kann, wenn die Bürger diesen Beschluss ablehnen. Um es ganz zu verdrehen: Dazu muss man mit 'Ja' stimmen. Das suggeriert: Wer die Aue 'retten' will, stimmt mit 'Ja'. Wer 'Nein' stimmt, will also die Aue nicht 'retten'? So stellt es auch der Flyer dar: 'Stimmen Sie mit Ja für unser Naturkleinod', als ob man mit Nein gegen das Naturkleinod stimmen würde.

In Wahrheit stimmt der Bürgerentscheid über die Bevorzugung bestimmter 'Rettungskonzepte' ab. Hochemotional polemisiert man gegen die Idee einer Brücke und klammert sich an Beispielfotos, die einem nicht gefallen (mir übrigens auch nicht), dabei ist überhaupt noch gar nicht beschlossen, ob diese Brücke überhaupt realisiert wird und wie sie dann tatsächlich aussehen würde. Der Pfad sachlicher Information und ungetrübter Meinungsbildung ist mal wieder vorzeitig verlassen worden (von den albern überhitzten Beiträgen auf Facebook will ich hier gar nicht erst anfangen). Die 'Lager' werden zudem auch noch mit Parteien assoziiert, was völlig an der Sache vorbeigeht. Dabei haben beide 'Seiten' gute Argumente zu einer zukunftsfähigen und 'nachhaltigen' Lösung, die man abwägen kann und sollte.

Ich hoffe, dass alle Wahlberechtigten nicht parteienbezogen, sondern sachorientiert und vernünftig entscheiden, fern von allem kindischen Trotz und aller Denkzettelpolitik."

Diez Eichler
Nidderau

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