"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wieder lesen wir über Starkregenereignisse und Überschwemmungen, sehen Bilder von Menschen, die nur noch mit Hubschraubern aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern gerettet werden können, weil die Motoren der Rettungsboote nicht gegen die Strömungen, die in die Ortschaften vordringen, ankommen können. Was lässt uns so fassungslos werden angesichts dieser Bilder? Wir müssten doch auf solche Szenarien vorbereitet sein, denn die Prognosen der Klimawissenschaften und Meteorologie haben genau solche Szenen seit langem vorausgesagt. Reagieren wir fassungslos, weil wir auf einmal feststellen: Huch, das stimmt ja tatsächlich, was vorausgesagt wurde? Auch wenn wir im Main-Kinzig-Kreis (noch) nicht direkt betroffen sind, wird es uns auch betreffen?

Ja, wird es! Die Szenen werden nicht die letzten sein, die wir vor unseren Haustüren erleben werden und sie werden noch deutlich schlimmer werden. Ebenso wie Dürre, Hitzetote, absterbende Wälder, Artensterben und immer weniger Insekten, flüchtende Menschen, die in ihren nicht mehr bewohnbaren Heimatregionen leben können. Da werden auch keine Außengrenzen und Auffanglager in anderen Ländern helfen. Als Psychologe und Psychotherapeut weiß ich, wie sehr unsere Gehirne dazu neigen, solche schlimmen Aussichten nicht wahr haben zu wollen. Die Psychologie kennt solche Abwehrmechanismen, die sinnvoll sind, wenn es keine Möglichkeiten mehr gibt, die Hebel noch umzulegen. Sie heißen Verdrängung, Verleugnung, Flucht in Versprechungen, dass das alles schon nicht so schlimm werden wird oder technische Lösungen uns schon helfen werden. Realitätsleugnende Angebote aus Politik und Parteien gibt es gerade zur Genüge.

Spitzenpolitikerinnen und -politiker setzen sich öffentlichkeitswirksam in Szene, indem sie Hilfen versprechen oder wie unser Ministerpräsident Boris Rhein, der 'eine Pflichtversicherung für Elementarschäden, um Betroffenen unter die Arme zu greifen und die Solidargemeinschaft zu entlasten' fordert. Gut gemeint, aber zu kurz gegriffen! Wir benötigen endlich politische Entscheidungen, die das Klima, die Ökosysteme entlasten! Denn wenn die Solidargemeinschaft, die Feuerwehren und der Katastrophenschutz jetzt schon überlastet sind, wie wird es dann in der Zukunft aussehen?

Aber noch gibt es Möglichkeiten, den Hebel umzulegen: Am 09.06.2024 können wir Parteien ein Mandat erteilen, die bereit sind, die Gefahren ernst zu nehmen und wirksame Politik zu machen, auch wenn sie für uns alle zunächst mal Zumutungen bedeuten. Noch besteht die kleine Chance, die Klimaveränderungen wenigstens nicht ganz so katastrophal werden zu lassen. Bitte nehmen Sie diese Möglichkeiten in Anspruch! Für Sie, Ihren langfristigen Wohlstand, für unsere Nachfahren und die vielen Lebewesen, die unseren Entscheidungen hilflos ausgeliefert sind."

Dirk Wehrsig
Gelnhausen

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