Sehr geehrte Frau Innenministerin Faeser, die Fußballeuropameisterschaft 2024 in Deutschland biegt auf die Zielgerade ein. Neben den sportlichen Höhepunkten war es ein Fest der Völkerverständigung und Freude im Herzen Europas und wieder einmal zeigten wir Deutschen, dass wir freundliche, weltoffene und gasftreundliche Gastgeber sind. In den Fanzonen und Stadien feierten Fans aus verschiedenen Ländern friedlich miteinander.

Überschattet wurde leider auch dieses Turnier von nationalistischen bis hin zu teils rechtsextremistischen Störgeräuschen, die sich anfangs vor allem durch Schmähgesänge und Plakate einzelner äußerten, die teilweise alte Ressentiments, beispielsweise zwischen den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, bedienten. Waren dies anfangs eher Aktionen einzelner Gruppen, erreichte diese Entwicklung im Zeigen des Wolfsgrußes durch den türkischen Spieler Demiral einen traurigen Höhepunkt. Offenkundig jubelte er nach dem Sieg im Achtelfinale gegen Österreich indem er beide Hände zum Wolfsgruß formte und mit den Anhängern im Stadion feierte.

Der Wolfsgruß gilt als Erkennungszeichen der rechtsextremistischen Ülkücü-Bewegung, auch als Graue Wölfe bekannt. Besonders makaber ist, dass der Spieler am 02. Juli mit dem zeigen des Wolfsgrußes jubelt. Am 02. Juli 1991 ermordete ein wütender Mob in der türkischen Provinz Sivas 33 Menschen, die auf einem alevitischen Kulturfestival feierten. Der Mob jubelte mit ebendiesem Wolfsgruß. Die UEFA reagierte konsequent und sperrte den Spieler für 2 Spiele. Leider war weder vom türkischen Fußballverband noch von der türkischen Regierung eine Stellungnahme zu diesem Vorfall zu vernehmen. Auch nicht vom türkischen Präsidenten Erdogan, der zum Viertelfinale nach Berlin reiste.

Es entstand der Eindruck, dass die ausgebliebene Reaktion eine nicht unerhebliche Anzahl türkischer Fußballanhänger geradezu dazu animierte, weiterhin mit dem Zeigen des Wolfsgrußes zu provozieren, wie man auf dem Fanmarsch in Berlin feststellen konnte. Man muss der Berliner Polizei für ihr konsequentes Handeln dankbar sein, da sie den Fanmarsch abbrach. Leider ist das Zeigen dieses Grußes in Deutschland nicht strafbar. Dies sollte es jedoch sein. Daher fordern wir Sie auf, Frau Innenministerin, unternehmen Sie die nötigen Schritte, um das Zeigen dieser Geste zu einer Straftat zu machen, so wie es in Österreich schon der Fall ist.

Wir fordern keinen Millimeter nach rechts zu rücken. Dann muss sich dies auch beim Zeigen nationalistischer, migrantischer Gesten äußern, mit der Opfer rechtsextremer Gewalt verhöhnt werden. Unsere Nationalmannschaft ist eine bunte, vielfältige Truppe. Der Kapitän Ilkay Gündogan hat selbst einen türkischen Migrationshintergrund, wie auch weitere Spieler einen Migrationshintergrund haben. Die Mannschaft hat gezeigt, was möglich ist, wenn man zusammenhält und der eine für den anderen da ist. Sie hat uns auch als Gesellschaft wieder näher zusammengebracht.

Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Zusammenhalt und unsere Gemeinschaft durch derartige Gesten torpediert wird. Das Zeigen des Wolfsgrußes muss auch in Deutschland strafbar sein. Wir bitten Sie hier schnellstmöglich aktiv zu werden."

Für die Hanauer CDU
Jens Böhringer
Vorsitzender CDU Hanau

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