Sturmius Dehm Brennholz GmbH

"Der nächtliche Himmel über Europa wid immer heller. Was für viele Menschen als Zeichen von Fortschritt und Sicherheit gilt, entpuppt sich als ernstzunehmende Bedrohung für die Natur und Umwelt. 'Motten fliegen ins Licht', diese Volksweisheit beschreibt einen Effekt der von Kunstlicht ausgelöst wird und unter dem Begriff 'Lichtverschmutzung' als artenschutzrelevanter Faktor zu sehen ist.

Die ineffiziente Lichtplanung der Städte und Kommunen ist nicht nur äußerst bedrohlich für Insekten, Vögel und Fledermäuse, sondern auch eine kostenintensive Energieverschwendung.  Ein großer Teil der heimischen Tierarten ist dämmerungs- und nachtaktiv. Nachtakive Insekten, darunter ein Großteil der heimischen Falterarten, werden von den künstlichen Lichtquellen massenhaft angelockt. Sie verwechseln diese mit dem Mondlicht und geraten in eine tödliche Falle. Die Insekten sterben vor Erschöpfung , durch Kollisionen oder werden leichte Beute für andere Tiere. Das hat weitreichende Folgen: Insekten fehlen als Bestäuber von Blütenpflanzen und als wichtige Glieder in der Nahrungskette. Jährlich sterben Millionen von Insekten an den Folgen unserer Lichtveschmutzung. Durch den hohen Energieverbrauch wird zudem das Klima unnötig belastet. Auch die übrige Tierwelt ist von der Lichtverschmutzung betroffen. Viele Vogelarten werden in ihrem Zugverhalen gestört, ihr Biorhythmus gerät durcheinander. Amseln beispielsweise singen mitten in der Nacht, einige Stunden früher als sonst. Auch Fledermäuse , die lichtarme Sommerquartiere bevorzugen, sind gefährdet. Einige lichtscheue Arten können nachts gar nicht mehr fliegen, verhungern oder müssen ihren Lebensraum aufgeben. 

Auch Pflanzen reagieren auf künstliches Licht mit oxydativem Stress, verspätetem Blattabwurf, Knospenbildung zur Unzeit, Vergrößerung der Blattoberflächen und länger geöffneten Poren, Hierdurch werden sie anfälliger für Frost und Trockenheit. Insgesamt kann es bei Pflanzen zu zeitlichen Arrhythmen von Blütenbildung  und dem Auftreten de Bestäuber kommen. Lichtverschmutzung wirkt zudem nicht nur unmittelbar auf Pflanzen und Tiere, sondern verändert das nächtliche Erscheinungsbild ganzer Landschaften. Blickt man z. B. bei Nacht von Waldrode aus ins Kinzigtal, so offenbart sich ein einziges Lichtermeer - der Nachthimmel ist extrem aufgehellt. Schon länger ist bekannt, dass Lebewesen, der Mensch eingeschlossen, über eine "innere Uhr" verfügen, die die chronobiologischen Rhythmen steuert. Die durch Tages-, Monats- und Jahreszyklen hervorgerufenen natürlichen Hell-dunkel-Abfolgen sind daher von grundlegender Bedeutung und haben als Signalgeber im Laufe der Evolution zu vielfältigen Anpassungen der Organismen geführt.

Durch den ansteigenden Einsatz von Kunstlicht, insbesondere auch in den ständig neuen entstehenden Gewerbegebieten, verlieren diese natürlichen Zyklen ihre Ausprägungen, was sich auf allen Ebenen der biologischen Funktionsweisen auswirken kann. Wildlebende Tiere können sich künstlicher Beleuchtung nicht entziehen, da die benötigten Dunkelräume und -korridore ebenso verschwinden, wie der Sternenhimmel verblasst. Forschungsergebnisse der letzten Jahre belegen, dass der zunehmende Verlust der Nacht mit starken Auswirkungen auf Naturflächen und damit erheblichen Lebensaumverlusten und veränderten Lebensweisen für die Arten einhergeht.  

Um dieser Entwicklung vorzubeugen, können private Haushalte verschiedene Maßnahmen treffen. Dabei ist es grundsätzlich ratsam, dass keine Dauerbeleuchtung im Garten oder auf dem Balkon angebracht wird. Die eingesetzte Gartenbeleuchtung sollt möglichst nah am Boden installiert werden und vorzugsweise aus mehreren schwachen Lampen bestehen, statt aus einer grellen Leuchte! Dass während den Abschaltzeiten auf Straßen und Plätzen mehr Unfälle und Verbrechen geschehen, hat sich nach Aussage von Polizei- und Ordnungsbehörden nicht bestätigt. In diesem Zusammenhang wäre auch einmal zu prüfen, wieviel Personen eigentlich beleuchtete Radwege zwischen den einzelnen Ortsteilen in den Abschaltzeiten benutzen.

Die Straßenbeleuchtung im öffentlichen Raum verschlingt in Deutschland jährlich 3-4 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dabei können effiziente Lampen, moderne Leuchtkonstruktionen und intelligente Steuerungsgeräte die Kosten für die öffentliche Beleuchtung um 50% oder mehr reduzieren! Bis zum Jahr 2050 muss der Ausstoß an Treibhausgasen um 95% reduziert werden. Eine Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung kann dazu beitragen, dass jährlich rund ene Million Tonnen CO2 eingespart werden. Eine gute Planung kann den verschwenderischen Einsatz von Licht reduzieren und Kosten sparen. Gleichzeitig schützt ein nachhaltiges Beleuchtungskonzept diverse Tierarten und ihre Lebensräume. Es ist an der Zeit, umzudenken und sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltige Lösungen für unsere Straßenbeleuchtung zu finden. Nur so können wir den nächtlichen Himmel wieder zum Strahlen bringen - für uns und unsere Umwelt."

Norbert Möller
Linsengericht

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